Umfragen zur BP-Wahl sehen Kopf-an-Kopf-Rennen

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Zuletzt hatte Hofer bei Umfragen leicht die Nase vorne
Zuletzt hatte Hofer bei Umfragen leicht die Nase vorne - © APA (Archiv)
Die Bundespräsidentschaftswahl am 4. Dezember wird mit Spannung erwartet, der Ausgang ist völlig offen. Darauf deuten auch die Umfragen der letzten Monate hin, die allesamt ein extrem knappes Kopf-an-Kopf-Rennen prognostizieren. In den meisten der jüngeren Erhebungen hat Norbert Hofer die Nase minimal vorne, der Abstand zu Alexander Van der Bellen beträgt allerdings meist nur wenige Prozentpunkte.

Angesichts der Schwankungsbreiten der veröffentlichten Umfragen lässt sich daher auch nicht im Ansatz seriös ablesen, welcher der beiden Kandidaten mit einem Vorteil in die Wiederholung der Stichwahl geht. Die zuletzt veröffentlichte Umfrage (Unique Research-Institut für ATV und Tageszeitung “heute” unter 1.500 Befragten) vom 18. November sah Van der Bellen mit 51 Prozent knapp vor Hofer mit 49 Prozent der Stimmen. Die Schwankungsbreite wurde mit 3,1 Prozentpunkten angegeben, womit auch hier offen bleibt, wer letztendlich die besseren Chancen hat.

In fünf davor veröffentlichten Umfragen des Gallup-Instituts (zwischen 19. September und 17. November) lag stets Hofer knapp in Führung – mit 50 bis 52 Prozent der Stimmen. Die Schwankungsbreite dieser Umfragen beträgt zwischen 3,4 und vier Prozent – womit ebenfalls Aussagen über den Ausgang der Wahl nicht seriös zu treffen sind. Davor hatte in einer Unique-Research-Umfrage (800 Befragte) vom 9. September Van der Bellen mit 51 Prozent knapp die Mehrheit.

Verändert hat sich seit der aufgehobenen Stichwahl vom 22. Mai im erhobenen Stimmungsbild nur wenig. Schon im Juni und Juli zeichnete sich ein ähnliches Bild mit wechselnden Vorteilen für die Kandidaten mit jeweils nur wenigen Prozentpunkten Abstand. Und so kam es dann auch bei der Wahl: Im vorläufigen Endergebnis ohne Briefwahl lag Hofer mit 51,93 Prozent vorne, Montagabend nach Auszählung der Briefwahlstimmen war Van der Bellen der Sieger mit 50,35 Prozent. Ähnlich könnte es auch bei der Wahlwiederholung am 4. Dezember kommen.

Mit den genauen Vorgaben der Verfassungsrichter für die Auszählung der Briefwahl begründet jetzt der Tiroler Landesamtsdirektor Josef Liener, dass die Auswertung diesmal wesentlich länger – vielleicht sogar bis Dienstag – dauern könnte. Am 23. Mai waren jedoch alle Wahlkarten schon vor 17.00 Uhr ausgezählt – auch in der Vielzahl der Bezirkswahlkreise, die gesetzeskonform gearbeitet haben.

Dabei hatten sie eine Rekordmenge an Briefwahlstimmen auszuwerten: 759.968 Stimmen bzw. 16,4 Prozent der Stimmen wurden per Briefwahl abgegeben. Es gab um fast 40 Prozent mehr Briefwähler als bei der Nationalratswahl 2013. Und schon die Zahl der Wahlkarten-Anträge – 885.437 – war weit höher als je zuvor.

Ob auch bei der jetzigen Adventswahl so viele Österreicher die Briefwahl nützen wie im sommerlich-warmen Mai ist fraglich. Die Hochrechner gehen davon aus, dass es diesmal etwas weniger Briefwähler geben könnte. Wissen wird man das am Freitag, 2. Dezember. Dann veröffentlicht das Innenministerium die Zahl der ausgestellten Wahlkarten.

Marion Marechal-Le Pen, die 26-jährige Nichte von Marine Le Pen, der Chefin der französischen rechtsextremen Front National (FN), rechnet unterdessen mit einem Wahlerfolg Hofers bei der Stichwahl in Österreich. Nach der Wahl von Donald Trump in den USA sei sie optimistisch, dass es in Österreich zu einem Sieg Hofers kommen werde.

“Die Teile des Puzzles kommen in die richtige Ordnung. Das ist das Ende der alten Welt”, betonte Marion Le Pen bei einem Treffen mit dem Chef der ausländerfeindlichen italienischen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, am Freitagabend in Florenz.

(APA)

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