Tierquälerei und Waffenbesitz: Familie nach Bauernhofbrand in Thalgau vor Gericht

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Die Maschinenhalle brannte völlig nieder.
Die Maschinenhalle brannte völlig nieder. - © FF Thalgau/Archiv
Wegen des Vorwurfs der Tierquälerei und des Verstoßes gegen das Waffengesetz musste sich am Montagnachmittag eine vierköpfige Bauersfamilie aus Thalgau (Flachgau) vor dem Landesgericht Salzburg verantworten. Nach einem Brand im Jänner dieses Jahres waren auf dem Hof verendete Tiere, Waffen und NS-Devotionalien entdeckt worden. Der Prozess endete mit Diversionsangeboten, einer Verfahrenseinstellung und einem Freispruch.

Auf dem Bauernhof in Thalgau sind insgesamt 28 Tiere wegen Misshandlungen, verminderter Fütterung und Tränkung sowie wegen diverser Erkrankungen verendet. Zu diesem Ergebnis kam der Abschlussbericht der Polizei im April dieses Jahres. Nach dem Brand am 30. Jänner wurden bei Hausdurchsuchungen nicht nur tote Tiere, sondern auch fünf nicht genehmigte Schusswaffen, eine große Menge an Munition sowie Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus wie etwa Hitler-Bilder gefunden.

Jüngerer Bruder fütterte Tiere nicht

Die Staatsanwaltschaft machte zwei bisher unbescholtene, erwachsene Brüder für den Tod von vier Kaninchen, fünf Hühnern, einem Meerschweinchen und einem Pfau verantwortlich. Sie hätten die Tiere über einen längeren Zeitraum weder gefüttert noch getränkt. Der jüngere der beiden Angeklagten, der für das Füttern zuständig war, soll eine Schuld eingestanden haben, meinte jedoch, er habe die Tiere weder gequält noch misshandelt. Einzelrichter Philipp Grosser stellte das Verfahren gegen ihn vorläufig ein. Der Mann willigte ein, eine 80-stündige, gemeinnützige Leistung zu absolvieren. Der ältere Bruder erhielt einen Freispruch. Es sei erwiesen, dass der Mann nicht für die Haltung der Tiere verantwortlich war, erklärte der Richter.

Vater: Vergessen, Waffen bei Polizei zu melden

Die Mutter der Brüder und ihr Lebensgefährte wurden nicht wegen Tierquälerei, sondern wegen illegalen Besitzes von drei Langwaffen und drei Faustfeuerwaffen angeklagt. Der Bauernhof hat im Juni 2011 schon einmal Feuer gefangen. In der Brandruine wurde ein illegales Waffendepot gefunden und beschlagnahmt. Der Besitzer des Hofes, der Lebensgefährte der Frau, wurde wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt, das Verfahren endete damals mit einer Geldstrafe in Höhe von 3.600 Euro.

Die Waffen, die Ermittler nach dem zweiten Brand sichergestellt hatten, sollen aus diesem Waffendepot stammen. Er habe sie aber erst kurz vor November gefunden, beim Ausräumen eines alten Kastens, erklärte der Angeklagte. Er habe es leider verabsäumt, dies der Polizei zu melden, zeigte sich der Pensionist reuevoll. Er nahm das Diversionsangebot des Richters an, wonach er eine Geldbuße von 1.000 Euro zahlen muss. Ist der Betrag eingezahlt, wird das Verfahren eingestellt.

Verfahren gegen Mutter eingestellt

Vorläufig eingestellt unter einer Probezeit von 18 Monaten wurde das Verfahren gegen die Mutter der Brüder. Sie war nur untergeordnet an der Tat beteiligt, indem sie ihrem Lebensgefährten den Zugriff auf die Waffen verschafft hat, die auf ihren Namen registriert waren. Alle Entscheidungen des Richters sind noch nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwältin keine Erklärung abgab. Die Familie wurde von Rechtsanwalt Markus Warga verteidigt.

(APA/SALZBURG24)

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