Schwert und Galgen, die Todesstrafe in Salzburg

Die Autoren Gerhard Ammerer (rechts im Bild) und Christoph Brandhuber (links im Bild) mit ihrem Buch.
Die Autoren Gerhard Ammerer (rechts im Bild) und Christoph Brandhuber (links im Bild) mit ihrem Buch. - © SALZBURG24/Ludwig
Vor genau 50 Jahren wurde die Todesstrafe in Österreich entgültig abgeschafft. Gegen das Vergessen der vergangenen Taten, ist das neue Buch von Gerhard Ammerer und Christoph Brandhuber erschienen. Am Dienstagabend wurde in der Max-Gandolph Bibliothek das neue Werk einem interessierten Publikum vorgestellt.




Wie der Titel vom Buch “Schwert und Galgen – Geschichte der Todesstrafe in Salzburg” bereits verrät, handelt es sich um ein Werk über eine Zeit, in der in Salzburg Hinrichtungen noch an der Tagesordnung standen. Den Schwerpunkt für ihr Buch haben die Autoren auf das Barockzeitalter gelegt. Wie hat der Weg von der Gefangennahme bis zur Hinrichtung ausgesehen? Diese und weitere Fragen werden durch eine Vielzahl an aufgearbeiteten Einzelschicksalen beantwortet. Von der Geschichte des berühmten Zauberers Jackl, durch den hunderte Menschen der Hexenverfolgung zum Opfer fielen, bis zu Josef Sopko, der das letzte Todesurteil in Salzburg bekam, findet man viele interessante und lehrreiche Fakten.

Das Leben eines Scharfrichters

Ein großer Teil des Buches handelt vom Leben und den Lebensumständen der Männer, die andere Menschen vom Leben in den Tod brachten. In das Handwerk des Scharfrichters wurde man im Mittelalter hineingeboren. So begann die Lehrzeit eines Henkers üblicherweise bei seinem Vater. Danach begab sich der Lehrling auf Wanderschaft und erlernte dann verschiedenste Folter- und Hinrichtungsmethoden bei Meistern. Abgeschlossen galt die Lehre erst, wenn sich der junge Mann “der Probe” stellte und eine öffentliche Enthauptung mit dem Schwert durchführte. Geschäftstüchtige Henker verfügten über ein beträchtliches Einkommen und ihre Frauen wetteiferten mit adeligen Frauen. Zu den Aufgaben eines Scharfrichters gehörte jedoch auch die Tierkadaververwertung und schmälerte dabei den schon “üblen Ruf” der Männer. Jedoch ist unklar, wie viele dieser Männer einer anderen Berufung nachgehen und dem Schicksal eines Scharfrichters entkommen wollten.

Die Autoren

Beide Autoren sind an der Salzburger Paris-Lodron-Universität tätig und haben auch so das gemeinsame Interesse an dem Thema ihres Buches gefunden. Christoph Brandhuber, Leiter des Universitätsarchivs, hatte sich bereits in seinem Studium mit dieser Thematik beschäftigt. „Meine Leidenschaft zur Geschichte entstand bereits mit vier Jahren, als mir meine Mutter die Geschichte der Marie Antoinette kindgerecht erzählte“, verriet er uns im Gespräch. Sein persönliches Interesse galt vor allem der Lebensumstände von Scharfrichtern und deren Kurzbiografien. Universitätsprofessor Gerhard Ammerer wollte auch aufgrund seiner Berufung einen rechts-geschichtlichen Hintergrund bei der Gesamtdarstellung des Themas. Schon immer fand er die Diskussion über die Todesstrafe wichtig und setzte sich deshalb gerne damit auseinander, erklärte er SALZBURG24. Das Buch haben sie gemeinsam mit dem Salzburger Verlag Anton Pustet veröffentlicht.

Am Ende soll das Buch ein Manifest gegen die Todesstrafe darstellen, ließen uns die Autoren wissen. Auf die Frage ob noch weitere Projekte in Aussicht sind antwortete Ammerer: „Wir haben noch eine Menge unverarbeiteter Materialien, also ein weiteres Buch könnte in der Zukunft möglich sein.“

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- 25-Jähriger im Tennengau mit C... +++ - Saalfelden eröffnet neue Sport... +++ - Das war das Roahax-Turnier 201... +++ - Stau auf der A10: Ortsdurchfah... +++ - Fahrraddieb in Salzburg bedroh... +++ - Eisgrotten-Chef Manfred Dalus ... +++ - Messerstecherei im Drogenrausc... +++ - Schießerei in Dr.-Hans-Lechner... +++ - Achtjähriges Kind bei Verkehrs... +++ - Das war das Lieferinger Dorffe... +++ - Nachbarn verhindern Wohnungsbr... +++ - 70-Jähriger im Andräviertel be... +++ - Arm mit Motorsäge abgetrennt: ... +++ - Wildkogelbahn: Urlauberin pral... +++ - Reiseverkehr: Auch dieses Woch... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

Tennengau.
SALZBURG24.AT

Verkehrslage
A10: Tauern Autobahn Villach Richtung Walserberg (A1)
Zwischen AS Salzburg Süd und Autobahnknoten Salzburg Verkehr hat sich normalisiert ...
Zu den Verkehrsmeldungen
Suche

Suche filtern