Tiroler Landesmuseen im Zeichen von Veränderung und Bewegung

Das Jahr 2017 ist für die Tiroler Landesmuseen ein Jahr der Veränderung und Bewegung. Erstere wird durch die Übersiedlung der Depotbestände in das Sammel- und Forschungszentrum Hall symbolisiert, letztere mit einem neuerlichen Migrationsschwerpunkt aufgegriffen. Bis zum Ende diesen Jahres rechne man überdies mit 330.000 Besuchern, hieß es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Die Arbeit der Tiroler Landesmuseen komme an, betonte der Direktor der Tiroler Landesmuseen, Wolfgang Meighörner. Herauffordernd sei im kommenden Jahr vor allem die Übersiedlung des Depots. Diese finde in zwei Blöcken statt. Mit Anfang Februar würden unter anderem die Ateliers, Werkstätten und Büros überführt. Ende 2016 gebe es einen “Probebetrieb unter Echtbedingungen”. Dann würden die Sammlungen übersiedelt. Dies werde vier bis fünf Monate in Anspruch nehmen. Manche Häuser würde in solchen Phasen einfach zumachen, meinte Meighörner. Die Landesmuseen hingegen würden weiterhin präsent sein. Viele der Bestände befänden sich bereits in Umzugskisten. Damit richtet sich der Blick auch auf die Lücken und auf ganze Konvolute, zumal viele Bestände gerade übersiedelt werden. Auch die Bewegung an sich gerät damit in den Blick.

Der Migrationsschwerpunkt umfasst die Ergebnisse der Forschung des Tiroler Volkskunstmuseums zur Migrationsgeschichte Tirols. Dafür wird dieses mit dem “Zentrum für MigrantInnen in Tirol” (ZeMit), dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck zusammen arbeiten. Am 2. Juni startet dann die Ausstellung “Hier zuhause”.

Insgesamt werden im Jahr 2017 fünf Ausstellungen geboten. Die erste Ausstellung startet am 10. Februar im “Tirol Panorama”. Unter dem Titel “Des Kaisers stolze Reiter” wird die kaiserliche Kavallerie von 1860 – 1914 beleuchtet. Weiters wird eine Sonderausstellung mit dem Titel “Mit dem Auge des Künstlers. Die Sammlung Kirschl” stattfinden. Eröffnet wird diese am 12. Mai. In dieser wird die herausragende Sammlung des Malers und Kunsthistorikers Wilfried Kirschl gezeigt, deren Schwerpunkte Objekte von Albin Egger-Lienz, Carl Moser und Ludwig Penz bilden. Auch die Kunst nach 1945 ist in dieser Sammlung mit Werken zum Beispiel von Anton Tiefenthaler, Norbert Drexel oder Gerhild Diesner vertreten.

Ab 29. September wird dem Hauptpreisträger des Kunstpreises der Raiffeisen-Landesbank-Tirol eine Schau im Ferdinandeum gewidmet. Darüber hinaus beschäftigt sich 2017 Reiner Schiestl unter dem Motto “Pralles Jahr” vornehmlich mit Heiligenfiguren.

Die im Herbst 2015 aufgrund der Vorbereitungsarbeiten für die Übersiedlung geschlossene “Artbox” wird mit 20. Oktober 2017 wieder zur Verfügung stehen. Unter dem Titel “Tiroler Moderne?” sollen Schlüsselarbeiten aus sechs Jahrzehnten in einen Kontext zu den damals vorherrschenden internationalen Strömungen gestellt werden.

Auch Konzerte, Lesungen und Führungen stehen 2017 auf der Angebotspalette. Das “musikmuseum” wird sich anlässlich des 450. Jubiläums des Regierungsantritts Erzherzog Ferdinands II in Tirol mit Musik rund um den Innsbrucker Hof beschäftigen. Unter dem Motto “Vorhang auf” führt außerdem der Kabarettist Daniel Lenz durch das Tirol Panorama. Auch eine Lesung mit Christoph W. Bauer ist im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Einblicke” geplant.

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen