USA steigen aus Klimaabkommen aus

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Trump macht es spannend
Trump macht es spannend - © APA (AFP)
Die USA steigen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aus. “Ab heute werden die USA jegliche Umsetzung der nicht bindenden Teile des Abkommens beenden”, sagte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag in Washington. Damit deutete er an, dass sich Washington auf die Vier-Jahres-Frist für den kompletten Ausstieg aus dem Abkommen halten werde.

Er kritisierte das Abkommen als schädlich für die USA, die durch das Abkommen stärker belastet werden als andere Staaten. Weil er das amerikanische Volk schützen müsse, sei es seine “feierliche Pflicht”, aus dem Abkommen auszusteigen, betonte Trump. Er wolle nun einen Deal erreichen, der “fair” sei, betonte der US-Präsident.

Kurz kritisiert Trumps Entscheidung

Als einer der ersten übte Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) scharfe Kritik an der Entscheidung von Donald Trump. “Die Entscheidung von Präsident Trump ist unverantwortlich”, teilte Kurz der APA am Donnerstagabend mit. “Klar ist, dass der historische Durchbruch von Paris nicht mehr rückgängig gemacht werden darf”, betonte der ÖVP-Chef.

“Österreich und die EU werden ihrer Verantwortung jedenfalls weiterhin nachkommen und sich für den Klimaschutz weltweit einsetzen”, sagte Kurz. Es gehe nämlich darum, “unsere Natur für weitere Generationen zu schützen und zu bewahren”. Kurz verwies auf das Schmelzen von Gletschern, Unwetter und Hochwasser, die “klar den großen Handlungsbedarf hier in Österreich und der gesamten Welt” verdeutlichten.

“Ignoranz gegenüber größter Krise der Menschheit”

Scharfe Kritik übten auch die Umweltorganisationen Global 2000 und Greenpeace. “Der Rückzug aus dem Pariser Klimaschutzabkommen der Trump-Administration offenbart eine beispiellose Ignoranz gegenüber der größten Krise der Menschheit – der globalen Erwärmung”, sagte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Greenpeace betonte, dass das Pariser Abkommen nun nicht gescheitert sei, weil die internationale Gemeinschaft weiter geschlossen sei. Die verbliebenen Staaten, darunter auch Österreich, müssen jetzt jedoch mehr Verantwortung übernehmen.

83 Länder liefen Gefahr, von der Erdoberfläche zu verschwinden, wenn der Kampf gegen den Klimawandel nicht resolut geführt werde.

Tochter Ivanka angeblich gegen Austritt

In den vergangenen Monaten hatte es laut US-Medienberichten in Washington hinter den Kulissen ein hartes Ringen um das Paris-Abkommen gegeben. Ein Austritt wäre ein Sieg für die Radikalen im Weißen Haus um Trumps Strategieberater Stephen Bannon und Berater Stephen Miller. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und auch seine Tochter Ivanka sollen gegen einen Austritt sein. In Umfragen sprachen sich zwei Drittel der Amerikaner für einen Verbleib aus. Nicht zuletzt hatte die Energiebranche in den USA sich zu großen Teilen gegen einen Austritt aus dem Pariser Abkommen ausgesprochen. Auch die sechs anderen Staats- und Regierungschefs beim zurückliegenden G7-Gipfel am Wochenende auf Sizilien hatten versucht, Trump von der Bedeutung der Klimaübereinkunft zu überzeugen.

In dem Abkommen hatten sich 195 Staaten im Dezember 2015 in Paris darauf geeinigt, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf “deutlich unter zwei Grad” im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Rückschlag im Kampf gegen Klimawandel

Der Ausstieg der USA würde dem globalen Kampf gegen den Klimawandel einen massiven Schlag versetzen. Sie sind nach China der weltweit zweitgrößte Verursacher der sogenannten Treibhausgase. Unter Trumps Vorgänger Barack Obama hatten sich die USA zum Ziel gesetzt, ihre Emissionen dieser Gase bis zum Jahr 2025 um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 zu senken.

(APA/dpa)

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