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Trotz Missbrauchsvorwürfe: Peter Hofer hält erste Predigt

Peter Hofer ist seit Aschermittwoch wieder Pfarrprovisor in St. Jakob am Thurn. Peter Hofer ist seit Aschermittwoch wieder Pfarrprovisor in St. Jakob am Thurn. - © Wildbild
Der Ex-Domprediger Peter Hofer hielt am Aschermittwoch seine erste Predigt in St. Jakob am Thurn. Er sei dankbar wieder arbeiten zu dürfen und bedankt sich bei seiner Gemeinde für die Unterstützung.

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Nach den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs einer 48-Jährigen gegen den ehemaligen Salzburger Domprediger Peter Hofer hat die Glaubenskongregation im Vatikan in Rom vor wenigen Wochen beschlossen, kein kanonisches Strafverfahren gegen ihn einzuleiten. Mit Beginn der Fastenzeit durfte der Geistliche daher als Pfarrprovisor nach St. Jakob am Thurn zurückkehren, wo er am Abend des Aschermittwochs seine erste Predigt hielt.

Ex-Domprediger Hofer dankbar

“Ich bin glücklich und sehr dankbar, dass ich wieder arbeiten kann. Die Gemeinde hat mich getragen, die Leute sind immer hinter mir gestanden, das hat mir viel bedeutet. Ich gehe heute mit einem großen Gefühl der Erleichterung und großer Freude in diese Kirche”, sagte Peter Hofer vor dem Beginn seiner Predigt im Gespräch mit der APA. Der Pfarrprovisor hofft, den Fall endlich ausgestanden zu haben – “sowohl kirchlich als auch staatlich”.

Zu der Predigt nach der fast einjährigen Abwesenheit des Kirchenmannes kamen rund 50 Personen. Unter ihnen waren mehrere, die extra wegen der Predigt Hofers nach St. Jakob am Thurn gekommen waren – auch aus der Stadt Salzburg. Die meisten wollten dem Pfarrer zeigen, dass sie hinter ihm stünden und sich freuen würden, ihn wieder in der Kirche predigen zu hören. “Wir sind heute extra aus der Stadt hergekommen, um Herrn Hofer predigen zu hören”, sagte etwa ein Ehepaar.

Erste Predigt nach Missbrauchsvorwürfen

Der Pfarrprovisor von St. Jakob am Thurn zeigte sich über den Zuspruch dankbar. “Liebe Pfarrgemeinde, liebe Freunde aus der Stadt, nicht ohne Rührung und innere Bewegung eröffne ich heute diesen Aschermittwoch nach einem schweren Jahr. Ich danke ihnen allen für ihre Solidarität, ich danke ihnen für alle ausgesprochenen und stummen Gesten der Verbundenheit, die mich wie ein unsichtbares, aber dicht geknüpftes Netz durch diese Zeit getragen haben.” Mit diesen Worten leitete Peter Hofer seine Predigt zur Beginn der Fastenzeit ein.

Auch zum Abschluss der 45-minütigen Messe bedankte sich Hofer ein weiteres Mal: “Danke, dass ihr mir durch eure Teilnahme eure Solidarität ausgedrückt habt.” Unter den Kirchgängern war auch Alois Hettegger aus Golling, der Hofer noch aus Schulzeiten kennt. “Mir hat es natürlich gefallen, ich bin sehr zufrieden mit unserem Pfarrer. Ich freue mich, dass er wieder predigen darf, denn ich schätze ihn als Menschen und als Pfarrer sehr”, sagte der Pensionist nach der Messe.

“Das Jahr ist wie in der Versenkung verschwunden, es ist als wäre ich nahtlos wieder zu meinen Predigten übergegangen. Gerade die Fastenzeit einleiten zu dürfen, war mir wichtig. Es war schön heute Abend, bescheiden, schlicht, der Aschermittwoch stand im Vordergrund, was mir sehr recht war”, sagte Peter Hofer im Gespräch mit der APA.

Hofer bekennt sich zu sexueller Beziehung

Der emeritierte Universitätsprofessor hatte im März 2011 bei einer Pressekonferenz eine sexuelle Beziehung mit der Salzburgerin zwar zugegeben, den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs aber vehement bestritten. Die Frau hatte zuvor dem Nachrichtenmagazin profil geschildert, sie sei von Hofer in den 1980er Jahren, als er die Stadtpfarre Nonntal geleitet hatte, Hunderte Male vergewaltigt worden. Zu Beginn der Tat sei sie noch nicht volljährig gewesen. Die Rechtfertigung des Predigers: Er habe eine intime Beziehung in den Jahren 1985 und 1986 geführt, “als die Frau erwachsen war”. Er habe sie nie zum Sex gezwungen und ihr nie Gewalt angetan. Hofer zog sich aus sämtlichen Funktionen in der Kirche zurück, die Erzdiözese stellte ihn gleichzeitig vom Dienst frei.

Gutachten belastete Hofer

Anhand eines Gutachtens wollte Hofer nach Publikwerden der Vorwürfe seine Unschuld beweisen. Das aussagepsychologische Privatgutachten des Innsbrucker Psychologen Salvatore Giacomuzzi belastete den Geistlichen jedoch. Hofer ließ daher das Gutachten von zwei weiteren Gutachtern überprüfen, die dann beide “gravierende Fehler” in der ersten Expertise feststellten. Der Vatikan beschloss daraufhin, kein kanonisches Strafverfahren gegen ihn einzuleiten. Strafrechtlich ist der Fall ist bereits verjährt. (APA)



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