“Triton” startet mit sechs Schiffen, zwei Fliegern

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Aktion "Mare Nostrum" wird von "Triton" abgelöst
Aktion "Mare Nostrum" wird von "Triton" abgelöst
Der Nachfolge-Einsatz der italienischen Rettungsaktion “Mare Nostrum” für Flüchtlinge im Mittelmeer “Triton” beginnt am Samstag unter Führung der EU-Grenzagentur Frontex mit sechs Schiffen, zwei Flugzeugen und einem Hubschrauber. Italien wird die Hälfte der Flotte zur Verfügung stellen. Unterdessen werden mindestens 20 Migranten nach dem Untergang eines Schlauchboots vor Sizilien vermisst.


An Bord des Bootes, das von Libyen in Richtung Süditalien abgefahren war, befanden sich 113 Personen, 93 wurden von einem Schiff der italienischen Küstenwache gerettet. Die Suche nach dem Vermissten sei noch im Gange, berichtete die italienische Küstenwache am Donnerstag.

Das Schlauchboot war von einem Hubschrauber der italienischen Marine gesichtet worden. Ein weiteres Schiff der Küstenwache hat am Donnerstag weitere 78 Migranten an Bord eines Schlauchbootes in Sicherheit gebracht.

Italien hatte das Rettungsprogramm für Migranten im Mittelmeer “Mare Nostrum” im Oktober 2013 unter dem Eindruck von zwei Flüchtlingstragödien mit Hunderten Toten gestartet. Seitdem wurden laut der Regierung in Rom 150.000 Menschen im Mittelmeer gerettet.

Island beteiligt sich an “Triton” mit einem Schiff und Finnland mit einem Flugzeug, verlautete aus Regierungskreisen in Rom. Das internationale Koordinierungszentrum des Einsatzes wurde in einem Hauptquartier der italienischen Luftwaffe in Pratica di Mare südlich von Rom eingerichtet. Die Frontex-Schiffe werden von der Mittelmeerinsel Lampedusa und von der sizilianischen Stadt Porto Empedocle starten.

Während die italienische Mission bis vor die Küste Libyens reichte, von wo viele Flüchtlinge mit Booten aufbrechen, soll “Triton” sich nun auf die unmittelbare Küstennähe konzentrieren. Die Schiffe werden das Mittelmeer vor Sizilien und Kalabrien in einem Radius von 30 Seemeilen vor der Küste patrouillieren.

Hilfsorganisationen befürchten daher, dass die Zahl der im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge wieder steigen könnte. Auch der Umstand, dass eine zum Schutz der Grenzen gegründete Organisation, nun Menschenleben retten soll, stößt auf Kritik.

Ausländische Hilfe bekommt Italien auch bei der Registrierung der Flüchtlinge, denen bei der Ankunft konsequent Fingerabdrücke genommen werden sollen. Dies soll verhindern, dass sie – wie in der Vergangenheit oftmals geschehen – in andere EU-Länder weiterreisen, um dort Asylanträge zu stellen. Nach der sogenannten Dublin-Verordnung müssen sie dies nämlich in jenem Land tun, indem sie erstmals europäischen Boden betreten.

Neun Millionen Euro pro Monat kostete die italienische Mission “Mare Nostrum”, die nach dem Start des “Triton”-Einsatzes eingestellt werden soll. Der Frontex-Einsatz soll dagegen nur drei Millionen Euro monatlich kosten.

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