28. Juli 2010 08:06; Akt.: 28.07.2010 08:06

Urlaubszeit ist Einbruchszeit: So kann man sich schützen

Technische Sicherheitsmaßnahmen und aufmerksame Nachbarn schrecken Täter ab. Technische Sicherheitsmaßnahmen und aufmerksame Nachbarn schrecken Täter ab. - © BilderBox
Salzburg – Sommerzeit ist Urlaubszeit - das gilt allerdings nicht für Einbrecher, denn für sie bietet die Abwesenheit der Bewohner gute Gelegenheiten für Einbrüche.

Technische Sicherheitsmaßnahmen und soziale Kontrolle durch eine gut funktionierende Nachbarschaft schrecken Täter ab. Die psychischen Folgen eines Einbruchs werden oft unterschätzt.

Von Jänner bis Juni gab es 165 Einbruchsdiebstähle in Einfamilienhäuser und Wohnungen in Salzburg. Laut Kriminalstatistik ist die Zahl der Einbrüche im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

Dennoch passierten in den Monaten Jänner bis Juni 2010 in Österreich 5.270 Einbrüche in Wohnungen und 4.208 Einbrüche in Einfamilienhäuser und damit mehr als 50 Einbrüche pro Tag. 

Im Bundesland Salzburg wurden von Jänner bis Juni 2010 laut Auskunft des Landeskriminalamtes 65 Wohnungseinbrüche und 100 Einbrüche in Einfamilienhäuser angezeigt, das sind durch­schnittlich sechs Einbrüche pro Woche.  „Aus Täterbefragungen wissen wir, dass schon einfache Schutzmaßnahmen ausreichen, um Täter abzuschrecken. Denn für Einbrecher sind die ersten Minuten entscheidend: Gelingt es nicht, schnell in das Haus oder die Wohnung einzudringen, wird meist ein anderes Objekt ausgewählt“, sagt Rainer Kolator, Leiter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) in Salzburg.

Sicherheitstüren, Fenstersicherungen sowie Alarmanlagen sind daher wichtige Maßnahmen, um Täter abzuschrecken. „Einbrecher scheuen gut gesicherte Wohnungen und Häuser, denn je länger es dauert, Sicherheits­vor­kehrungen zu überwinden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie entdeckt und gefasst werden. Die Investition in technische Sicherungsmaßnahmen zahlt sich aus“, betont Kolator.

Nachbarschaftliche Beziehungen erhöhen die Aufmerksamkeit

Neben technischen Maßnahmen trägt auch die soziale Kontrolle durch Nachbarn dazu bei, die Wahrscheinlichkeit von Einbrüchen zu verringern. In einer gut funktionierenden Nachbarschaft ist die Aufmerksamkeit z.B. in Wohnhäusern gegenüber hausfremden Personen und ungewöhnlichen Geräuschen höher. Auch Nachbarschaftshilfe, wie das Entsorgen von Reklamematerial oder Zeitungen, während Bewohner auf Urlaub sind, beugt Kriminalität vor. „Einbrecher scheuen den Kontakt zu Bewohnern. Daher ist es besonders wichtig, Anwesenheit zu demonstrieren und Postwurfsendungen entfernen zu lassen. Auch das Ein- und Ausschalten von Beleuchtung und Radios mittels Zeitschaltuhren lässt Wohnungen und Häuser bewohnt wirken“, so Kolator.

Psychische Auswirkungen von Einbruch oft unterschätzt

Neben dem materiellen Verlust von Bargeld, Schmuck oder elektronischen Geräten haben Einbrüche aber meist auch psychische Auswirkungen. „Das Eindringen von Fremden in den eigenen Wohnbereich ist ein Eingriff in die Privatsphäre, der bei vielen Betroffenen dazu führt, dass sie sich im eigenen Heim nicht mehr sicher fühlen. Oft bleibt ein Gefühl von Angst und Unsicherheit“, erklärt Kolator. Die psychischen Folgen eines Einbruchs können Nervosität, Angst vor dem Alleinsein oder Schlafstörungen auslösen und im Extremfall als so belastend erlebt werden, dass sogar die Wohnung gewechselt wird.

Richtige Verhaltensweisen sind für Ihren Schutz genauso wichtig wie bauliche Maßnahmen.

• Sperren Sie Haus- bzw. Wohnungstüre beim Weggehen zu und lassen Sie keine Fenster oder Terrassen-/Balkontüren offen oder gekippt.

• Verstecken Sie keine Wohnungs- oder Hausschlüssel! Verstecke, die Sie möglicherweise für sicher halten, kennen Täter schon lange. Blumentöpfe, Fußmatten und dergleichen sind schnell in die Höhe gehoben.

• Verlassen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung für längere Zeit (z.B. Urlaub), sollten Sie mit Ihren Nachbarn Absprachen treffen, damit diese Ihren Briefkasten leeren, Rollläden öffnen und schließen und auch auf fremde Personen achten. Kurz gesagt: Das Haus soll bewohnt aussehen.

• Machen Sie auf Ihrem Anrufbeantworter keine Angaben zum Urlaub, sondern schalten Sie ihn einfach ab. Erzählen Sie fremden Personen nicht, wann und wie lange Sie auf Urlaub fahren.

• Nachbarschaftshilfe und Aufmerksamkeit erhöhen Ihre Sicherheit, da Einbrecher mit Gleichgültigkeit und Ignoranz rechnen.


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