Türkei erließ Haftbefehle für 103 Wissenschafter in Istanbul

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Offenbar Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Anhänger Fethullah Gülens
Offenbar Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Anhänger Fethullah Gülens - © APA (AFP/Symbolbild)
Die türkischen Behörden haben einem TV-Bericht zufolge die Verhaftung von 103 Wissenschaftern in Istanbul angeordnet. Die Haftbefehle stünden im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Anhänger des Predigers Fethullah Gülen, meldete der Sender NTV am Freitag. Im Zentrum der Untersuchung stehe die Technische Universität Yildiz.

Die Zeitung Hürriyet berichtete, bei mehreren zeitgleichen Razzien in Istanbul seien bereits 70 Akademiker festgenommen worden. Gülen wird zur Last gelegt, Drahtzieher des gescheiterten Militärputsches am 15. Juli zu sein. Der in den USA lebende Gülen hat dies zurückgewiesen. Nach dem Putschversuch sind in der Türkei Zehntausende mutmaßliche Anhänger Gülens aus dem Staatsdienst entfernt und Tausende festgenommen worden.

Unterdessen hat sich EU-Parlamentspräsident Martin Schulz trotz des autoritären Kurses der türkischen Regierung gegen einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen ausgesprochen. “Sprachlosigkeit hat noch nie weiter geführt, sondern birgt eher die Gefahr weiterer Eskalation in sich”, sagte der SPD-Politiker dem “Mindener Tageblatt”.

Mit einem Ende der Gespräche wäre nichts gewonnen. “Im Gegenteil, wir würden uns eines wichtigen Mittels berauben, um Einfluss zu nehmen auf die Entwicklung in der Türkei und die Dinge vielleicht zum Besseren zu wenden.” Zugleich machte Schulz aber auch deutlich: “Klar ist: Sollte die Türkei die Todesstrafe einführen, wäre das automatisch das Ende der Beitrittsgespräche.”

(APA/ag.)

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