VCÖ sieht viele Vorteile in kilometerabhängiger Maut für Pkw

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Die derzeit in Österreich verwendete Vignette belastet Wenigfahrer
Die derzeit in Österreich verwendete Vignette belastet Wenigfahrer - © APA (dpa)
Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments hat sich am Donnerstag für eine kilometerabhängige Maut für Pkw ausgesprochen, die ab 2025 die in Österreich übliche Jahrespauschale (Vignette) ersetzen soll. Aus Österreichs Politik wurde umgehend Widerstand angekündigt. Aus Sicht des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hätte das System aber einige Vorteile.

Maut, die von den gefahrenen Kilometern abhängt, “kommt Autofahrern zugute, die weniger fahren, schafft einen Anreiz, Fahrgemeinschaften zu bilden, auf Bahn oder Bus umzusteigen und unterstützt damit das Erreichen der Klimaziele”, schreibt der VCÖ am Freitag in einer Aussendung. Dazu komme, dass Haushalte mit hohem Einkommen deutlich mehr fahren und daher von der Pauschalregelung besonders stark profitieren. Kilometerabhängige Maut könne man je nach Schadstoffausstoß des Fahrzeugs unterschiedlich gestalten, auch könne man etwa in Hauptreisezeiten durch einen höheren Tarif Anreize schaffen, auf verkehrsarme Zeiten auszuweichen.

Um Pendler zu unterstützen, sollten begleitend mehr Bahn- und Busverbindungen geschaffen werden. Außerdem sollten Pendler, die für den Arbeitsweg keine Alternative zum Auto haben, eine einkommensabhängige finanzielle Unterstützung erhalten, fordert der VCÖ.

Kilometer-Maut in anderen EU-Staaten

Erfahrungen mit der kilometerabhängigen Pkw-Maut gibt es bereits in neun EU-Staaten (Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Polen, Portugal und Spanien) und in sechs anderen europäischen Staaten (Bosnien-Herzegowina, Norwegen, Mazedonien, Serbien, Weißrussland, Türkei) erinnert der VCÖ. Vignetten für Pkw haben demgegenüber in der EU neben Österreich auch Bulgarien, Lettland, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

VCÖ: Vignette belastet Wenigfahrer

Die derzeit in Österreich verwendete Vignette belaste Wenigfahrer, rechnet der VCÖ vor: Wer nur 1.000 Kilometer pro Jahr auf der Autobahn unterwegs ist, zahlt 8,73 Cent pro Kilometer, bei 2.000 Kilometern sind es entsprechend 4,37 Cent, bei 5.000 Kilometern 1,75 Cent und bei 10.000 Kilometern 0,87 Cent pro Kilometer.

In Österreich wurden laut VCÖ 2017 auf den 2.223 Kilometern Autobahnen und Schnellstraßen von Pkw und Kleintransportern unter 3,5 Tonnen 27,99 Milliarden Kilometer zurückgelegt, davon rund acht Milliarden Kilometer von Pkw mit ausländischem Kennzeichen. Die Einnahmen aus den Vignetten betrugen rund 492 Millionen Euro. Rein rechnerisch entspricht das 1,75 Cent pro gefahrenem Kilometer.

(APA)

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