UNO-Klimakonferenz – Ban hofft auf Sinneswandel Trumps

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Ban hat bereits mit Trump telefoniert
Ban hat bereits mit Trump telefoniert - © APA (AFP)
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Hoffnung geäußert, dass der designierte US-Präsident Donald Trump seine Haltung zur Klimapolitik ändert. Er sei davon überzeugt, dass Trump “den Ernst und die Dringlichkeit, dem Klimawandel zu begegnen, verstehen” werde, sagte Ban am Dienstag bei der UNO-Klimakonferenz im marokkanischen Marrakesch.

“Die ganze Welt” engagiere sich gegen den Klimawandel, sagte Ban. “Ich bin mir sicher, als Präsident der USA wird er das verstehen, er wird zuhören, er wird seine Wahlkampf-Aussagen ändern.” Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, er werde als Präsident das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen. Die Klimaerwärmung nannte er in einer Twitter-Mitteilung einen “Scherz”. Ban hatte mit Trump nach dessen Wahlsieg telefoniert, verriet aber nicht, was der Immobilienmilliardär ihm sagte. Er werde noch einmal persönlich mit Trump sprechen, um über den Klimawandel zu reden, sagte der UNO-Generalsekretär, der nur noch bis Jahresende im Amt ist. Trump wird am 20. Jänner ins Amt eingeführt.

Bei der Klimakonferenz in Marrakesch geht es um die Umsetzung der Klimaschutzziele von Paris. Die Weltgemeinschaft hatte sich in der französischen Hauptstadt im Dezember 2015 darauf verständigt, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von deutlich unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Die bisher vorliegenden nationalen Zusagen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes reichen dazu allerdings bei weitem nicht aus.

In den kommenden Tagen werden die Staats-, Regierungschefs und Minister über das weitere Vorgehen zu beraten. Die Verhandlungen beschäftigen sich zudem mit der Vorbereitung einer größeren “Überprüfung” der nationalen Klimaschutzpläne, die im Jahr 2018 stattfinden soll. In diesem Jahr wird dann auch ein Bericht des Weltklimarates mit Szenarien zur Erreichbarkeit des 1,5 Grad-Ziel erwartet. Die Umweltorganisation Global 2000 unterstrich in einer Aussendung die Wichtigkeit, dass alle Zusagen, sowohl was Treibhausgasminderungen, als auch was finanzielle und technologische Unterstützung von Entwicklungsländern betrifft, Teil einer umfassenden Überprüfung sein müssen. “Weiters müssen die Vorbereitungen zum Review im Jahr 2018 jetzt dafür genutzt werden, um die Beiträge der Staaten an die vorgegebenen Anforderungen anzupassen”, schrieb die NGO.

Papst Franziskus hat die Weltgemeinschaft unterdessen erneut zur Einhaltung der Klimaziele aufgefordert. “Das Abkommen von Paris hat einen klaren Weg aufgezeigt, an den sich die gesamte internationale Gemeinschaft halten soll”, sagte er in einer Botschaft an die Teilnehmer der laufenden UNO-Klimakonferenz.

(APA/AFP)

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