So geht ihr sicher mit Feuerwerkskörpern um

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Das KFV gibt Tipps zum Umgang mit Feuerwerkskörpern (Symbolbild).
Das KFV gibt Tipps zum Umgang mit Feuerwerkskörpern (Symbolbild). - © APA/HANS PUNZ
90 Prozent aller Unfälle mit pyrotechnischen Produkten geschehen in den Stunden um Silvester, zeigen Unfallanalysen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). Wir haben Tipps, was beim Umgang mit Feuerwerkskörpern zu beachten ist und wie man sich als Raketenschießer und Zuschauer vor Unfällen schützt. Auch die Polizei gibt Infos zum richtigen Kauf.

„Jedes Jahr verletzen sich in Österreich etwa 300 Personen so schwer, dass sie nach einem Unfall nochmals zur Nachbehandlung ins Krankenhaus müssen. Etwa 90 Prozent dieser Unfälle ereignen sich in den Stunden rund um Silvester“, weiß Othmar Thann, Direktor des KFV.

Finger und Hände besonders gefährdet

Ein Großteil der Personen, die sich beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern verletzen, sind unter 25 Jahre alt. 40 Prozent der Verunfallten sind zwischen 15 und 24 Jahre, 21 Prozent jünger als 15 Jahre. „Der überwiegende Teil der Verletzungen mit Pyrotechnik äußert sich in Form von offenen Wunden und Verbrennungen oder Verbrühungen. Besonders häufig betroffen sind Finger und Hände“, so Thann.

Männer verunglücken häufiger

Tödlich verunglückt sind im Zeitraum 2011 bis 2015 vier Personen, bei allen vier Todesfällen handelte es sich um Männer. „Junge Männer verletzen sich beim Hantieren mit Feuerwerksraketen und Knallkörpern mit Abstand am häufigsten“, erklärt Thann. „Gerade Kindern und Jugendlichen fehlt einerseits oft das Wissen über den richtigen Umgang mit pyrotechnischen Produkten und andererseits das Gefahrenbewusstsein.“

Achtung beim Abschießen von Knallkörpern

Beim Abschießen von Knallkörpern und Raketen kommt es oft zu schweren Verbrennungen, Augenverletzungen oder Verletzungen, die bis zum Verlust von Körperteilen führen. Unsachgemäßes Hantieren, Abfeuern unter Alkoholeinfluss, verantwortungslose Weitergabe von Feuerwerkskörpern an nicht berechtigte Personen oder selbst produzierte Knaller und illegale, in Österreich verbotene Böller verursachen nicht nur schwere Verletzungen, sondern auch erhebliche Sachschäden.

Polizei beschlagnahmt jährlich drei Tonnen Pyrotechnik

Die Polizei geht bei Verstößen gegen das Pyrotechnikgesetz vor, um eine Gefährdung und Belästigung durch missbräuchliche Verwendung von Pyrotechnik zu vermeiden. Pyrotechnische Gegenstände, die entgegen den gesetzlichen Bestimmungen verkauft, besessen oder verwendet werden, können von der Polizei beschlagnahmt werden. So werden jedes Jahr in Österreich etwa drei Tonnen Material sichergestellt, das anschließend vom Entschärfungsdienst des Bundeskriminalamtes vernichtet wird.

Illegale Feuerwerkskörper sind gefährlich

“Gut 80 Prozent der Feuerwerkskörper stammen aus asiatischer Produktion, viele sind per Hand gefertigt. Da kann es immer wieder zu Fehlfunktionen kommen”, sagt Entschärfungsspezialist Thomas Csengel. Aus dem Ausland selbst importierte Böller stellen laut den Experten eine unkalkulierbare Gefahr dar. “Wir empfehlen, die Feuerwerkskörper im Inland zu kaufen. Da können die Händler beraten, Sicherheitsbestimmungen erläutern und Tipps geben”, erläutert Csengel. Alles, was man selbst importiert, kann nach dem Pyrotechnikgesetz illegal und somit gefährlich sein, weil es nicht den Qualitätskriterien entspricht. Es könnten chemische Stoffe verwendet werden, die gefährlich und gesundheitsschädlich sind. Die meisten Unfälle passieren, “weil oft Alkohol im Spiel ist, und weil selbst gebastelt wird, damit die Explosionen größer und intensiver ausfallen”, sagt Helmut Szagmeister vom Entschärfungsdienst.

