Türkei: Razzia bei oppositionellem Online-Medium

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Nach dem umstrittenen Referendum in der Türkei hat die Polizei das Büro eines oppositionellen Online-Mediums durchsucht und dessen Chefredakteur festgenommen. Ali Ergin Demirhan werde unter anderem vorgeworfen, das Ergebnis des Referendums über ein Präsidialsystem nicht anzuerkennen, teilte das von linken Aktivisten betriebene Medium sendika.org am Donnerstag mit.

Weitere Vorwürfe seien Volksverhetzung sowie der Aufruf über Soziale Medien zum Protest. Bei der Durchsuchung des Büros in Istanbul habe die Polizei Demirhans Computer und Mobiltelefon beschlagnahmt.

Die Website war am Donnerstag von der Türkei aus nicht mehr erreichbar. Beim Abruf der Seite erschien die Information, dass diese per Gerichtsentscheidung als “Schutzmaßnahme” geschlossen wurde. Nach Angaben eines freien Mitarbeiters von sendika.org sperren die Behörden die Seite immer wieder, die dann in der Regel unter einer neuen Adresse erneut online geht.

Bereits seit zwei Tagen geht die türkische Armee in der Südosttürkei verstärkt gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. In der Provinz Sirnak seien dabei 26 PKK-Kämpfer “neutralisiert” worden, teilte das Amt des Provinzgouverneurs mit. Das Militär habe auch Luftschläge geflogen.

Mit “neutralisiert” meinen die türkischen Behörden “kampfunfähig machen”, was meist töten bedeutet, aber auch verletzen oder gefangen nehmen heißen kann. Ein mehr als zwei Jahre anhaltender Waffenstillstand zwischen PKK und türkischer Armee war im Juli 2015 gescheitert. Seitdem eskaliert der Konflikt erneut. Die PKK gilt in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation.

(APA/dpa)

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