Uni Salzburg rechnet für 2009 mit kaum bewältigbarem Ansturm

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Uni Salzburg rechnet für 2009 mit kaum bewältigbarem Ansturm

Salzburg – Bei der derzeit laufenden Inskription sorgt die vom Nationalrat beschlossene Abschaffung der Studiengebühren für viel Verwirrung unter den Studierenden. S24-Interview mit Vizerektor Mosler 

Doch die wirklichen Probleme erwartet Rudolf Mosler, für die Lehre zuständiger Vizerektor der Universität Salzburg, erst im nächsten Jahr: Dann werde es besonders in den Massenfächern zu einem kaum bewältigbaren Ansturm an Studierenden kommen, glaubt Mosler.

“Die große Herausforderung wird es sein, den Studierenden erträgliche Rahmenbedingungen zu bieten”, sagte Mosler am Dienstag bei einem Pressegespräch. Man müsse gerade in den ohnehin schon überlaufenen Fächern Kommunikationswissenschaft, Biologie, Pädagogik und Psychologie für zusätzliche Lehrende und neue Räumlichkeiten sorgen. Knock-out-Prüfungen werde es nicht geben. Es sei aber sicher unumgänglich, die Studieneingangsphase zu adaptieren, um schon in den ersten Semestern jene Studierenden herauszufiltern, die wirklich Interesse und Begabung für ein Fach mitbrächten.

Dass der Wegfall der Studiengebühren zu Einnahmenverlusten bei den Universitäten führen werde, glaubt Mosler nicht. Schließlich stehe im Gesetz, dass die Gebühren den Universitäten ersetzt werden. Als Jurist vertrete er die Ansicht, dass die Universitäten damit einen Rechtsanspruch auf Abgeltung haben. “Wir werden sehr genau darauf achten, dass das auch passiert”, meinte Mosler.

Mosler geht davon aus, dass künftig in Salzburg noch mehr Studierende aus Deutschland inskribieren werden. In Bayern würden mittlerweile Studiengebühren in der Höhe von 500 Euro eingehoben und es gebe in vielen Fächern rigide Zugangsbeschränkungen. Schon jetzt liegt der Anteil der Deutschen an den Erstsemestrigen in der Kommunikationswissenschaft bei 40 bis 50 Prozent.

Für heuer rechnet der Vizerektor an der Universität Salzburg mit einem Anstieg der Studierenden auf rund 13.500 Personen. Im vergangenen Jahr waren es 13.178 Studierende. Eine Erhöhung, die im Durchschnitt der vergangenen Jahre liegt. Knapp ein Viertel der Salzburger Studierenden kommt aus dem Ausland.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen setzt die Universität Salzburg einen Schwerpunkt auf die Qualitätsverbesserung in der Lehre. Morgen, Mittwoch, findet erstmals ein “Tag der Lehre” statt, bei dem die Sieger eines Ideenwettbewerbs zur Verbesserung der Studienbedingungen vorgestellt werden. Auch Projekte im Bereich innovativer Lehre werden prämiert. Im Rahmen von Zielvereinbarungen mit allen Fachbereichen wurden außerdem Verbesserungsmaßnahmen in der Lehre festgelegt, sagte Mosler.



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