Turbulenzen in Bischofshofen: Gemeinde kündigt Vertrag, drei Spieler müssen gehen

Von Aleksandar Andonov
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BSK-Boss Patrick Reiter und dem SK Bischofshofen stehen einige Veränderungen bevor.
BSK-Boss Patrick Reiter und dem SK Bischofshofen stehen einige Veränderungen bevor. - © Krugfoto
Dem SK Bischofshofen, Fünfter in der Salzburger Liga, steht ein unruhiger Winter bevor. Wenige Tage nach dem Saisonende wurde bekannt, dass drei Stammspieler mit sofortiger Wirkung den Verein verlassen müssen. Des Weiteren wurde dem Pongauer Fußballverein die Vereinbarung zur Benützung der Sportanlage durch die Gemeinde gekündigt. Der Verein verliert auch noch die Sportkantine an die Gemeinde.




Sportlich erzielte der SK Bischofshofen mit dem fünften Platz in der Salzburger Liga den bislang größten Vereinserfolg in der vierthöchsten Spielklasse. Neben der sportlichen Platzierung herrscht jedoch Unruhe bei dem von Patrick Reiter und dessen Polysport GmbH geführtem Verein.

Gemeinde kündigt Vertrag und übernimmt Sportkantine

Wie der Stadtamtsdirektor von Bischofshofen, Andreas Simbrunner, im Gespräch mit SALZBURG24 mitteilte, hat die Stadtgemeinde Bischofshofen einstimmig die Vereinbarung über die Benützung der Sportanlage, des Fußballplatzes, des Trainingsplatzes und des Vereinsgebäudes mit dem Sportverein gekündigt. “Der Vertrag vom 18.10.2005 war nicht mehr zeitgemäß und muss genauer definiert werden”, erklärte Simbrunner. Auswirkungen auf den derzeitigen Sportbetrieb wird der gekündigte Vertrag, der erst ab 31.12.2017 für ungültig erklärt wird, nicht haben. Bestimmungen wie Betretungsverbote oder Ähnliches sollen klarer definiert werden. Derzeit ginge nicht hervor, wer Dinge bestimmen und entscheiden darf. Daraus sollen sich sich unter anderem Reibungen zwischen der Sub-Pächterin des BSK-Stüberls, Tina Layer, und Patrick Reiter ergeben haben. “Mit Absprache des Vorstands, des Stadtamtsdirektors und des Bürgermeisters von Bischofshofen wurde der Vertrag einvernehmlich anulliert. Beide Seiten wollen dadurch in den Bestimmungen mehr Klarheit schaffen”, erläuterte Patrick Reiter. “Es ist nichts Dramatisches. Wir müssen uns zusammensetzen und über einen neuen Vertrag diskutieren. Fix ist nur, dass die Sportkantine in den Besitz der Gemeinde übergeht”, erklärte Bischofshofens Bürgermeister Hansjörg Obinger.

Geley (li.), Ivic (Mitte) und Ingolitsch gehen mit dem SK Bischofshofen künftig getrennte Wege./Krugfoto Geley (li.), Ivic (Mitte) und Ingolitsch (re.) gehen mit dem SK Bischofshofen künftig getrennte Wege./Krugfoto ©

Drei Stammspieler müssen gehen

Die Kampfmannschaft des BSK steht vor einem erneuten Umbruch. In den vergangenen Jahren herrschte in Bischofshofen ein reger Ausstauch am Spielersektor. Seit der Saison 2014/15 stehen 51 Abgängen 36 Zugänge gegenüber. Nachdem die Hinrunde heuer laut Trainer Miroslav Polak und Reiter nicht zufriedenstellend ausfiel, reagierte der Verein und trennte sich von drei Spielern. Innenverteidiger Micha Geley, (Ex-) Kapitän und Eigengewächs Fabio Ingolitsch, der bereits zum vierten Mal den BSK verlässt, und Nikola Ivic müssen sich einen neuen Verein suchen. “Für Geley stand der Trainingsumfang (vier bis fünf Mal pro Woche) für die gemeinsam definierte Zielsetzung nicht überein”, erklärte Reiter. Ingolitsch erfülle die sportlich hohen Erwartungen der Verantwortlichen nicht. Der Vertrag mit Ivic, der aus Wiener Neustadt kam, wurde aufgrund disziplinärer Gründe aufgelöst. “Die hohen Ansprüche und Erwartungen konnte ich nach Meinung der Verantwortlichen nicht erfüllen. Zudem sehen sie mich nicht in einer potenziellen Meisterelf und Regionalliga-Mannschaft”, erklärte Ingolitsch, der wie Geley einen gültigen Vertrag bis Sommer besitzt. “Da ich zu wenig Vertrauen und Wertschätzung von den Verantwortlichen verspürte, haben wir uns auf eine einvernehmliche Vertragsauflösung geeinigt”, führte Ingolitsch fort. Geley äußerte sich ähnlich zu der Trennung: “Grund war die zu hohe Spanne zwischen Erwartungen, geforderten Leistungen und der zu hohen Trainingsintensität im Winter.” Die Pongauer verfolgen mit dem Projekt “BSK 2020” große Ziele. So will man spätestens im Sommer 2019 den Aufstieg in die Regionalliga West schaffen und später auch in den Profifußball zurückkehren. Zunächst gilt es nun aber, eine Mannschaft für die Salzburger Liga zusammen zu stellen.

(SALZBURG24/Andonov)

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