Trump will Wahlausgang nicht automatisch anerkennen

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Trump überlegt, den Wahlausgang nicht anzuerkennen
Trump überlegt, den Wahlausgang nicht anzuerkennen - © APA (AFP)
US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump will eine Niederlage bei der Wahl am 8. November nicht automatisch anerkennen. “Ich werde mir das zu gegebener Zeit anschauen”, sagte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) in seiner dritten und letzten TV-Debatte mit der Demokratin Hillary Clinton. Trump sprach von “Millionen von registrierten Wählern”, die das Wahlrecht eigentlich nicht haben dürften.

Die Wahl sei schon deshalb manipuliert, weil man seiner Kontrahentin das Antreten erlaubt habe, fügte Trump mit Blick auf den E-Mail-Skandal um die Demokratin hinzu. In der zweiten TV-Debatte hatte er gesagt, dass Clinton “im Gefängnis” wäre, wenn er die Kontrolle über den US-Justizapparat hätte.

Clinton zeigte sich in ihrer Reaktion “entsetzt”, dass Trump den Wahlausgang nicht anerkennen wolle. Sie bezeichnete den Immobilienmagnaten als “gefährlichsten Mann, der jemals Präsident werden wollte”.

Wieder kein Handschlag zwischen Clinton un Trump

Die abschließende Debatte der beiden Kandidaten, die neuerlich einen Handschlag zum Auftakt vermieden, war wie schon die zweite von gegenseitigen Untergriffen geprägt. Trump warf der Demokratin vor, eine “Lügnerin” zu sein und in ihrer politischen Karriere nichts zustande gebracht zu haben. “Du redest seit 30 Jahren, aber Du kriegst nichts hin”, sagte Trump. “Wenn Du Präsidentin wirst, ist dieses Land im Chaos”, sagte er. “Du hast viel Erfahrung, aber es ist schlechte Erfahrung.” Clinton konterte: “Als ich im Situation Room saß und zusah wie Osama bin Laden unschädlich gemacht wurde, hast Du gerade die Fernsehshow Celebrity Apprentice moderiert”, sagte Clinton.

“Marionette” von Vladimir Putin

Clinton bezeichnete ihren Gegner als “Marionette” des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der ihn ihm Wahlkampf unterstütze. Trump vertraue dem Kreml-Chef mehr als den US-Geheimdiensten. Trump wies die Vorwürfe zurück und sagte, dass seine Kontrahentin Putin deshalb nicht möge, weil er sie “überall ausgetrickst hat”.

Clintons Team wie auch die US-Regierung machen Russland für die jüngste Cyberattacke auf das E-Mail-Konto von Clintons Wahlkampfmanager verantwortlich. Aus ihrer Sicht stellt dies eine Einmischung in den US-Wahlkampf zugunsten von Trump dar. Veröffentlicht wurden die Unterlagen unter anderem mit Reden Clintons bei der Investmentbank Goldman Sachs durch die Enthüllungsplattform Wikileaks.

Clinton verbreite Lügen über sexuelle Übergriffe

Trump beschuldigte seine Gegnerin, hinter den Sexvorwürfen gegen ihn zu stehen. Clinton verbreite Lügen über sexuelle Übergriffe, sagte Trump zu den Berichten mehrerer Frauen, die den Republikaner belastet hatten. “Ich kenne diese Leute nicht”, sagte er. “Niemand hat mehr Respekt vor Frauen als ich. Niemand.” Clinton warf dem 70-Jährigen daraufhin vor, Frauen zu verachten. “Donald Trump denkt, dass es ihn groß macht, wenn er Frauen erniedrigt. Es macht ihn nur zu einem Rüpel.”

Trump bekräftigte in der Debatte auch seine Forderung nach einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. “Wir brauchen sichere Grenzen. Wir brauchen diese Mauer”, sagte der Republikaner. Auch Clinton habe einst eine Mauer gewollt, nun sei sie aber für eine Politik der offenen Grenzen. Die Demokratin wies das zurück. Sie sagte, dass sie keine Familien auseinanderreißen wolle. Stattdessen werde sie sich darauf konzentrieren, “alle gewalttätigen Personen” zu deportieren.

Heftiger Schlagabtausch zum Thema Waffen und Abtreibung

Zum Auftakt der Debatte hatten sich die beiden einen heftigen Schlagabtausch zum Thema Waffen und Abtreibung geliefert. “Er sagt, dass Frauen bestraft werden sollten”, sagte Clinton. Trump konterte, dass nach geltendem Recht “sogar im neunten Monat Babys aus dem Bauch herausgerissen werden können”, was inakzeptabel sei. Daher werde er Abtreibungsgegner als neue Höchstrichter ernennen, damit die in den 1970er Jahren vom Supreme Court verfügte Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs zurückgenommen werde.

Clinton versicherte, dass sie das Recht der Frauen “zu wählen” unterstütze. Sie warf ihrem Kontrahenten “Angstmache” vor im Zusammenhang “mit der schlimmsten Entscheidung, die eine Frau oder Familie treffen kann”. Die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch solle “nicht von der Regierung getroffen werden”. Sie wolle Frauen weder zu Abtreibungen zwingen wie in China, noch zum Austragen von Kindern wie dies in Rumänien der Fall gewesen sei.

Donald Trump verliert auch dritte TV-Debatte

Donald Trump verlor ersten Blitz-Umfragen zufolge auch die dritte TV-Debatte . Den Republikaner sahen nach einer Umfrage im Auftrag des Senders CNN nur 39 Prozent der Befragten vorn, Clinton dagegen 52 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov, das mehr als 1500 Zuschauer des TV-Duells in Las Vegas befragte, erklärte Clinton mit 49 Prozent ebenfalls zur Siegerin. Trump kam auch in dieser Erhebung nur auf 39 Prozent. Umfragen zufolge hatte der New Yorker Immobilienmilliardär auch die vorhergehenden beiden Debatten gegen Clinton verloren.

(APA/ag.)

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