USA verurteilen Angriffe auf Rebellenviertel in Aleppo

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Trauriger Alltag in und um Aleppo
Trauriger Alltag in und um Aleppo - © APA (AFP)
Bei massiven Angriffen auf die belagerten Rebellenviertel in der umkämpften syrischen Stadt Aleppo sind nach Angaben von Aktivisten am Samstag mindestens 31 Menschen getötet worden. Die syrische Armee habe den Osten der Stadt mit Raketen, Fassbomben und Artilleriefeuer attackiert, berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die USA verurteilten die “abscheulichen” Angriffe.

Auch mehrere Krankenhäuser wurden bombardiert. Die syrischen Weißhelme sprachen von einem “katastrophalen Tag”. Ihre Freiwilligen hätten mehr als 2.000 Artilleriegranaten einschlagen gehört und 250 Luftangriffe gezählt.

Die Weißhelme beklagten “beispiellose Bombardements mit allen Waffenarten”. Auf ihrer Internetseite wurden Videos von den massiven Angriffen veröffentlicht.

“De facto wurde nicht ein einziges Viertel von Ost-Aleppo von den heutigen Bombardements verschont”, erklärte ihrerseits die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle. Diese stützt sich auf ein breites Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Ihren Zählungen zufolge wurden seit Beginn einer neuen Offensive der Armee auf Ost-Aleppo am Dienstag fast hundert Zivilisten getötet.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen vom Samstag wurden auch mehrere Krankenhäuser in Ost-Aleppo bei den Angriffen der Regierungstruppen direkt getroffen. Unter ihnen sei auch das einzige Kinderklinik in den von Rebellen kontrolliertem Gebiet der Stadt gewesen, das die Arbeit habe einstellen müssen.

Die US-Regierung verurteilte “die schrecklichen Angriffe gegen medizinische Einrichtungen und humanitäre Helfer”. Es gebe “keinerlei Entschuldigungen für diese abscheulichen Taten”, erklärte die Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice am Rande des Apec-Gipfels in Lima. “Das syrische Regime und seine Verbündeten, vor allem Russland, sind verantwortlich für die aktuellen und langfristigen Konsequenzen dieser Taten.”

Auch die UNO äußerte sich erschüttert. Die Vereinten Nationen seien “entsetzt” über die jüngste Gewalteskalation in Syrien, erklärten der UN-Hilfskoordinator in Syrien, Ali al-Saatari, und der Regionalkoordinator Kevin Kennedy.

Seit Mitte Juli sind die Rebellen im Ostteil der Stadt von Regierungstruppen eingekesselt. Dort leben schätzungsweise 250.000 Menschen, die mittlerweile kaum noch etwas zu essen und zu trinken haben. Auch die medizinische Versorgung ist in weiten Teilen zusammengebrochen.

Die russische Armee unterstützt die syrischen Regierungstruppen, an den jüngsten Angriffen auf Aleppo war sie nach eigenen Angaben aber nicht beteiligt. Moskau hatte am Dienstag den Beginn einer Offensive gegen Rebellen und Dschihadisten in der Provinz Idlib verkündet.

Am Sonntag wird der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura in Damaskus erwartet, wo er unter anderem mit dem syrischen Außenminister Walid Muallem sprechen will. Um die Lage in Aleppo zu beruhigen, plädiert de Mistura dafür, dass sich die extremistischen Kämpfer der ehemaligen Al-Nusra-Front aus dem Ostteil der Stadt zurückziehen sollen. Die gemäßigte Opposition soll die Viertel demnach weiter kontrollieren, die syrische Armee im Gegenzug nicht einmarschieren und ihre Angriffe stoppen.

(APA/ag.)

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