Touristen-Raumschiff “SpaceShipTwo” bei Testflug abgestürzt: Ein Toter

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"SpaceShip Two" auf Archivaufnahme aus 2010
"SpaceShip Two" auf Archivaufnahme aus 2010
Das private Raumflugzeug “SpaceShipTwo” ist bei einem Testflug im US-Bundesstaat Kalifornien abgestürzt. “Während des Tests erlitt das Gefährt eine ernsthafte Unregelmäßigkeit, die im Verlust des Gefährts resultierte”, teilte das Unternehmen Virgin Galactic am Freitag mit. Nach Polizeiangaben kam einer der beiden Piloten ums Leben, der andere wurde schwer verletzt. Unternehmer Richard Branson will jedoch weitermachen.

Amerikanische TV-Sender zeigten Bilder mehrerer Wrackteile in der Mojave-Wüste. Der Unfall war der zweite schwere Schlag für die private Raumfahrt innerhalb weniger Tage. Erst am vergangenen Dienstag war der unbemannte US-Raumtransporter “Cygnus” Sekunden nach dem Start in Florida explodiert. Er sollte rund 2,3 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS ins All bringen.

 

Kontaktverlust nach Abkopplung

Das “SpaceShipTwo” hob den Informationen zufolge von einem Flughafen rund 150 Kilometer nördlich von Los Angeles ab. Es wurde zunächst von einem Trägerflugzeug in rund 1,5 Kilometer Höhe gebracht und dann ausgeklinkt. Nur wenig später sei es abgestürzt. Die US-Flugkontrollbehörde FAA teilte mit, kurz nach der Abkoppelung den Kontakt zu dem Raumflugzeug verloren zu haben. Das Trägerflugzeug “WhiteKnightTwo” hingegen sei sicher gelandet, so Virgin Galactic.

Neue Treibstoffmischung

Das “SpaceShipTwo” hatte seinen ersten Testflug im Frühjahr 2013 absolviert und war seitdem mehr als 30 mal probeweise im Einsatz. Der Flug am Freitag war der erste Test des Raumgleiters mit Raketenzündung seit Jänner. Berichten von Experten zufolge wurde diesmal eine andere Treibstoffmischung genutzt, die zuvor aber ausgiebig getestet worden sein soll. Insgesamt war es der 55. Testflug. Die maximale Flughöhe sollte 110 Kilometer betragen, also knapp über der Grenze zum Weltraum. Diese liegt bei einer Höhe von 100 Kilometern.

 

Unternehmer Branson macht weiter

Der Milliardär  will auch nach dem Absturz mit seinem Weltraumtourismus-Projekt weitermachen. “Das Weltall ist hart – aber es lohnt sich. Wir werden durchhalten”, teilte der 64 Jahre alte Brite am Samstag auf der Webseite seines Unternehmens Virgin Galactic und über Twitter mit. Er sei schockiert über das Unglück.

Ziel: Weltraumflüge für Touristen

Die rund 18 Meter lange Passagierraumfähre flog laut Virgin Galactic mit Geschwindigkeiten von bis zu 4.200 Kilometern pro Stunde. Sie sollte ab dem kommenden Jahr Weltraumflüge für Privatpersonen anbieten. Die Maschine bot Platz für zwei Piloten und sechs Passagiere, die bei dem Trip die Schwerelosigkeit erleben sollten. Nach Angaben von Branson hatten bereits 700 Interessierte Tickets für die kurzen Flüge ins All gekauft, darunter angeblich auch Stars wie Tom Hanks und Angelina Jolie. Nun aber steht die Zukunft des Weltraumtourismus infrage. (APA)

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