US-Verteidigungsminister Mattis zu Gesprächen in Ankara

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Gesprächsthema sind die Konflikte in Syrien und im Irak
Gesprächsthema sind die Konflikte in Syrien und im Irak - © APA (AFP)
US-Verteidigungsminister James Mattis ist am Mittwoch zu Gesprächen über die Konflikte in Syrien und dem Irak in Ankara eingetroffen. Mattis traf seinen türkischen Kollegen Nurettin Canikli, am Nachmittag trifft er Präsident Recep Tayyip Erdogan. Im Zentrum der Gespräche dürfte die umstrittene US-Militärhilfe für die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien stehen.

Die US-Regierung schätzt die YPG als schlagkräftigen Verbündeten im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und unterstützt sie bei der Offensive auf die IS-Hochburg Raqqa mit Waffen, Luftangriffen und Spezialkräften. Die Türkei betrachtet die YPG aber wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation und fordert die Einstellung der US-Militärhilfe.

Erdogan machte am Dienstag erneut klar, dass die Türkei niemals einen kurdischen Staat an ihrer Grenze dulden werde. “Die Türkei wird niemals die Schaffung eines Terrorkorridors in Syrien zum Mittelmeer erlauben”, sagte Erdogan laut der Zeitung “Hürriyet” im Flugzeug auf dem Rückweg von einem Besuch in Jordanien und deutete eine Militärintervention gegen die Kurden an. “Wir werden einschreiten, was immer der Preis.”

Demnach würde sich die Intervention gegen die kurdische Region Afrin im Nordwesten Syriens richten. “Unsere Entschlossenheit hinsichtlich Afrin bleibt. Unsere Pläne laufen weiter wie vorhergesehen”, sagte Erdogan. Es wird schon seit Wochen über eine türkische Militäroperation in Afrin spekuliert. Erdogan deutete auch an, dass die Türkei in der Provinz Idlib intervenieren könnte, die derzeit von Jihadisten kontrolliert wird.

In Idlib hatte im Juli die Jihadistengruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS) die lange von der Türkei unterstützte Rebellenmiliz Ahrar al-Sham aus der Provinzhauptstadt Idlib vertrieben. Die USA reagierten alarmiert auf die Machtübernahme des einstigen Al-Kaida-Ablegers. Ein US-Vertreter gab der Türkei indirekt eine Mitschuld am Erstarken von HTS, was in Ankara auf Empörung stieß.

Ebenfalls auf der Agenda von Mattis in Ankara ist das geplante Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak. Mattis hatte am Dienstag bei einem Besuch in Erbil dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion, Massoud Barzani, gesagt, dass er die für den 25. September angesetzte Volksbefragung ablehne. Auch in Bagdad und bei den Nachbarn Iran und Türkei stößt das Referendum auf Ablehnung.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi in Bagdad, die Erwartung der Türkei sei “klar und einfach”. “Dieses Referendum sollte abgesagt werden”, sagte Cavusoglu. Er wollte später weiter nach Erbil reisen, um Barzani persönlich die Haltung der Türkei zum Referendum darzulegen.

(APA/ag.)

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