UVP-Verfahren abgeschlossen: 380-kV-Leitung in Salzburg genehmigt

Akt.:
18Kommentare
Josef Schwaiger und Astrid Rössler gaben am Montag die Genehmigung bekannt.
Josef Schwaiger und Astrid Rössler gaben am Montag die Genehmigung bekannt. - © Neumayr/MMV
Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die geplante 380-kV-Leitung ist positiv verlaufen. Dem im Jahr 2012 eingereichten Projekt wurde eine Genehmigung erteilt. Das teilte das Land Salzburg am Montagnachmittag mit.

In dem bis zuletzt umstrittenen und mit tausenden Einsprüchen und 20 Bürgerinitiativen bisher größten UVP-Verfahren hatte die Behörde zu prüfen, ob die von der Austrian Power Grid AG und der Salzburg Netz GmbH beantragte 113 Kilometer lange Freileitung zwischen Elixhausen (Flachgau) und Kaprun (Pinzgau) trotz der erheblichen Eingriffe in die Natur errichtet werden darf.

Nach jahrelangem Hin und Her wurde die 380-kV-Leitung genehmigt./Neumayr/MMV Nach jahrelangem Hin und Her wurde die 380-kV-Leitung genehmigt./Neumayr/MMV ©

Projekt “380-kV-Leitung” auf Herz und Nieren geprüft

“Das Projekt der 380-kV-Leitung wurde geprüft wie kein anderes je zuvor. Als zuständige Ressortchefin habe ich bis zuletzt darauf geachtet, dass die negativen Seiten dieses Projektes nicht ausgeblendet, sondern ebenfalls in die Waagschale gelegt werden. Ich habe nie verhehlt, dass ich das Projekt in der eingereichten Form – ohne jegliche verkabelte Abschnitte – insgesamt für einen sehr großen Eingriff halte und mir bis zuletzt eine schonendere Variante gewünscht hätte. Doch zugleich halte ich es für unabdingbar, dass Verfahren in unserem Land korrekt ablaufen und Entscheidungen auf Basis sachlicher Information und geltender Rechtslage gefällt werden. Ich habe diesen positiven Bescheid, der auf Grundlage eines umfangreichen Verfahrens und zahlreicher Sachverständigengutachten erstellt wurde, zu akzeptieren und ich trage ihn auch mit”, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler (Grüne) am Montag in einem Informationsgespräch.

“Nach dem Bau der neuen Leitung werden rund 193 Kilometer an 110-kV- und 220-kV-Leitungen abgebaut und somit sind wesentliche Entlastungen möglich. Natürlich verstehe ich, dass es trotzdem neue Betroffene geben wird. Vor Kurzem haben wir den Masterplan Klima + Energie 2020 beschlossen. Die darin formulierten Ziele, 30 Prozent weniger Treibhausgase und der 50 Prozent Anteil Erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch, können nur erreicht werden, wenn wir über sichere und stabile Übertragungsnetze verfügen”, sagt Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP).

Erhebliche Beinträchtigungen im Landschaftsbild

Unbestritten ist, dass durch die neue Leitung erhebliche Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes, des Charakters der Landschaft sowie des Wertes der Landschaft für die Erholung zu erwarten sind. Aus diesem Grund wurden bei der naturschutzrechtlichen Interessenabwägung umfangreiche Ersatzleistungen vorgeschrieben. Dazu gehören Maßnahmen im Natura 2000-Gebiet “Weitwörther Au”, Zone B, sowie die Renaturierung des Ursprunger Moors, Maßnahmen im Naturwaldreservat Tauglboden und die Waldumwandlung Taugl-Au.

Zu den von vielen Bürgerinitiativen eingewendeten gesundheitlichen Bedenken ist festzuhalten, dass die Einhaltung des weltweit strengsten Schweizer Vorsorgewertes von einem Mikrotesla der Trassenplanung einerseits und der konkreten Projektbeurteilung im UVP-Verfahren andererseits zugrunde gelegt wurde, das heißt ein beidseitiger Mindestabstand von 70 Metern zur Leitung. Entlang der neuen Trasse sind bei insgesamt sieben Wohnobjekten neue Belastungen durch elektromagnetische Felder (EMF) zu erwarten, welche unter dem Vorsorgewert von einem Mikrotesla liegen.

Beschwerdefrist endet am 27. Jänner 2016

Ebenfalls Teil des Projektes sind geplante Demontagen von rund 193 Kilometer Leitungen auf der 110-kV- und der 220-kV-Ebene. Es kommt durch diesen Leitungsabbau zu EMF-Entlastungseffekten bei 163 nahe gelegenen bzw. direkt von Leitungen überspannten Wohnobjekten. Aus naturschutzfachlicher Sicht werden durch den Abbau von Leitungen drei Europaschutzgebiete, drei Naturschutzgebiete, zwei Landschaftsschutzgebiete und vier Geschützte Landschaftsteile teils erheblich entlastet. Diese Entlastung von hochwertigen Naturräumen wurde bei der Bewertung der Eingriffshöhe nur zu einem kleinen Teil (zirka 40 Kilometer) als eingriffsmindernd angerechnet.

Am Mittwoch, 16. Dezember, wird das Edikt zum Verfahren in mehreren Zeitungen veröffentlicht, damit beginnen auch die Fristen zu laufen: Zwei Wochen gelten als sogenannte Zustellfiktion, bis der Bescheid bei allen Verfahrensparteien als zugestellt gilt, danach startet die (laut Gesetz) vierwöchige Beschwerdefrist; diese beginnt also am 30. Dezember 2015 und endet am 27. Jänner 2016.

 

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- VGT-Obmann Balluch wegen Hassp... +++ - Polizei forscht Grödiger als v... +++ - Das war das Burning Animal 201... +++ - Rudolfskai: Gruppenschlägerei ... +++ - Altstadt: Männer versuchen in ... +++ - Das war der Freitag am 41. Rup... +++ - Zell am See: 31-Jähriger dräng... +++ - Hagenauerplatz: 17-Jähriger vo... +++ - Bruck: Alkolenker zerlegt Auto... +++ - Medienpräsenz: Schaden mischt ... +++ - Lawinengefahr: Bergrettung Sal... +++ - Palfinger will das "Internet o... +++ - Andi Knoll packt in Golling al... +++ - NR-Wahl: FLÖ warnt vor massive... +++ - Sexuelle Belästigung und Gewal... +++
18Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel