Thomas Selner träumt im Sonntags-Talk von Red Bull und Co. beim Salzburger Stier

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Am liebsten würde Thomas Selner (li.) Proficlubs wie Red Bull Salzburg und Co. beim Salzburger Stier zaubern sehen.
Am liebsten würde Thomas Selner (li.) Proficlubs wie Red Bull Salzburg und Co. beim Salzburger Stier zaubern sehen. - © SALZBURG24/Kirchmaier
Thomas Selner, in Salzburgs Fußballkreisen auch “Mister Stier” genannt, spricht im Sonntags-Talk mit SALZBURG24 unter anderem über das Jubiläumsturnier im Jahr 2021, die Hallenproblematik in der Sportstadt Salzburg und über die Austria.




Den Salzburger Stier gibt es nun schon seit 37 Jahren. Cheforganisator und Turnierdirektor Thomas Selner ist seit Anbeginn mit dabei. In Salzburger Fußballkreisen ist der Name Selner, oder “Mister Stier”, wie ihn viele liebevoll nennen, nicht mehr wegzudenken. Mit seinen Ideen und der Hingabe zum Sport entwickelte sich das Turnier zu einem der wichtigsten Hallenfußballturniere Österreichs.

SALZBURG24: Thomas, 37 Jahre verfolgt dich der Stier nun schon. Erzähl uns ein wenig von deinen Anfängen.

THOMAS SELNER: Als der Hallencup um den Salzburger Stier im Jahr 1982 vom damaligen Obmann des UFC Salzburg, Wolfgang Gmachl, und Sektionsleiter Willibald Bauer gegründet wurde, war ich nur als Puma-Vertreter mit dabei. Die ersten drei Jahre musste das Turnier im bayerischen Freilassing abgehalten werden, da die Stadt Salzburg keine geeignete Halle dafür hatte.

Wie kann man sich das damals vorstellen?

In den ersten Jahren wurde das Turnier an einem bzw. zwei Tagen veranstaltet. Grund dafür waren die wenigen Teilnehmer, weil das Turnier vorerst nur für Mannschaften aus der Stadt Salzburg gedacht war. In den folgenden Jahren wurde versucht, den Hallencup immer interessanter zu gestalten. Ab dem Jahr 2000 wurde das Turnier dann auch auf die Vereine im Flach- und Tennengau ausgebaut und dadurch interessanter für die zahlreichen Zuseher.

2003 bist du dann als Organisator eingestiegen. Was hat sich seitdem geändert?

Die Teilnehmeranzahl wurde auf 24 Mannschaften aufgestockt, was auch bedeutete, dass die Dauer des Turniers von zwei auf vier Tage verlängert wurde. 2006 konnte der UFC Puma Hallencup auf eine 25-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken, was auch durch die Presse hervorragend weiter getragen und auch so der Status des größten Hallenfußballturniers in Salzburg ausgebaut wurde. Auch ist es uns letztlich gelungen, das Turnier auf 32 Mannschaften auszubauen und die Spielzeit auf fünf Tage auszuweiten.

Gab es auch eine Veränderung an der Art Fußball zu spielen?

Selbstverständlich. Früher hatte es noch viel mehr “Hallen-Zangler” gegeben. Perlak, Pavlovic, Jahic und wie sie alle hießen waren Filigrantechniker – solche gibt es leider nicht mehr viele.

Kennst du den Grund dafür?

Eigentlich ist das ganz einfach zu erklären: Früher dauerte die Winterpause deutlich länger und es wurden auch mehr Hallenturniere ausgetragen. Der Hauptgrund ist aber jener, dass man heutzutage nur mehr wenige Hallen in Salzburg zum Trainieren mieten kann.

Das heißt, dass auch das Niveau gesunken ist?

