Thiem sicherte Davis-Cup-Team Klassenerhalt

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Dominic Thiem besiegte Nicolae Frunza in drei Sätzen
Dominic Thiem besiegte Nicolae Frunza in drei Sätzen - © APA (EXPA/SEBASTIAN PUCHER)
Österreichs Davis-Cup-Team kann 2018 wieder auf eine Rückkehr in die Weltgruppe hoffen. Dominic Thiem sicherte am Sonntag in Wels mit einem 7:6(2),7:6(3),6:3-Sieg über den kurzfristig nominierten Nicolae Frunza den vorzeitigen Sieg über Rumänien und damit den Klassenerhalt in der Europa-Afrika-Zone I. Gerald Melzer fixierte im unbedeutenden letzten Einzel den 4:1-Endstand.

Mit über zweieinhalb Stunden Verspätung hatte am Schlusstag wegen Regens bzw. nötiger Platzaufbereitung das letztlich entscheidende Einzel im Länderkampf begonnen. Der nach starker Doppelleistung vom rumänischen Davis-Cup-Kapitän Andrej Pavel aufgebotene Frunza hielt erstaunlich gut mit Thiem mit, der allerdings von seiner Hochform auch um einiges entfernt war.

“Er hat gestern im Doppel schon sehr gut gespielt. Ich habe heute sicher nicht mein bestes Tennis gezeigt. Sobald bei mir ein bisserl ein Tempo fehlt, ein bisserl Aggressivität fehlt, dann können auch die sehr gut Tennis spielen”, erklärte Thiem die nicht ganz so souveräne Leistung. Deshalb sei es ein engeres Match geworden. “Aber das Ziel war, in drei Sätzen zu gewinnen, das habe ich erreicht, daher gibt es auch nicht so viel zu bekritteln.”

Allein im ersten Satz kassierte Thiem nicht weniger als drei Breaks, nachdem er auch schon 2:0 bzw. 4:2 geführt hatte. Bei 6:5 servierte der Weltranglisten-611. Frunza gar auf die 1:0-Satzführung. Thiem gelang das Rebreak und dann ein souveränes Tiebreak. Nach 53 Minuten stand es auf dem tiefen Boden des Center Courts beim UTC Wels 7:2. Auch im zweiten Durchgang ließ Thiem einige Möglichkeiten zum Break aus, diesmal ging es ohne Gameverlust ins Tiebreak, das Thiem neuerlich mit 7:3 sicher gewann. Danach ging Thiem rasch mit 3:0 bzw. 4:1 in Führung und gewann Satz drei trotz eines neuerlichen Serviceverlusts zum 4:3 sicher 6:3.

Eine etwas verhaltenere Spielweise wegen der teilweise tiefen Sandplatzbedingungen im Grundlinienbereich wollte Thiem nicht als Begründung heranziehen. “Ich muss sagen, dass der Platz echt gut war für die Jahreszeit und für die Witterungsbedingungen. Ich habe nicht daran gedacht, hoffentlich verletze ich mich nicht. Ich habe mich voll bewegt.”

Thiem war freilich erleichtert, dass das Wetter die Vollendung am Sonntag zugelassen hat. “Keiner hätte große Lust gehabt, dass abgebrochen wird und wir dann morgen wieder zittern.” Auch wenn er mit seiner persönlichen Leistung nicht hundertprozentig zufrieden war, sah der zweifache French-Open-Halbfinalist doch viele Positiva. “Weil es für das Team und für Österreich war, ist schon eine Zufriedenheit da. Für mich selbst natürlich nicht, die Matches muss ich gewinnen. Aber es waren wieder sehr schöne Tage, es hat Spaß gemacht.”

Thiem wollte für die Zukunft nichts unmittelbar versprechen, dennoch fühlt er sich dem Bewerb durchaus verbunden. “Es ist ein mittelfristiges Ziel, wieder in die Weltgruppe zu kommen und auch große Davis-Cup-Partien auszutragen und zu spielen, auf jeden Fall. Da ist eine Bedingung, dass ich dabei bin und das werde ich auch machen”, bekräftigte Thiem frühere Aussagen an diesem Wochenende. “Ich kann jetzt nicht versprechen, dass das gleich nächstes Jahr ist, aber irgendwann sicher.

