Verein RespekTiere protestiert gegen Tötung von Straßenhunden

Von Elisabeth Zeilinger
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In Rumänien ist das Töten von Straßenhunden wieder erlaubt. In Rumänien ist das Töten von Straßenhunden wieder erlaubt. - © FMT-Pictures/M.W.
Der Salzburger Tierschutzverein „RespekTiere” protestierte am Samstag in einer spektakulären Kundgebung am Alten Markt in der Stadt Salzburg gegen das Töten von Straßenhunden in Rumänien.

Die Kundgebung war eine Art „Mahnwache”, die den Menschen das grausame Töten von Straßenhunden in Rumänien wieder ins Bewusstsein rufen soll. Mit viel nackter Haut und Kunstblut war es den Aktivisten am Samstag jedenfalls garantiert, die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu ziehen. Das Ziel: Die Tötung von Straßenhunden in Rumänien abzuschaffen.

Protest, Petition und Fotoaktion

Obmann des Vereins RespekTiere Tom Putzgruber im Salzburg24.at-Interview: „So kann es einfach nicht in Rumänien weitergehen. Gerade wurden wir noch in Wien an der rumänischen Botschaft wegen unserer Proteste kurz verhaftet, aber zumindest sind jetzt die Botschafter dazu verpflichtet, weiterzugeben, dass es auch außerhalb von Rumänien Widerstand gegen die Hundetötungen gibt.”

Zur Unterstützung hat sich der Verein RespekTiere noch eine Fotoaktion ausgedacht: Wer sich mit einem Protestplakat vor einer europäischen Sehenswürdigkeit ablichten lässt, der kommt auf eine Foto-Collage, die Mitte November dann, gemeinsam mit den gesammelten Unterschriften der Online-Petition, in Wien an der Botschaft übergeben werden soll.

Straßenhunde dürfen eingeschläfert werden

Hintergrund ist ein umstrittenes Gesetz, das den rumänischen Lokalbehörden erlaubt, Straßenhunde einzuschläfern. Das Gesetz ist seit Ende September 2013 verfassungskonform und wurde vom Verfassungsgericht (VGH) entschieden. Sollte Staatschef Traian Basescu das Gesetz gegenzeichnen, dürfen nun jene Hunde, die nach 14 Tagen im Tierheim nicht adoptiert werden, umgebracht werden. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, den Tierheimaufenthalt zu verlängern.

“Die Einschläferung ist die letzte Lösung, die extreme Lösung”, sagte VGH-Präsident Augustin Zegrean gegenüber der Nachrichtenagentur “Mediafax”. Etwa 150 Menschen beteiligten sich in der rumänischen Hauptstadt Bukarest an einem spontanen Straßenprotest gegen die Entscheidung. Seit das Abgeordnetenhaus am 10. September das umstrittene Gesetz verabschiedet hat, finden in Rumänien immer wieder Protestaktionen gegen die Tötung von Straßenhunden statt.

Tausende Straßenhunde in Bukarest

Anfang August diesen Jahres hatten herrenlose Hunde ein vierjähriges Kind totgebissen. Daraufhin wurde die Verschärfung des Gesetzes beschlossen, gegen die anschließend rund 30 Parlamentarier beim VGH aufgrund der “Traumatisierung der Zivilgesellschaft” Einspruch erhoben. Allein in Bukarest gibt es laut Medienberichten mehr als 65.000 streunende Hunde, tausende Stadtbewohner werden jährlich gebissen.

Dass es ein Problem mit der Vielzahl an den Streunerhunden gibt, dem stimmt auch RespekTiere-Obmann Putzgruber zu: „Die Anzahl an den Hunden hat sich vermehrt, seit in Bukarest Wohnsilos gebaut wurden, in denen keine Hunde erlaubt waren. Die Menschen wollten ihre Hunde dennoch behalten und hielten und fütterten sie auf der Straße. Das wurde niemals kontrolliert und heute haben sie das Problem”, so der Tierschützer. Putzgruber erhebt weiter schwere Vorwürfe gegenüber der rumänischen Regierung: „Dann gab es EU-Geldspritzen für die Kastrationsprogramme, die dann einfach für etwas anderes verwendet wurden”. Ziel des Vereins ist es, dass die Gelder wieder in Kastrationsprogramme investiert werden – und nicht in die Tötung der Tiere. Denn das wäre zwar bestimmt die einfachste Lösung, aber auch die Grausamste.

Der Verein RespekTiere hält die nächste Mahnwache gegen die Tötung von Straßenhunden in Rumänien am Samstag, 9. November ab 9.30 Uhr am Anfang der Fußgängerzone in Freilassing (Lkr. Berchtesgadener Land) ab.

(S24.at/ APA)



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