Verein beantragt 800.000 Euro für Zirkusschule in Salzburg

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Bereits im Vorfeld gab es Kritik an den für das Zirkustrainingszentrum beantragten Förderungen (Symbolbild).
Bereits im Vorfeld gab es Kritik an den für das Zirkustrainingszentrum beantragten Förderungen (Symbolbild). - © AFP/Sergei Supinsky/Archiv
Förderungen von mehr als 800.000 Euro für ein Zirkustrainingszentrum im Salzburger Stadtteil Gnigl sollen am Donnerstag im Kulturausschuss beschlossen werden. Dagegen formierten sich die Salzburger FPÖ und ÖVP, erfreut zeigten sich die Grünen und die SPÖ.

Schon seit mehreren Jahren wird in Salzburg eine professionelle Zirkusschule angedacht. Verwirklichen wollte die Vision der im Vorjahr verstorbene Gründer und Chef des Salzburger Winterfestes Georg Daxner. Er gründete dazu den Verein “Circusschulen in Österreich”.

Zirkustrainingszentrum: Verein beantragt Förderung

Der Verein suchte bei der Stadt Salzburg um eine Förderung in der Höhe von 432.000 Euro an, dazu kommt eine Jahresförderung für den Zeitraum 2017 und 2018 von 89.595 Euro. Außerdem wurde beim Land eine Förderung von 288.000 Euro beantragt. Für den Steuerzahler würden somit insgesamt Kosten von 823.416 Euro für das Projekt entstehen, rechnet die FPÖ in einer Aussendung am Mittwoch vor.

Freiheitliche gegen Subvention von Zirkuszelt

“Während 125 Salzburger Sportvereine im Jahr 2015 Subventionen in der Höhe von 1.092.850 Euro bekamen, soll ein Verein über 500.000 Euro erhalten. Das halten wir nicht für gerecht. Die Freiheitlichen werden daher der Subvention des Zirkuszeltes nicht zustimmen”, so FPÖ-Gemeinderat Erwin Enzinger in einer Aussendung.

Unterricht kostet bis zu 520 Euro im Jahr

Ähnlich sieht das Zirkustrainingszentrum die Salzburger ÖVP: “Hier bezahlt man Artisten als Trainer mit einem Stundenlohn von bis zu 50 Euro”, gibt ÖVP-Gemeinderätin Marlene Wörndl an. Auch für Familien schlägt sich der Unterricht ordentlich zu Buche: “Pro Jahr kostet die einmal wöchentliche Teilnahme für ein Kind zwischen 320 und 520 Euro”, so Wörndl weiter.

Grüne über mögliche Umsetzung erfreut

Erfreut über eine mögliche Umsetzung des Projekts zeigt sich die Bürgerliste (die Grünen der Stadt Salzburg): “Wir begrüßen es sehr, dass das endlich umgesetzt wird. Es gab dazu jahrelange Planungen in Zusammenhang mit der Entwicklung des Winterfestes. Jetzt wird es endlich umgesetzt mit tatkräftiger Unterstützung durch das Land”, gibt Clubchef Helmut Hüttinger im Gespräch mit SALZBURG24 an.

“Die FPÖ ist gegen nahezu alle Förderungen im Kulturbereich. Die ÖVP führt seit Jahren einen Kleinkrieg gegen das Winterfest, aus welchem Grund auch immer”, will Hüttinger Kritik im Vorfeld entkräften.

SPÖ: “Bereicherung für Stadtteil Gnigl”

Überzeugt von den positiven Auswirkungen des Projekts auf den Stadtteil Gnigl ist die Salzburger SPÖ: “Die SPÖ wird dafür stimmen. Wir finden dieses Projekt äußerst positiv. Es ist eine Bereicherung für den Stadtteil Gnigl, aus kulturpolitischer und sportpolitischer Sicht. Aktuell wird zudem die Anlage vom Turnerbund nur wenig genutzt. Künftig soll hier eine Symbiose aus Sport und Zirkus entstehen”, so SPÖ-Gemeinderat Sebastian Lankes im Gespräch mit SALZBURG24.

NEOS: Höchstens finanzielle Beteiligung vorstellbar

“Wir NEOS werden der einmaligen Subvention in der Höhe von knapp 500.000 Euro nicht zustimmen. Auch nicht einer Jahresförderung. Wir könnten uns maximal eine finanzielle Beteiligung der Stadt in der Höhe der Subvention des Landes, knapp 290.000 Euro, vorstellen. Mehr ist der Stadt nicht zumutbar”, äußerte sich NEOS-Kultursprecherin Kornelia Thöni am Mittwoch zum Thema.

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