Nun gilt es wieder die Auslosung für 2018 abzuwarten: “Ein Heimspiel wäre natürlich super. Wir haben in letzter Zeit eh nicht so viele gehabt.” Thiem stellte in seiner persönlichen Davis-Cup-Bilanz nach seinem vierten Länderkampf auf 5:5 (Einzel: 4:3-Siege, Doppel: 1:2-Niederlagen). Der internationale Tennisverband (ITF) wird übrigens erst am Montag je nach Entwicklung bei anderen Länderkämpfen entscheiden, ob die Auslosung für 2018 in der kommenden Woche oder erst Ende Oktober gemacht wird.

Kapitän Stefan Koubek war freilich auch erleichtert und verstand auch die leichten Schwierigkeiten Thiems: “Es ist schwer, sich durchzukonzentrieren. Aber am Ende des Tages hat er seine drei Sätze nach Hause gespielt und es ist alles gut. Im Tiebreak hat er immer einen Gang dazu geschalten”, konstatierte der Kärntner.

Gerald Melzer machte im bedeutungslosen Schluss-Einzel auch den vierten Punkt für Österreich. Der 27-jährige Niederösterreicher besiegte Bogdan Borza 6:1,7:5 und das ÖTV-Team feierte einen 4:1-Heimsieg. “Natürlich freue ich mich. So viele Siege habe ich jetzt im Davis Cup noch nicht gefeiert. Mir hat es die ersten eineinhalb Sätze super viel Spaß gemacht und ich war echt froh, dass die Leute noch geblieben sind”, freute sich Gerald Melzer. Mit zwei Einzelsiegen hat er seine Davis-Bilanz auf drei Siege/fünf Niederlagen ausgebessert.

Sehr zufrieden war auch Kapitän Stefan Koubek. “Diesmal hat das Papier nicht gelogen. Die vier Punkte, die uns laut Papier ziemlich fix waren, die sind auch zu uns gekommen. Das Doppel war das schwerste. Es war eine Superveranstaltung, der Center Court war top”, sagte der Kärntner. Es sei schön, wieder einmal mit einem Lächeln von einem Davis Cup nach Hause zu fahren. “Ich bin stolz auf die Jungs, es war nicht einfach, aber das Wetter hat überraschend gut gehalten.”

ÖTV-Präsident Robert Groß, der als Oberösterreicher den Länderkampf in sein Heimat-Bundesland geholt hatte, war sehr zufrieden. “Wir haben drei Tage ein Super-Tennisfest gesehen. Ich bin sehr froh, dass wir durch Dominic den dritten Punkt gemacht haben.” Zum Schauplatz, der am Sonntag wegen des Schlechtwetters doch für einige Ungewissheit gesorgt hatte, meinte Groß: “Vom Ambiente her war es eigentlich super: 3.500 Zuschauer und ein perfektes Stadion. Vom Platz her muss man sagen, dass es nicht ideal war aufgrund der Wetterverhältnisse.”

Der Funktionär hofft nun für die baldige Auslosung möglichst wieder auf ein Heimspiel und in weiterer Zukunft auf die Rückkehr in die Weltgruppe. “Wenn wir komplett spielen können, wenn die Doppelspieler fit sind, wenn Andreas Haider-Maurer und Jürgen Melzer wieder fit werden, ist es kein zu großes Ziel ist, dass wir in die Weltgruppe aufsteigen wollen. Entscheidend ist, ob die derzeitige Nummer 7 der Welt, im Team spielen kann und wird”, sagte Groß.

Für Thiem geht es nun am Dienstag nach Prag – zum nächsten Teambewerb in völlig anderer Konstellation. Beim Rod Laver Cup wird er im Team Europa, gecoacht von Legende Björn Borg, und an der Seite von u.a. Roger Federer und Rafael Nadal gegen eine US-Auswahl spielen. Danach geht es für Thiem in das Saisonfinish in Asien – Chengdu, Tokio und Shanghai stehen vor dem Heimturnier in Wien auf dem Programm.

Melzer hat nun vor, im Oktober voraussichtlich vier Sandplatz-Challenger zu spielen. Er kam übrigens auch deshalb zum Einsatz, weil Sebastian Ofner, der für einen 3:1-Zwischenstand vorgesehen gewesen wäre, wegen einer leichten Bauchmuskelzerrung nichts riskieren wollte.

Die Rumänen spielen im Oktober gegen Israel noch gegen den Abstieg aus der zweithöchsten Klasse.

(APA)

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