Trump macht James Mattis zu Verteidigungsminister

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Mattis hat  40 Jahre Militärdienst hinter sich
Mattis hat 40 Jahre Militärdienst hinter sich - © APA (GETTY)
Donald Trump macht den 66 Jahre alten Ex-General James Mattis zu seinem Verteidigungsminister. Das bestätigte der designierte US-Präsident am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einer Kundgebung in Cincinnati. Zuvor hatten unterschiedliche Medien darüber berichtet.

Ein Sprecher des Trump-Lagers hatte kurz vor Trumps Ankündigung noch erklärt, die Entscheidung sei noch nicht gefallen. Mattis hat mehr als 40 Jahre Dienst bei den Streitkräften hinter sich und war vor weniger als vier Jahren in den Ruhestand gegangen. Deswegen muss der Kongress seiner Nominierung zustimmen.

James Mattis galt als “Mad Dog”

Mit dem pensionierten Vier-Sterne-General Mattis hat sich Trump allem Anschein nach für ein Schlachtross als Verteidigungsminister entschieden – einen kriegserprobten Kämpfer mit hoher Intelligenz, aber wenig diplomatischer Politur. Wie Trump ist der einstige Marineinfanterist äußerst direkt. Mehr als einmal hat er mit seinen markigen Sprüchen Kritik geerntet. Nicht umsonst trug er im Militär den Spitznamen “Mad Dog” (Verrückter Hund).

Aber Mattis hatte noch einen zweiten Spitznamen: “Warrior Monk” (Krieger-Mönch) – in Anerkennung seiner völligen Hingabe an den Militärdienst. Daneben habe es kaum Zeit für das Privatleben gegeben, sagen Begleiter. Vielleicht ist Mattis auch deshalb bis heute Junggeselle.

Hoher Respekt über Parteigrenzen hinweg

Seine 44-jährige Militärkarriere ist blendend, sie hat ihm über Parteigrenzen hinweg hohen Respekt eingetragen. Seine Marines verehrten Mattis, weil er sich stets für sie einsetzte, lieber die Nächte draußen mit ihnen an den Kampflinien verbrachte als in seinem Feldbett.

Mattis verfügt über intensive Kriegserfahrungen. Er war Bataillonskommandant im ersten Golfkrieg, befehligte die Einsatztruppe Task Force 58 in Afghanistan und von 2002 bis 2004 – im Zuge der Irak-Invasion – die 1. US-Marineinfanteriedivision.

Obama macht Mattis zu Chef von Zentralkommando

Nach weiteren Führungsposten, etwa beim US Joint Forces Command und dem Allied Command Transformation der NATO, nominierte ihn Präsident Barack Obama 2010 als Chef des strategisch überaus wichtigen US-Zentralkommandos (CENTCOM), das für den Nahen und Mittleren Osten zuständig ist.

Den Posten hatte Mattis bis 2013 inne. In dieser Zeit und danach entwickelte er sich zu einem immer lautstärkeren Kritiker von Obamas Strategien im Irak, Afghanistan und im Krieg gegen den Terror. Mattis ist auch ein ausgesprochener Gegner des Atomdeals mit dem Iran. Er hält Obama für schwach.

Zu Mattis’ umstrittenen Äußerungen zählt diese aus dem Jahr 2005 vor Marines: “Du gehst nach Afghanistan und gerätst an Kerle, die ihre Frauen seit fünf Jahren verprügeln, weil sie sich nicht verschleiert haben. Solche Kerle sind ohnehin keine richtigen Männer mehr. Also macht es unheimlich viel Spaß, sie zu erschießen.”

(APA/dpa)

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