31. Mai 2010 13:31; Akt.: 27.09.2011 16:42

Unis: Burgstaller für Aufnahmeverfahren in Massenfächern

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller will Aufnahmeverfahren in Massenfächern diskutieren. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller will Aufnahmeverfahren in Massenfächern diskutieren. - © Neumayr
Salzburg – Für eine ernsthafte Diskussion über Aufnahmeverfahren in Massenfächern an den Universitäten spricht sich Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) aus.

Das Verhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden müsse wieder stimmen, so Burgstaller bei einer Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden der Universitätenkonferenz (uniko), Hans Sünkel, am Montag in Salzburg. “Die Massenfächer sind eine Zumutung.”

Sünkel forderte erneut eine Gleichbehandlung zwischen Universitäten sowie Pädagogischen Hochschulen (PH) und Fachhochschulen (FH). Es bestehe sowohl bei der Finanzierung als auch bei den Zugangsregelungen eine “nicht mehr tolerierbare Ungleichbehandlung”, sagte Sünkel.

Während FH und PH eine Finanzierung pro Studienplatz und fixe Kapazitäten bzw. Aufnahmeverfahren hätten, gebe es bei den Universitäten Globalbugets und keinen geregelten Zugang, kritisierte Sünkel. Die Universitäten könnten als höchste Bildungseinrichtung des Landes ihre Studierenden nicht bzw. nur mittels einer Notfallverordnung auswählen. “Die Notfallsverordnung ist eine Schande”, meinte der Rektorenchef. Die Neuregelung des Uni-Zugangs sei ein Gebot der Stunde.

In den kommenden Wochen wollen die Rektoren, die bei ihrem Treffen eine Resolution gegen das angekündigte Einfrieren der Universitätsbudgets überlegen, in der Bundesregierung Überzeugungsarbeit leisten, dass in Bildung und Forschung weiter investiert werde. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsse man im Bildungsbereich antizyklisch agieren und dürfe nicht auf die Bremse treten, forderte Sünkel.

Unterstützung für ihre Forderungen erhalten die Rektoren von Burgstaller: Die angedrohte Kürzung der Uni-Budgets sei eine Katastrophe. Einfach Einsparungen anzukündigen, sei keine Lösung. Salzburg brauche weiterhin Investitionen in die Universität. Das Land Salzburg werde die Universität dabei unterstützen, die geplante ScienceCity in Itzling zu realisieren. Burgstaller stellte dafür “mehrere Millionen Euro” in Aussicht.

Allein das Gebäude werde elf Mio. Euro kosten, sagte Rektor Heinrich Schmidinger. Die Erweiterung der Naturwissenschaftlichen Fakultät sei angesichts wachsender Studierendenzahlen dringend notwendig. Der Salzburger Rektor geht davon aus, dass im Herbst die Studierendenzahlen von derzeit rund 16.000 auf 17.000 oder 18.000 steigen werden. Das sei ohne zusätzliche finanzielle Mittel nicht bewältigbar. Der Andrang sei unter anderem auf doppelte Maturajahrgänge in Deutschland zurückzuführen, begründete Schmidinger.

Sünkel betonte, dass 60 Prozent der Studierenden zehn Prozent der angebotenen Fächer belegten. Bei Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gebe es hingegen freie Plätze. Diese Schieflage müsse man deshalb mit einer Kontingentierung einerseits und einem Anreizsystem andererseits lösen, präzisierte Sünkel die Forderung zur Neuordung des Uni-Zugangs.

Was den starken Andrang deutscher Studierender auf österreichiche Universitäten betrifft, sprach sich Burgstaller für eine europaweite Lösung aus. Die Kosten für die Studienplätze sollten zwischen den Staaten gegeneinander aufgerechnet werden. “Es kann nicht sein, dass man die Jugend des Nachbarlandes zum Nulltarif ausbilden lässt”, appellierte Sünkel an Verständnis beim deutschen Nachbarn für die schwierige Situation an heimischen Universitäten.

Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung sieht Sünkel im Hochschulbereich auch. Als Beispiel nannte er den Standort Graz, wo die Universitäten eng kooperieren und ein gemeinsames Angebot hätten. Sünkel sprach sich außerdem für einen Hochschulplan für den gesamten tertiären Sektor sowie die Einsetzung einer kleinen, schlagkräftigen Gruppe aus, um ein Konzept für die Zukunft der Hochschullandschaft zu erarbeiten. Den Hochschuldialog, den die Rektoren vor einigen Wochen verlassen haben, sieht Sünkel nicht als geeignete Plattform für solche Konzepte an: “Eine Gruppe von 50 Personen kann schön diskutieren, ist aber nicht im Stande, strategische Modelle zu entwickeln.”


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