Übernahme von Zielpunkt-Filialen erhöhte Spar-Marktanteil 2016

Akt.:
Einzelne Zielpunkt-Filialübernahmen lassen bei Spar die Kassen klingeln.
Einzelne Zielpunkt-Filialübernahmen lassen bei Spar die Kassen klingeln. - © APA/SALZBURG24
Die Übernahme von 28 Zielpunkt-Filialen, die Eröffnung neuer Spar-Standorte und Modernisierungen sowie Erweiterungen haben den Marktanteil von Spar in Österreich 2016 um 1,1 Prozentpunkte auf rund 31,3 Prozent steigen lassen. Der Umsatz des Spar AG Konzerns erhöhte sich im Jahresabstand um 5 Prozent auf 5,82 Mrd. Euro, das Ergebnis nach Steuern stieg um 14,5 Prozent auf 74,8 Mio. Euro. Daran änderte auch die Rekord-Kartellstrafe von 30 Millionen Euro nichts.


Spar habe im österreichischen Lebensmittelhandel zum sechsten Mal innerhalb der letzten sieben Jahre das größte Marktanteilswachstum in der Branche erzielt, schreibt die Spar Österreichische Warenhandels-Aktiengesellschaft in ihrem Lagebericht 2016. Die Handelsspanne der Spar AG Gruppe lag über alle Geschäftsbereiche hinweg bei 33,61 Prozent (2015: 33,75 Prozent). Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel soll 2016 nach vorläufiger Schätzung auf Basis von Nielsen-Daten nur um 1,9 Prozent gewachsen sein.

Gute Geschäfte für Spar im Osten

Der Spar-Lebensmittelhandel in Österreich habe mit einem Umsatzplus von 5,15 Prozent “besonders stark zur positiven Entwicklung im Kerngeschäft beigetragen”, zeigte sich die Handelskette zufrieden. Auch gut lief es für Spar in Ungarn und Kroatien. “Diese Entwicklungen sind in Anbetracht der starken Wettbewerbssituation und dem erheblichen Preisdruck im Lebensmittelhandel durchaus erfreulich”, heißt es im Jahresbericht.

Spar laut eigenen Angaben einer der größten Steuerzahler

Der Bruttoverkaufsumsatz aller drei Geschäftsfelder der Spar Holding AG – Lebensmittelhandel, Sportfachhandel und Shopping-Center – stieg um 4,8 Prozent auf 13,8 Mrd. Euro. An über 3.000 Standorten in Österreich und in sieben Nachbarländern beschäftigt der Konzern über 77.400 Personen, davon 3.400 Lehrlinge. In Österreich hat der Spar-Konzern rund 42.800 Beschäftigte. Nach eigenen Angaben hat die Spar Holding AG über 620 Mio. Euro an Steuern, Abgaben und SV-Beiträgen in Österreich geleistet und zählt damit hierzulande zu einem der größten Steuerzahler.

Die Insolvenz der Supermarktkette Zielpunkt (Marktanteil 2,5 Prozent) im November 2015 hatte damals 229 Supermarkt-Standorte, davon mehr als die Hälfte in Wien, auf den Markt gebracht. Nach Genehmigung des zuständigen Kartellgerichts sicherte sich Spar 28 Standorte. Einzelne Filialen wurden in der ersten Jahreshälfte 2016 als Spar-Märkte wiedereröffnet. Bis Ende 2016 wurde der Umbau von fast allen Standorten abgeschlossen.

Auch Rekordstrafe kann Supermarktkette nichts anhaben

Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs als Kartellobergericht musste Spar wegen vertikaler Preisabsprachen im Geschäftsjahr 2016 eine Strafzahlung in Höhe von 30 Mio. Euro überweisen und zahlte außerdem ein “Settlement” in Höhe von 10,2 Mio. Euro. “Da in den Vorjahren Risikovorsorgen in ausreichendem Umfang gebildet wurden, führte diese Zahlung zu keinem zusätzlichen Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres”, heißt es im Konzern-Lagebericht. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat in den vergangenen Jahren wegen des Verdachts auf illegale vertikale Preisabsprachen in Österreich zahlreiche Handelsketten und Lebensmittelproduzenten genau unter die Lupe genommen, viele Unternehmen mussten Strafzahlungen leisten. Die Billa-Mutter Rewe zahlte im Rahmen eines “Settlements” im Jahr 2013 rund 20,8 Mio. Euro, die größte Molkerei Österreichs, die Berglandmilch, musste 1,125 Mio. Euro zahlen.

Für 2017 plant die Spar Holding, die Investitionen auf Vorjahresniveau zu halten. Es sollen wieder über 600 Mio. Euro im In- und Ausland in die Modernisierung und Expansion investiert werden, etwa in die Übernahme aller 62 Billa-Standorte in Kroatien.

(APA)

Leserreporter
Feedback


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen