Unis suchen nach Strategien für Plagiatbekämpfung

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Die Universitäten sollten die Möglichkeit erhalten, bei Plagiatsfällen je nach Art des Fehlverhaltens differenziert vorzugehen. Diese Vorgehensweise regte ein Arbeitskreis bei der Plagiatstagung der Universitätenkonferenz (uniko) und der Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) am Donnerstag an. Außerdem brauche es Verjährungsregeln sowie Maßnahmen gegen Ghostwriting.


“Wir müssen hier sehr gestuft vorgehen”, so die Vizerektorin der Uni Wien, Christa Schnabl. “Das geht von der Rückmeldung: ‘Das, was Sie da machen, geht nicht’ über den Auftrag zu Verbesserungen und die Verpflichtung zum Themenwechsel bis zum zeitlichen Ausschluss vom Studium. Wir müssen ein differenziertes Vorgehen ermöglichen, um die verschiedenen Grauzonen abzudecken und nicht mit einer einzigen Maßnahme hinschlagen.”

Nötig seien auch Regelungen über Verjährungsbedingungen. Die Aberkennung eines Titels etwa habe sicher nur bis zu einer gewissen Zeit Sinn, meinte Schnabl. Dringend unterbunden werden müsse außerdem das Ghostwriting, also das Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten für andere, meist gegen Entgelt. Gewerbliches Ghostwriting solle verboten werden, ansetzen müsse man dabei bei den Anbietern. Weiters müsse diskutiert werden, die Pflicht zur Veröffentlichung von Arbeiten umfassender zu gestalten. Überlegenswert sei etwa die Einführung einer elektronischen Veröffentlichungspflicht, um so eine Art Kreislauf des Einspeisens geprüfter Arbeiten zu initiieren und damit Plagiate zu erschweren.

Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) will beim Thema Plagiate auf Prävention statt Strafen setzen. So gehe etwa die Forderung der uniko nach einer Verschärfung der geplanten Plagiatsregeln zu weit. “Es darf nicht sein, dass Studierenden bereits am Beginn ihres Studiums mit Sanktionen gedroht wird und sie bei einem Verstoß sofort der Universität verwiesen werden können”, so der stellvertretende ÖH-Chef Bernhard Lahner (Fraktion Engagierter Studierender/FEST) in einer Aussendung. Studierende müssten von Anfang an lernen, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniere, was ein Plagiat überhaupt sei und wie man ein solches erkennen und vermeiden könne. Sanktionen dürften außerdem nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit verhängt werden.

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