US-Vizepräsident Pence zu Nordkorea: “Das Schwert steht bereit”

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Mike Pence kündigt an: "Das Schwert steht bereit".
Mike Pence kündigt an: "Das Schwert steht bereit". - © AP/Eugene Hoshiko)
Nordkorea ist nach Einschätzung von US-Vizepräsident Mike Pence “die gefährlichste und akuteste Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit” in der Asien-Pazifik-Region.


In einer Rede an Bord des in Japan stationierten US-Flugzeugträgers “USS Ronald Reagan” warnte Pence Nordkorea am Mittwoch, die USA würden jeden Angriff zerschlagen und jeglichen Einsatz von konventionellen oder atomaren Waffen mit einer “überwältigenden und wirksamen” Reaktion beantworten.

Die USA würden stets nach Frieden streben. Unter US-Präsident Donald Trump aber stehe “das Schwert bereit”, sagte Pence zum Abschluss zweitägiger Gespräche in Japan, das enger Verbündeter der USA ist.

US-Flottenverband in Richtung Korea unterwegs

Der von den USA vor mehr als einer Woche in die Gewässer vor der koreanischen Halbinsel beorderte Flottenverband nahm zunächst Kurs in die entgegengesetzte Richtung. Der Marine-Kampfverband habe zuerst an einem Manöver mit Australien teilgenommen, so das US-Pazifikkommando am Dienstag. Nun seien die vom Flugzeugträger “Carl Vinson” geführten Marineschiffe aber in Richtung Westpazifik unterwegs.

Pence: USA stehe “100 Prozent” hinter Japan

In den wachsenden Spannungen um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm haben die USA den Schulterschluss mit ihrem

US-Vizepräsident Pence besucht seinen Bündnispartner./AP US-Vizepräsident Pence besucht seinen Bündnispartner./AP ©

geübt. US-Vizepräsident Mike Pence versicherte Ministerpräsident Shinzo Abe am Dienstag bei einem Besuch in Tokio, die USA verstünden Japans ernste Sicherheitslage und stünden “100 Prozent” hinter ihrem Bündnispartner.

US-Präsident Donald Trump wolle mit Japan, Südkorea und anderen Nationen und auch mit China an einer friedlichen Lösung arbeiten. Man werde nicht nachlassen, bis die koreanische Halbinsel frei von Atomwaffen sei, sagte Pence.

Militärschlag gegen Nordkorea nicht auszuschließen

Die USA schlossen einen Militärschlag gegen Nordkorea nicht aus. Unklar bleibt, ob dies eine Reaktion auf einen etwaigen neuen Atomtest des kommunistischen Landes sein könnte. Pence verwies auf den US-Angriff auf einen syrischen Militärstützpunkt und den Einsatz einer Riesenbombe in Afghanistan als Zeichen für die Entschlossenheit von Präsident Donald Trump, die nicht auf die Probe gestellt werden sollte. Nordkoreas Vizeaußenminister Han Song Ryol sagte der BBC dagegen, sein Land werde “wöchentliche, monatliche und jährliche” Raketentests vornehmen. “Wenn die USA leichtsinnig genug sind, militärische Mittel einzusetzen, würde das von diesem Tag einen uneingeschränkten Krieg bedeuten.”

China sei bereit, mit allen Parteien zusammenzuarbeiten, um Nordkoreas Atomprogramm wieder an den Verhandlungstisch zu bringen, erklärte Außenminister Wang Yi am Dienstag in Peking. “Wir wissen, dass die Lage angespannt ist”, sagte Yi. “Aber je größer die Spannungen sind, umso mehr Ruhe brauchen wir und umso notwendiger ist es, Gelegenheiten und Möglichkeiten für Dialog zu finden.”

Nordkorea warnt USA

Nordkorea warnte die USA vor einer Eskalation in dem Konflikt. “Unser Volk ist bereit, auf alle Bedrohungen zu reagieren. Wir sind zu einem umfassenden Krieg bereit”, sagte ein ranghoher nordkoreanischer Diplomat in Moskau. “Die Situation auf der koreanischen Halbinsel ist explosiv.” Der Diplomat warf den USA und Südkorea eine aggressive und provokante Politik vor.

Nordkorea hatte am Sonntag erneut eine Rakete getestet. Das Geschoß explodierte jedoch den USA zufolge nach dem Start. Die Führung in Pjöngjang ignorierte mit dem Test auch Mahnungen ihres Verbündeten China. Die Volksrepublik trägt UN-Sanktionen gegen das isolierte Land mit und scheint wegen des Verhaltens Nordkoreas zunehmend frustriert. Ein Sprecher der japanischen Regierung sagte am Dienstag, Pence und Abe seien sich einig, dass China eine größere Rolle im Umgang mit dem Verbündeten spielen müsse.

(APA/dpa)

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