Das ist sicherlich damit verbunden. Das neue Sportzentrum Nord ist zum Beispiel nicht für Bandenfußball ausgelegt. Und auch der Salzburger Fußballverband unterstützt uns bei diesem Format nicht. Er setzt bei den Landesmeisterschaften lieber auf Futsal (ohne Bande, Anm.). Der Nachwuchs wird in sechs Jahren vielleicht gar nicht mehr wissen, wie das Spiel mit der Bande funktioniert. Auch bei den Erwachsenen ist diese Veränderung schon erkennbar.

Sind die Tage des Bandenfußballs damit gezählt?

Solange ich mit dem neuen Obmann des UFC Leopoldskron/Moos, Wolfgang Mayer, an der Spitze stehe, wird es beim Stier immer eine Bande geben. Der Zuspruch der Fans gibt uns recht. So viele Leute wie heuer waren gefühlt noch nie in der Halle. Außer als Austria Salzburg noch mitgespielt hat.

Gab es Gespräche über eine Rückkehr der Austria?

Die Austria fehlt und die Stimmung war immer ganz besonders, als sie mit dabei war. Normalerweise gehören sie als Stadtteam zum Turnier dazu. Das Organisationsteam hat sich jedoch dagegen entschieden, da der Aufwand einfach zu groß ist. Die Behörde schreibt uns bei einer Teilnahme mit zwölf Ordnern, zwei Polizisten und Absperrgittern zusätzliche Verordnungen vor – das macht die Sache nicht wirklich einfacher. Man muss aber festhalten, dass sich die Fans in punkto Disziplin verbessert haben.

Das undichte Hallendach hob den desolaten Zustand der Sportstätte in den Vordergrund. Steht ein Hallenwechsel im Raum?

Viele Alternativen gibt es nicht. Ex-Obmann Fritz Pammer, der überraschend 2015 verstorben ist, hatte einmal die Eisarena im Volksgarten und die Salzburgarena ins Auge gefasst, doch dieser Wunsch hat sich wegen der fehlenden Kabinen schnell zerschlagen.

Wird nächstes Jahr wieder in der Alpenstraße gespielt?

Höchstwahrscheinlich. Zwei Wochen nach dem Stier setzen wir uns bei einem Abendessen zusammen und fangen schon wieder mit den Planungen an.

Organisatorisch und finanziell betreibt ihr immer einen immensen Aufwand. Wie hoch ist dieser?

Der finanzielle Aufwand liegt zwischen 8.000 und 10.000 Euro. Mit der Werbung im Turnierheft und den Transparenten in der Halle, sowie dem Eintritt lässt sich das ganz gut stemmen. Der Rest fließt für den Spielbetrieb bei Lepi-Moos ein.

Wie viele Zuseher finden pro Turnier den Weg in die Halle?

Im Durchschnitt können wir mit 2.500 bis 3.000 Leuten rechnen.

Welche Neuerungen wird es in den nächsten Jahren geben?

Mein Ziel war es schon immer ein paar Profi-Mannschaften dabei zu haben – das wäre für mich ein Traum. Einige Male waren wir sehr knapp dran, jedoch scheitert es immer am finanziellen Aspekt. Man muss ihnen ein Startgeld in Höhe von mehreren tausend Euro und eine Unterkunft bieten können. Mit unserem Budget ist das nicht zu stemmen. Es müsste ein großer Sponsor einsteigen, der dann auch Fernsehgelder akquiriert. Beim 40. Stier überlegen wir, alle Mannschaften, die jemals beim Stier gespielt haben, einzuladen. Mit maximal 48 Teams würde sich das 2021 sogar terminlich ausgehen.

Wo siehst du dich selbst beim 40er-Stier?

Hoffentlich noch immer im Organisationsteam. Ob sich der 50. Stier ausgeht, wird die Zukunft zeigen.

Thomas, ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir alles Gute.

Sehr gern, dir ebenfalls nur das Beste.

Sonntags-Talk auf SALZBURG24

Wir veröffentlichen jeden Sonntag ein Interview mit besonderen Menschen aus Salzburg – egal ob prominent oder nicht. Wir freuen uns über eure Vorschläge an: nicole.schuchter@salzburg24.at.

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