22. Februar 2012 18:01; Akt.: 22.02.2012 18:01

Tod des Kunst-Poppers: Vor 25 Jahren starb Andy Warhol

Grabstein von Andy Warhol. Grabstein von Andy Warhol. - © AP(dapd)
Vor 25 Jahren, am 22. Februar 1987 starb Andy Warhol nach einer missglückten Routineoperation in New York.

alt Korrekturen melden

Schon einmal war Andy Warhol dem Tod von der Schippe gesprungen. Nachdem die männerhassende Feministin Valerie Solanas dem damals 39-Jährigen in die Brust geschossen hatte, half nur die Massage des offenen Herzens während der Notoperation. Warhol konnte gerettet werden, doch er war ein anderer Mensch, ein anderer Künstler geworden. Zwei Jahrzehnte später war es dann eine Routineoperation, die das schillernde Leben beendete: Vor 25 Jahren (22. Februar) starb Andy Warhol in New York.

Warhols Werdegang

Sein Leben währte nur 58 Jahre, doch die hatte der Sohn armer ruthenischer Einwanderer gut genutzt. Schon früh hatte sich der kleine Andrew Warhola für Kunst interessiert, und die Eltern unterstützten ihn. Doch als junger Mann ging er zunächst in die Werbung. “Ich möchte reich und berühmt werden”, soll er gesagt haben, doch mit Reklame klappt das nicht. Also wurde Warhol Künstler, indem er eigentlich nur das machte, was er zuvor in der Werbung gemacht hatte: Alltägliche Dinge prominent ins Licht setzen und verkaufen – und natürlich auch sich selbst.

Dollarnoten waren es und Colaflaschen und vor allem immer wieder Suppendosen. Vielleicht haben die Campbell’s-Suppen in den USA heute noch das gleiche Design wie vor 50 Jahren, weil es durch Warhol unsterblich geworden ist. Später kamen noch die poppig bunten Porträts von Prominenten dazu, von Marilyn Monroe und Elvis, von Elizabeth Taylor und Jackie Kennedy und sogar von Joseph Beuys.

Andy Warhol liebte das Leben

Warhol war in der Kunstszene das Enfant terrible. Das wollen Künstler immer sein, aber Warhol passte sich nicht in die Gepflogenheiten der sich gern etwas weltfremd gebenden Kollegen ein, sondern war ständig präsent und liebte das Leben. In der New Yorker Szene tauchte seine platinblonde Perücke ständig auf und im legendären “Studio 54″ schnupfte er Kokain, als gäbe es kein Morgen.

Um das bezahlen zu können, vermarktete er seine Kunst. Oder prostituierte sich, wie seine Kritiker sagen. Reihenweise entstanden “Warhols” in seinen New Yorker “Factorys”, doch wie viele Drucke es von einem Original gab, mochte er nicht preisgeben. Autos bemalte er, etwa einen knallbunten BMW. Und mit der Polaroidkamera machte er Bilder von gut betuchten Kunden, um die Sofortbilder später in Collagen zu verwandeln – und natürlich zu verkaufen.

Rekordsumme für Warhols “Green Car Crash”

Das führte in den 1990er Jahren zu einem Preisverfall. Zuweilen waren Warhols einfach nicht zu verkaufen. 1994 blieben bei Sotheby’s zehn von zwölf seiner Bilder unverkauft. Für seinen “Double Elvis” von 1963 war nicht einmal die Hälfte des Schätzpreises geboten worden. Erst seit ein paar Jahren steht er wieder hoch im Kurs. Sein “Green Car Crash” brachte 2007 satte 71,7 Millionen Dollar. Rekord!

Tödliche Gallenblasen-Operation

All das hat Warhol nicht mehr miterlebt. Im Februar 1987 musste er sich in einem Krankenhaus in der New Yorker Upper East Side einer simplen Operation an der Gallenblase unterziehen. Die verlief auch unkompliziert, aber am 22. Februar, morgens um kurz nach halbsieben, erlitt der Patient eine Herzrhythmusstörung – und starb. Die genauen Umstände sind trotz mehrerer Prozesse ungeklärt. Aber seine Bilder, die legten nach der Todesnachricht erst einmal kräftig zu. APA



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf Salzburg24.at
Liberace-Angebot war für Douglas ein “Geschenk”
Hollywoodstar Michel Douglas (68) hat beim Filmfestival Cannes mit den Tränen gekämpft. Als er sich am Dienstag [...] mehr »
Deutsche Wirtschaft zeichnet Clemens J. Setz aus
Der Grazer Autor Clemens J. Setz wird vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft mit einem mit 20.000 Euro dotierten [...] mehr »
“The Doors”-Mitbegründer Ray Manzarek verstorben
Doors-Gitarrist Robby Krieger sagte in der Mitteilung, dass ihn der Tod seines Freundes und Bandkollegen "tief betrübt" [...] mehr »
Bartoli länger bei Salzburger Pfingstfestspielen
Nach den Sommerfestspielen 2012 verzeichnen auch die Salzburger Pfingstfestspiele 2013 einen neuerlichen Besucher- und [...] mehr »
Preis für “Schönstes Buch Österreichs” an Salzburg
Der mit 3.000 Euro dotierte Staatspreis für das "Schönste Buch" geht ins Land Salzburg - die Lungauer Druckerei Samson [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren