TV-Duelle für Hälfte der US-Wähler ausschlaggebend

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Das Duell ist noch nicht entschieden
Das Duell ist noch nicht entschieden - © APA (AFP)
Rund 50 Prozent der potenziellen US-Wähler erhofft sich von den insgesamt drei TV-Debatten zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump wichtige Informationen für die Auswahl ihres Favoriten, wie aus einer Erhebung von Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos hervorgeht. Darunter sind auch zehn Prozent, die bisher keinem der beiden Kandidaten zugeneigt sind.

Besonders wichtig sind den Wählern verlässliche Aussagen. So verlangen 72 Prozent der Befragten von den Moderatoren der Debatten, dass sie auf Fehlinformationen der Kandidaten aufmerksam machen. Nachdem sich Clinton und Trump zuletzt scharf attackiert hatten, wünschen sich zudem 61 Prozent Debatten ohne solche Verbalangriffe.

100 Millionen Zuseher bei TV-Duell erwartet

Den ersten Schlagabtausch dürften 100 Millionen Zuschauer verfolgen. Rund sechs Wochen vor der Wahl am 8. November sind einer am Freitag veröffentlichten Reuters/Ipsos-Erhebung zufolge insgesamt rund 22 Prozent der potenziellen Wähler noch unentschlossen. Die bisher in Umfragen führende Clinton hat zuletzt einen großen Teil ihres Vorsprungs eingebüßt: Die ehemalige Außenministerin kommt inzwischen auf 41 Prozent, der Geschäftsmann Trump auf 37 Prozent.

Der zu Facebook gehörende Virtual-Reality-Spezialist Oculus ist unterdessen um Schadensbegrenzung bemüht, nachdem die heimliche Unterstützung des Lagers von Donald Trump durch Gründer Palmer Luckey für Spannungen mit Spieleentwicklern gesorgt hat. Der 24-jährige Luckey räumte am Wochenende in einem Facebook-Eintrag ein, er habe mit 10.000 Dollar die Organisation Nimble America unterstützt, die eine aggressive Plakat-Kampagne gegen Trumps Rivalin im Kampf um das US-Präsidentenamt, Hillary Clinton, organisierte.

“Es tut mir sehr leid, dass mein Vorgehen negative Folgen für die Wahrnehmung von Oculus und dessen Partner hat”, schrieb Luckey. Nachdem seine Unterstützung von Nimble America vergangene Woche durch einen Bericht der Website “The Daily Beast” bekanntgeworden war, hatten mehrere Software-Entwickler angekündigt, keine Spiele mehr für Oculus zu entwickeln.

Oculus ein Pionier bei virtueller Realität, in diesem Jahr brachte die Firma nach jahrelanger Entwicklung die Brille Rift auf den Markt, mit der man in künstliche Welten eintauchen kann. Das Oculus-Gerät konkurriert mit der Brille Vive von HTC, von Sony kommt im Oktober ein ähnliches Gerät für die Spielekonsole Playstation. Facebook hatte Oculus für zwei Milliarden Dollar gekauft, an Luckey sollen dabei Medienberichten zufolge rund 700 Millionen Dollar geflossen sein.

Luckey betonte zugleich in seinem Eintrag, dass er Nimble America als Privatperson unterstützt habe. Stimmen bei der Wahl wolle er für der libertären Kandidaten Gary Johnson. Oculus-Chef Brendan Iribe betonte, jedem in der Firma stehe es frei, die Sachen zu unterstützen, die ihnen am Herzen lägen, “egal, ob wir diese Ansichten teilen oder nicht”. Er wisse, dass Luckey die Situation sehr bedauere.

(APA/ag./dpa)

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