Verhandlungen zu Metaller-KV unterbrochen

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Die Gewerkschafter haben genug
Die Gewerkschafter haben genug
In der Maschinen- und Metallwarenindustrie stehen die Zeichen auf Sturm. Die Verhandlungen für einen Kollektivvertrag (KV) 2015 sind am Dienstagabend abgebrochen worden, nun folgen Betriebsversammlungen. Die Gewerkschaften sind empört, dass die Industrie den Mindestlohn nicht anheben will und die Ist-Löhne unter der Inflationsrate bleiben sollen. Dies führe zu einem Reallohnverlust.


“Die Zeichen stehen auf Streik”, hieß es Dienstagnacht nach sechseinhalbstündigen Verhandlungen von den beiden Gewerkschaftsvertretern Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA-djp). Am Donnerstag werden bundesweit Betriebsräteversammlungen abgehalten, bis zum nächsten Verhandlungstermin am 28. Oktober gibt es in allen Betrieben des Fachverbandes der Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI) Betriebsversammlungen.

Arbeitgeber-Chefverhandler Veit Schmid-Schmidsfelden verteidigte das Angebot der Industrie, den Mindestlohne von 1.688 Euro nicht anheben zu wollen ebenso wie die Heranziehung des europäischen Verbraucherpreisindex von 0,5 Prozent – im Gegensatz zu den derzeit 1,7 Prozent Inflation in Österreich. Man arbeite in regionaler Konkurrenz zu anderen europäischen Produzenten und müsse dies auch bei den Lohnkosten berücksichtigen. Außerdem würden in Österreich die hohen Gebühren und Mieten die Lebenshaltungskosten treiben, und das könne sich ja wieder ändern.

“Die Industrie will bei den Ärmsten sparen, das ist eine Zumutung”, so Wimmer nach Verhandlungsabbruch. Und Proyer ergänzte: “Die haben mit Betriebsräten nichts am Hut, das merkt man mit jedem Satz.” Replik von Schmid-Schmidsfelden: “Die mangelnde Einsicht macht uns Sorgen.”

Zur Erklärung: Eine Gehaltserhöhung von zwei bis drei Prozent klingt zwar mickrig, ist sie aber nicht. Verdient ein Arbeitnehmer zum Beispiel 2.200 Euro brutto und er bekommt statt einer Lohnerhöhung von zwei Prozent eine Nulllohnrunde, liegt der Verlust nach zehn Jahren bei 6.745 Euro, rechnet die Gewerkschaft vor.

Im Vorjahr waren fünf Verhandlungsrunden für eine Einigung notwendig, derzeit halten die Sozialpartner bei drei Runden. Ungewöhnlich ist heuer, dass erstmals nicht die österreichische, sondern die EU-weite Inflationsrate von den Arbeitgebern als Berechnungsbasis für den Lohn- und Gehaltszuwachs herangezogen wird. Da sie über ein Drittel niedriger ist als die heimische Teuerung würde ein Abschluss knapp über der EU-Inflation bedeuten, dass die 120.000 Metaller ab November ein Jahr lang einen geringeren Zuwachs in ihrem Geldbörsel hätten als ihnen die Teuerungsrate aus dem Börsel zieht.

Am Mittwoch starten übrigens die KV-Verhandlungen mit den Fahrzeugindustrie und dem Fachverband Bergbau Stahl.

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