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Trauer bricht das Herz

Trauer: Hohe Belastung für Seele und Körper. Trauer: Hohe Belastung für Seele und Körper. - © SXC
Wer ein sensibles Herz hat, sollte im Trauerfall besonders auf seine Gesundheit achten.

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Das zeigen Harvard-Forscher vom Beth Israel Deaconess Medical Center in der Fachzeitschrift "Circulation". In der Woche nach dem Tod eines Nahestehenden steigt das Risiko des Herzinfarkts auf das Achtfache, am unmittelbaren Tag nach dem Ereignis sogar auf das 21-fache, so das Ergebnis ihrer Studie.

Körper leidet mit

Die Wissenschaftler befragten 2.000 Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt hatten, nach einem möglichen Auslöserereignis im Vorfeld. 270 von ihnen berichteten von einem Todesfall im nahen Umfeld in den sechs Monaten davor, 19 innerhalb eines Zeitraums von bloß 24 Stunden. Am deutlichsten war der Zusammenhang zwischen Todesfall und Herzinfarkt bei jenen, die schon zuvor herzkrank waren. "Trauer ist verbunden mit Depression, Angst und Wut - Gefühle, die Herzschlag und Blutdruck steigen und das Blut leichter verklumpen lassen", erklärt Studienleiterin Elizabeth Mostofsky das erhöhte Risiko.

Stress trifft sensible Stelle

Auch Christine Pernlochner-Kügler, Chefredakteurin des Trauerportals Aspetos, hebt das enorme Stressempfinden von Hinterbliebenen hervor. "Todesfälle gehören neben der Diagnose schwerer Krankheiten, Scheidung und Eheschließung zu den größten Stresssituationen im Leben. Je nachdem, wo ein Mensch körperliche Dispositionen hat - etwa bei der Verdauung, beim Schlaf oder beim Herz - steigt bei diesem Gefühlschaos das Risiko eines Zusammenbruchs", so die Trauerpsychologin im pressetext-Interview.

Dabei macht Trauer nicht per se krank, sondern ist vielmehr ein notwendiger und sinnvoller Prozess der Bewältigung. "Es ist gesund, die mit der Trauer verbundenen Gefühle zuzulassen, sofern sie richtig kanalisiert werden. Vielen geht es jedoch in der Schocksituation so, dass sie den Boden unter den Füßen verlieren", berichtet Pernlochner-Kügler. Strukturen und Tagesabläufe brechen zusammen, was wohl auch ein entscheidender Grund dafür ist, dass viele auf die Einnahme wichtiger Herzmedikamente vergessen.

Hinterbliebene nicht alleine lassen

Unterstützen kann man trauernde Angehörige am besten darin, indem man sie nicht alleine lässt. "Primär geht es nicht um das Reden oder tröstende Worte für die Hinterbliebenen, sondern darum, dass in Akutsituation 24 Stunden jemand bei ihnen ist oder sie bei Angehörigen oder Nachbarn übernachten können. Personen, die dieses Auffangnetz bilden, sollten sich durchaus abwechseln", rät die Expertin. Mit diesem Rückhalt falle es leichter, Gefühle zu normalisieren, Struktur zurückzugewinnen und damit zugleich Gesundheitsrisiken abzuwenden.

(pte Austria)



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