US-Krankenschwester verließ Ebola-Zwangsquarantäne

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Obama hat Bedenken gegen Quarantäne
Obama hat Bedenken gegen Quarantäne
Im Streit um eine Zwangsquarantäne für heimgekehrte Ebola-Helfer hat eine Krankenschwester in den USA einen Sieg errungen. Die 33-Jährige wurde am Montag aus der Isolierung entlassen, nachdem sie sich heftig über die Bedingungen beschwert hatte. Sie war die erste, bei der die neuen Maßnahmen zum Schutz vor einer Ebola-Einschleppung angewandt worden waren.


Die Bundesstaaten New York und New Jersey, die die New Yorker Flughäfen John F. Kennedy und Newark verwalten, verteidigten die Zwangsquarantäne als nötig im Kampf gegen die tödliche Krankheit. Das Weiße Haus war hingegen skeptisch, ob das angemessen ist.

Die Krankenschwester Kaci Hickox aus Maine hatte sich beschwert, dass sie nach ihrem Hilfseinsatz in Sierra Leone am Freitag stundenlang “verhört” und dann in einem Zelt vor der Universitätsklinik Newark untergebracht worden sei. Obwohl sie keine Symptome gezeigt habe und zwei Bluttests negativ gewesen seien, hätte sie drei Wochen ohne Dusche und nur mit einer Chemietoilette ausharren sollen. Die 21 Tage gelten als maximale Inkubationszeit für Ebola.

Am Montag ließ der Staat New Jersey sie gehen. “Nach Gesprächen hat sie zugestimmt, in den Bundesstaat Maine zu fahren und sie macht das privat, nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln”, hieß es aus dem Büro von Gouverneur Chris Christie. Alle Tests seien negativ gewesen und in den letzten 24 Stunden habe die Frau keine Symptome der Krankheit gezeigt. Solange sie noch in New Jersey sei und auch in Maine werde sie weiter ständig untersucht.

Jeder Arzt oder andere Helfer, der von Westafrika kommend auf einem der internationalen Flughäfen New Yorks landet, muss seit vergangener Woche 21 Tage in Zwangsquarantäne. Darauf hatten sich die beiden Gouverneure von New York und New Jersey, Cuomo und Chris Christie, geeinigt. Der Airport Newark vor den Toren der Metropole gilt zwar als New Yorker Flughafen, liegt aber schon im Bundesstaat New Jersey. Auch Illinois (Chicago) und Florida (Miami) denken über solche Schritte nach.

New York und New Jersey hatten die Regeln am Sonntag gelockert. Nunmehr können Menschen, die keine Symptome zeigen, zu Hause in Quarantäne bleiben und sie erhalten eine Entschädigung für entgangenes Einkommen. Zweimal am Tag werden sie untersucht, Familienmitglieder dürfen bei ihnen bleiben.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich besorgt über den Umgang mit Ebola-Ärzten in den USA. Bei den Ärzten und Pflegern, die zur Behandlung von Ebola-Patienten nach Westafrika reisten, handle es sich um “außergewöhnliche Leute”, sagte Ban am Montag. “Sie sollten keinen Einschränkungen ausgesetzt werden, die nicht wissenschaftlich begründet sind. Wer sich infiziert, sollte unterstützt, nicht stigmatisiert werden.”

Australien stoppte am Montag die Emigration aus den von Ebola betroffenen Staaten. Antragstellern aus den westafrikanischen Ebola-Gebieten würden keine Einreisevisa mehr ausgestellt, sagte Einwanderungsminister Scott Morrison vor dem Parlament. Die Behörden gaben unterdessen Entwarnung nach einem Ebola-Verdachtsfall bei einer aus Guinea eingewanderten 18-Jährigen in Brisbane. Drei aus Guinea, Liberia und Sierra Leone eingereiste Familien standen weiter in ihren Wohnungen unter Quarantäne.

Belgien stellte Abschiebungen in die von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder in Westafrika ein, um das Begleitpersonal der Polizei nicht in Gefahr zu bringen. Solche Flüge seien schon seit Mitte August nach Liberia, Sierra Leone und Guinea ausgesetzt, um eine Ansteckung mitreisender Polizeibeamter mit dem Virus zu vermeiden, sagte eine Sprecherin der belgischen Bundespolizei.

Der neue Ebola-Koordinator der EU, Christos Stylianides, wird demnächst in die betroffenen Länder Westafrikas reisen. “In einer Krise wie Ebola ist es besser, weniger zu reden und mehr zu tun”, sagte er am Montag in Brüssel. Dabei müsse man auch ehrlich Fehler zugeben: “Bei Ebola hat die internationale Gemeinschaft die Dimensionen der Krankheit unterschätzt.”

“Ich werde deshalb in der zweiten Novemberwoche die Region besuchen, um unsere Solidarität zu zeigen”, kündigte Stylianides an. Dabei würden sich viele weitere Schritte entscheiden. Zwar sei schon viel initiiert worden, aber “es muss noch viel mehr geschehen”, unterstrich Stylianides. Ziel sei etwa, möglichst schnell 1.000 Behandlungsbetten zur Verfügung zu stellen. Diese Zahl solle dann in den kommenden Monaten auf 5.000 ausgebaut werden. Insgesamt benötige man dafür 40.000 Betreuer, da pro Bett acht Helfer nötig seien. Wenn davon 2.000 bis 3.000 aus dem Westen kämen, könne man von einem guten Start sprechen.

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