Thiem rang Zverev in Rotterdam in drei Sätzen nieder

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Als nächstes spielt Thiem gegen Gilles Simon
Als nächstes spielt Thiem gegen Gilles Simon - © APA (AFP)
Dominic Thiem hat am Mittwoch im Tennis-ATP-500-Turnier in Rotterdam das Achtelfinale erreicht. Österreichs Nummer eins rang in einer spannenden Hallen-Hartplatz-Partie den Deutschen Alexander Zverev nach 1:45 Stunden 3:6,6:3,6:4 nieder. Auf den 23-Jährigen, der zuletzt in Sofia in seinem ersten Spiel nach den Australian Open eine Niederlage kassiert hatte, wartet nun der Franzose Gilles Simon.

Der bei dem Millionen-Event als Nummer zwei gesetzte Thiem stellte damit im Head-to-Head mit dem 19-jährigen deutschen Jungstar, der zuletzt in Montpellier seinen zweiten Karriere-Titel gewonnen hatte, auf 4:1. 2016 waren die beiden gleich viermal aufeinander getroffen – in München, Nizza, Paris (French Open) und Peking, wo der Deutsche das einzige Mal die Nase vorne gehabt hatte.

Thiem legte einen klassischen Fehlstart hin, lag schnell 0:2 und nach drei vergebenen Breakchancen sowie einem neuerlichen Break gegen sich gar 0:4 zurück. Das Rebreak zum 1:4 war am Ende nur Ergebniskosmetik, beim Stand von 2:5 zertrümmerte der ÖTV-Akteur aus Frust seinen Schläger, kassierte dafür eine Verwarnung. Zverev servierte zum 6:3 aus, er profitierte vor allem von zahlreichen unerzwungenen Fehlern des Niederösterreichers.

Im zweiten Durchgang zeigte sich Thiem verbessert. In einer sehr ausgeglichenen, offenen Partie wehrte der 23-Jährige beim Stand von 2:2 zwei Breakchancen ab und nahm seinem Gegner zum 4:2 den Aufschlag ab. Das war vorentscheidend, Thiem nutzte in der Folge seinen ersten Satzball zum 6:3.

Im Entscheidungssatz war der Weltranglistenachte der stabilere Spieler, hatte wohl auch aufgrund der größeren Routine am Ende den längeren Atem. Nach Thiems Break zum 2:1 zertrümmerte auch Zverev sein Racket, er konnte aber postwendend auf 2:2 ausgleichen. Thiem haderte zwar immer wieder mit sich selbst, konnte aber mit dem Break zum 5:4 die Vorentscheidung fixieren und dann ausservieren.

Während Zverevs Fehlerquote im Laufe des Spiels immer mehr anwuchs, ging sie beim Lichtenwörther zurück. Ihm unterliefen 26 unerzwungene Fehler, Zverev demgegenüber gleich 38. Der in der Rangliste auf Position 18 liegende Deutsche hatte dafür ein höheres Percentage beim ersten Aufschlag (69:61 Prozent) aufzuweisen, servierte zudem mit 7:6 ein Ass mehr.

Thiem war mit seiner Vorstellung gegen Alexander Zverev sehr zufrieden. “Ich bin wirklich glücklich mit dem Match. Es war mein bester Sieg seit längerer Zeit, vielleicht seit den US Open. Und das gegen Sascha, der viel Selbstvertrauen hat und auf seinem Lieblingsbelag”, resümierte der ÖTV-Star im Sky-Interview.

Auch wenn die Partie “ein Auf und Ab” gewesen sei, habe er sich von Beginn an sehr wohlgefühlt. “Ich bin sehr glücklich, dass ich es am Ende herausgezogen habe”, jubelte Thiem. Vor allem, da es zuletzt spielerisch nicht zufriedenstellend für ihn gelaufen sei. “Es war sehr wichtig, mir ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Auch wenn es in dieser Woche jetzt nicht so weiterlaufen sollte, weiß ich, dass ich es wieder kann”, sagte Thiem.

Gegen Simon erwartete er am Donnerstag ein “körperlich sehr toughes” Match. “Wir kennen uns sehr gut, es wird ein spannendes Match werden. Er ist ein sehr unangenehmer Gegner”, rechnete der Weltranglistenachte mit harter Gegenwehr.

Bisher hat Thiem fünfmal gegen Simon gespielt, dabei zuletzt in Rom (2015) und Metz (2016) zwei von drei Siege geholt. Der 32-jährige Ranglisten-24. musste am Dienstag gegen seinen Landsmann Nicolas Mahut genauso viele Games wie Thiem absolvieren, gewann auch mit 3:6,6:3,6:4.

(APA)

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