Unser Adventkranz kommt aus Hamburg

Viele binden ihren Adventkranz auch heute noch selbst.
Viele binden ihren Adventkranz auch heute noch selbst. - © LMZ/Neumayr/Leo
Der Advent gilt als Besinnungs- und Vorbereitungszeit. Ursprünglich dauerte er von 11. November bis 6. Jänner. Mit dieser vorweihnachtlichen Zeit eng verbunden ist der Adventkranz, der jedoch eine relativ junge Erscheinung ist. Er bürgerte sich im Alpenraum erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein, zuerst in den protestantischen Städten, dann auch auf dem Land.

“Nicht nur für Menschen mit religiösem Bekenntnis ist der Adventkranz heute mittlerweile ein unverzichtbares Requisit, das Ruhe, Besinnung und Werte zwischenmenschlicher Kommunikation ins Bewusstsein ruft”, informiert Ulrike Kammerhofer, Leiterin des Salzburger Landesinstituts für Volkskunde.

Erster Adventkranz hatte 24 Kerzen

Als Erfinder des Adventkranzes gilt der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern. In seinem Haus, einer Wohnstätte für sozial gefährdete Jugendliche in Hamburg hängte er 1839 einen Holzleuchter mit vier großen und 19 kleinen Kerzen auf. Der Schmuck mit Tannenreisig (ab 1860) führte im Lauf des späten 19. Jahrhunderts zum Adventkranz, wie er heute bekannt ist.

Adventkranz als Zeichen der Hoffnung

Im Ersten Weltkrieg galten Adventkränze als Hoffnungszeichen in den Lazaretten und verbreiteten sich so allmählich auch in katholischen Gebieten.

“Die Symbolik bezieht sich auf den Advent als geschlossene Zeit der Erwartung, auf den Kreislauf des Lebens, der mit Christus durch ein Leben über den Tod hinaus Ewigkeit erlangt. Das Grün symbolisiert die Farbe der Hoffnung und des Lebens. Und auch die Kerzen bedeuten das zunehmende ‘Licht Christi’, das die Finsternis der Erbsünde auslöscht und wieder neues Leben für die Menschen bedeutet”, so Kammerhofer.

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