Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht auch in Salzburg

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In der Menge soll es am Residenzplatz in der Stadt Salzburg zu Silvester zu sexuellen Belästigungen von Frauen gekommen sein. In der Menge soll es am Residenzplatz in der Stadt Salzburg zu Silvester zu sexuellen Belästigungen von Frauen gekommen sein. - © Neumayr/Archibild
Seit den massenhaften Übergriffen auf Frauen in Köln, melden sich jetzt auch zahlreiche Salzburgerinnen zu Wort, die in der Silvesternacht am Residenzplatz nach eigenen Aussagen Ähnliches erlebt haben. Die Anzeigen häufen sich, mittlerweile bestätigt die Polizei insgesamt fünf Vorfälle. In einem Fall wurde eine 22-Jährige von acht bis zehn Männern eingekesselt und sexuell belästigt. 

Zahlreiche Salzburgerinnen wenden sich vor allem über Facebook an die Öffentlichkeit. Sie schildern ihre persönlichen Erlebnisse und wollen andere Frauen vor Übergriffen warnen.

Demnach wurden die Frauen und junge Mädchen zu Silvester am Residenzplatz von Männern belästigt, bedrängt, „Zungen in die Ohren gesteckt, in den Schritt gefasst usw. – NICHTS, absolut NICHTS wurde dagegen getan“, schreibt eine Userin, die die Ereignisse in der Silvesternacht in Salzburg beschreibt.

Facebook/Screenshot Eine Frau wendet sich an die Öffentlichkeit./Facebook/Screenshot ©

“Weit und breit keine Polizei”

Eine Betroffene schildert etwa, dass sie weit und breit keine Polizei gesehen hätte. Sie habe die Belästigung zwar der Security gemeldet, passiert sei aber nichts.

„Ich habe selbst diese Erfahrungen machen müssen und habe bereits Kontakt zu anderen Frauen, die in Salzburg auf wirklich unzumutbare Art und Weise Bekanntschaft mit solchen Übergriffen erleben mussten. Der Security war bzw. ist dieses Problem sehr wohl bewusst, was alles noch verschlimmert, weil NICHTS unternommen wurde“ schildert eine zweite Betroffene auf Facebook.

Opfer will “andere Frauen warnen”

Und eine weitere Betroffene meldet sich ebenfalls zu Wort: „Ich und zwei weitere Freundinnen haben ähnliches erlebt (wie oben beschrieben). Zwar nicht zu Silvester aber auch um diesen Zeitraum. Ich habe gestern einen öffentlichen Post darüber geschrieben um andere Frauen zu ‘warnen’, musste diesen jedoch aufgrund der Anfeindungen und Beleidigungen wieder auf “privat” umstellen.. !!“, schreibt die Frau.

22-Jährige von zehn Männern eingekesselt und belästigt

Auf Anfrage von SALZBURG24 waren der Polizei am Vormittag zunächst zwei, später fünf Fälle bekannt, bei denen Frauen in der Stadt Salzburg sexuell belästigt wurden. Dass die Übergriffe erst jetzt publik wurden, habe aber nicht mit Verschweigen zu tun, sagte eine Polizeisprecherin. Vielmehr dürfte erst die umfangreiche Medienberichterstattung Betroffene dazu animiert haben, sich zu melden.

Konkret hat eine 22-Jährige am 4. Jänner bei der Polizeiinspektion Rathaus Anzeige wegen sexueller Belästigung und Diebstahl gegen Unbekannt erstattet. Die junge Frau wurde in der Silvesternacht von einer Gruppe von acht bis zehn Männern eingekesselt. Dann wurde sie von zwei der Männern begrabscht und betatscht. “Im Zuge dessen wurde ihr auch das Handy gestohlen”, schildert Valerie Hillebrand, Pressesprecherin der Polizei Salzburg den Vorfall. Laut Beschreibung des Opfers dürfte es sich bei den Verdächtigen um junge Männer “ausländischer Herkunft” handeln. “Mehr kann ich zu dem Fall nicht sagen, da die Ermittlungen laufen”, so Hillebrand. Ermittelt werde durch das Landeskriminalamt, heißt es.

Sexuelle Belästiung: Weitere Vorfälle in Salzburg

In der Silvesternacht wurde eine 17-jährige Flachgauerin von einem 23-jährigen Syrer duch eine Feuerwerksbatterie verletzt. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 23-Jährige kurz zuvor eine 20-Jährige aus Bayern sexuell belästigt hatte. Der Mann wurde angezeigt, auch in dem Fall laufen die weiteren Erhebungen der Polizei.

Bei einem weiteren Vorfall am Mittwoch in der Salzburger Innenstadt am Mittwoch hat die Polizei einen 24-jährigen Afghanen festgenommen. Der Mann hatte zuvor vor einem Lokal eine 28-jährige Salzburgerin sexuell belästigt. Türsteher hielten den 24-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Ebenfalls am Dreikönigstag erhielt die Polizei ein Mail mit ähnlichem Sachverhalt. Auch hier hat das Landeskriminalamt Salzburg die Ermittlungen übernommen.

Am Donnerstag wurde schließlich ein weiterer Fall bekannt. Ein 28-jähriger Afghane belästigte in der Silvesternacht um 1:20 Uhr eine 58-jährige Salzburgerin am Residenzplatz sexuell. Der Mann wird angezeigt, so die Polizei, die nach unserem Bericht am Donnerstag eine offizielle Aussendung zu den Vorfällen veröffentlichte.

“Er leckte ihr Gesicht ab”

OE24.at zitiert am Donnerstag weitere angebliche Opfer, die am 26. Dezember in der Salzburger Altstadt von einer Gruppe von zehn bis 15 Männern angegriffen worden sein sollen. „Einer nahm meine Freundin in den Schwitzkasten. Er schmuste und leckte ihr Gesicht ab.“ Auch die Freundinnen, die keine Anzeige erstatteten, posteten eine Warnung an andere Salzburgerinnen auf Facebook: „An alle Mädels. Bitte passt auf, wenn ihr als Mädchengruppe oder allein in der Salzburger Altstadt unterwegs seid.“

Offenbar vermehrt Anzeigen wegen Sexualdelikten

Wie Robert Holzleitner von der Staatsanwaltschaft Salzburg gegenüber OE24 bestätigt, gebe es vermehrt Anzeigen wegen Sexualdelikten. Detaillierte Zahlen werden aber nicht genannt.

Ob es sich bei den Schilderungen der Frauen auf Facebook um Einzelfälle handelt oder ob es in der Silvesternacht in Salzburg tatsächlich auch zu massenhaften Übergriffen durch Männergruppen auf Frauen gekommen ist, kann zum momentanen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Mögliche weiteren Opfern wird empfohlen, Anzeige zu erstatten, denn erst dann kann die Polizei aktiv werden. Derartige Fälle mit ähnlichem Sachverhalt werden von jeder Polizeiinspektion entgegengenommen.

(SALZBURG24)

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