Fehler im Umgang mit Feuerwerken

  • Kauf und Verwendung nicht zugelassener Produkte
  • Zu geringe Sicherheitsabstände zu anderen Personen und Objekten
  • Ungeeignete Abschussvorrichtungen: Raketen niemals mit dem Stab in den Erdboden oder in einzeln stehenden Flaschen stecken.
  • Zu nahe am Körper zünden: Anzünden immer mit möglichst großem Körperabstand.
  • Noch einmal probieren: Pyrotechnische Versager („Blindgänger“) niemals ein zweites Mal anzünden.

Sicherheitstipps für Raketenschießer

  • Feuerwerksartikeln nur im Fachhandel kaufen. „Schweizerkracher“ und „Piraten“ dürfen seit 2013 nicht mehr in Verkehr gebracht werden.
  • Raketen bis zur Silvesternacht an einem kühlen und trockenen Ort lagern.
  • Gebrauchsanweisung befolgen.
  • Einen klaren Kopf behalten und im alkoholisierten Zustand keine pyrotechnischen Artikel abfeuern.
  • Keine Selbstbasteleien vornehmen.
  • Einen Eimer Wasser oder einen Feuerlöscher bereithalten.
  • Allfällige Verbotszonen beachten!

Sicherheitstipps für Zuschauer

  • Das Geschehen sicherheitshalber nur aus größerer Entfernung beobachten.
  • Sich keinesfalls in Schussrichtung der Raketen aufhalten.
  • Raketen und Knallkörper können die Kleidung entzünden, Taschen und Kapuzen sind besonders gefährdet.
  • Fenster, Balkon- und Haustüren schließen, damit „Irrläufer“ nicht in die Wohnung oder in das Haus eindringen und dort Brände verursachen können.
  • In unmittelbarer Nähe des Hauses keine (leicht) brennbaren Materialien lagern, welche durch Irrläufer entzündet werden können.
  • Brennbare Materialien auf Loggien und Balkonen sind durch Irrläufer besonders gefährdet.

Verwendung im Ortsgebiet

Die Verwendung von pyrotechnischen Artikeln der Kategorie F2 (Blitzknallkörper, Schweizerkracher, Pyrodrifter, Raketen, Knallfrösche, Sprungräder und andere) im Ortsgebiet ist generell verboten. Ausnahmeregelungen können durch den Bürgermeister erteilt werden. Dieser kann mit Verordnung Teile des Ortsgebiets von diesem Verbot ausnehmen. Ungeachtet dieser Verordnung ist die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 innerhalb oder in unmittelbarer Nähe einer Menschenansammlung verboten. Die Verwendung von Pyrotechnik innerhalb und in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kinderheimen, Alters- oder Erholungsheimen, Kirchen sowie Tierheimen und Tiergärten ist grundsätzlich verboten.

Feuerwerkskörper in geschlossenen Räumen

In geschlossenen Räumen dürfen nur pyrotechnische Artikel verwendet werden, die dafür bestimmt sind. Dies sind F1- und vereinzelt F2-Produkte. Unter F1-Produkte fallen in erster Linie Tischfeuerwerke, Traumsterne, Knallbonbons, Partyknaller sowie Konfettiartikel. Die Verwendung von F2-Produkten in geschlossenen Räumen ist nur erlaubt, wenn dies am Gegenstand oder in dessen Gebrauchsanweisung ausdrücklich vorgesehen oder für zulässig erklärt ist.

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