US-Senator kritisiert Verurteilung von Aung San Suu Kyi

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McConnell hält Kritik an Aung San Suu Kyi für kontraproduktiv
McConnell hält Kritik an Aung San Suu Kyi für kontraproduktiv - © APA (AFP/Getty Images)
Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi hat nach Angaben von US-Senator Mitch McConnell zugesagt, sich für humanitäre Hilfe für die muslimische Minderheit der Rohingya einzusetzen. Kritik an der Suu Kyi hält McConnell für nicht konstruktiv. Bisher hatte sich die Friedensnobelpreisträgerin auffallend zurück gehalten, wenn es um die Verurteilung der Gewalt gegen die Rohingya ging.

In einem Telefonat habe Suu Kyi zugestimmt, dass ein “sofortiger und verbesserter Zugang für humanitäre Hilfe” in die von dem Konflikt betroffene Region “notwendig” sei, sagte der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell am Donnerstag in Washington. “Und sie hat gesagt, dass sie darauf hinarbeitet.” McConnell ist ein langjähriger Freund Suu Kyis. Die Friedensnobelpreisträgerin ist wegen ihres Schweigens zum Schicksal der Rohingya international in die Kritik geraten. Der Senator warnte vor “unbegründeter Kritik”: Suu Kyi habe keine Kontrolle über das mächtige Militär, welches Myanmar 50 Jahre in seiner Hand hatte. Vergangene Woche hatten US-Senatoren einen Resolutionsentwurf vorgelegt, in dem die Gewalt gegen die Rohingya verurteilt und Suu Kyi zum Handeln aufgefordert wird.

Die “öffentliche Verurteilung” Suu Kyis sei “nicht konstruktiv”, sagte McConnell. Die Politikerin sei “die größte Hoffnung für demokratische Reformen” in Myanmar. Suu Kyi war wegen ihres Einsatzes für Demokratie jahrelang inhaftiert und unter Hausarrest, bevor sich die Militärjunta für demokratische Reformen öffnete.

Der seit Jahren andauernde Konflikt im Bundesstaat Rakhine war Ende August eskaliert, als Kämpfer der Rohingya-Rebellengruppe Arakan Rohingya Salvation Army (ARSA) eine Serie von Angriffen auf Soldaten und Polizisten begannen und dabei dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden seitdem getötet, Hunderttausende flüchteten ins benachbarte Bangladesch.

Die Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Weite Teile der buddhistischen Mehrheit in Myanmar betrachten sie als illegale Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele der Rohingya schon seit Generationen in Myanmar, dem ehemaligen Birma, leben. Ein Gesetz aus dem Jahre 1982 erklärte sie offiziell für staatenlos.

(APA/ag.)

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