Vatikan verteidigt McDonald’s-Filiale vor dem Petersplatz

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Die US-Fastfoodkette hat es bis ins kleinste Land der Welt geschafft
Die US-Fastfoodkette hat es bis ins kleinste Land der Welt geschafft - © APA (AFP)
Der Vatikan bleibt im Streit um die geplante Eröffnung einer McDonald’s-Filiale unweit des Petersplatzes hart. Trotz Protesten von Kurienkardinälen gegen die geplante Eröffnung eines Lokals der amerikanischen Fast-Food-Kette verteidigt die Güterverwaltung APSA ihren Beschluss, McDonald’s die Räumlichkeiten zu vermieten.

“Alles ist im Einklang mit den Gesetzen, mit der Tradition und den Interessen des Heiligen Stuhls beschlossen worden. Ich sehe nichts Negatives in der Eröffnung dieses Lokals. Es hat eine Verhandlung über die Miete gegeben und die Immobilienverwaltung hält das Angebot der Manager der US-Gruppe für fair. Das Abkommen ist unterzeichnet worden. Es gibt keinen Skandal. Für den Vatikan gibt es dadurch nur Vorteile”, betonte Kardinal Domenico Calcagno, Präsident der Güterverwaltung, im Interview mit der römischen Tageszeitung “La Repubblica” am Samstag.

“Man darf nicht nur ans Geschäft denken”

Anders sieht die Lage Kardinal Elio Sgreccia, Präsident der päpstlichen Akademie für das Leben, der in jenem Gebäude lebt, in dem das Restaurant geöffnet werden soll. McDonald’s entspreche nicht Roms gastronomischer Tradition und sei laut jüngsten Studien auch für die Gesundheit der Konsumenten nicht positiv. “Ich würde niemals McDonald’s-Gerichte essen”, protestierte Sgreccia.

Der Einwand, der Vatikan werde monatlich 30.000 Euro von McDonald’s kassieren, ist für Sgreccia kein Argument. “Man darf nicht nur ans Geschäft denken. Man sollte lieber diese Räumlichkeiten zum Schutz der Armen nutzen, wie der Heilige Vater lehrt.”

McDonald’s in historischer Kulisse

Auf 538 Quadratmetern soll sich das neue McDonald’s-Restaurant mit Ausblick auf den Apostolischen Palast erstrecken. Zuvor war in den Räumlichkeiten eine Bank untergebracht. In Hinblick auf die Eröffnung des Restaurants mussten Renovierungsarbeiten im Gebäude durchgeführt werden. Für die Kosten wurden die dort lebenden Kardinäle um einen finanziellen Beitrag gebeten. Dies löste den Unmut der Purpurträger aus.

(APA)

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