“Vienna Biennale” sucht kreative Allianzen

Akt.:
MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein
MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein
Wien bekommt eine Biennale: Die interdisziplinäre “Vienna Biennale” soll von 11. Juni bis 4. Oktober 2015 erstmals zeitgenössische bildende Kunst mit Design und Architektur verbinden. Das MAK sucht dabei gemeinsam mit der Universität für angewandte Kunst Wien, der Kunsthalle Wien, dem Architekturzentrum Wien und der Agentur departure “innovative kreative Allianzen”.


“Wir wollen keine beliebige Biennale machen”, versicherte MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein bei der heutigen Pressekonferenz. “Es gibt über 100 Kunstbiennalen sowie viele Designbiennalen und Architekturbiennalen, aber keine einzige, die Kunst, Architektur und Design verbindet. Wir glauben, dass Wien ein guter Ort dafür ist.” Man habe eine “offene Plattform” gefunden, auf der die beteiligten fünf Institutionen zusammenarbeiten. Die Herstellung von Verbindungslinien zwischen den Institutionen bezeichnete Kunsthalle-Leiter Nicolaus Schafhausen als besonders wichtig.

Die neue “Vienna Biennale” (Thun-Hohenstein: “Der Zwei-Jahres-Rhythmus ist für uns optimal”) ist aus der ursprünglich für Mitte Juni 2014 angekündigten “Europäische Triennale für positiven Wandel” hervorgegangen und bezieht sich auch auf die Geschichte von Wien um 1900 als Laboratorium der Moderne. “Wien war um die Jahrhundertwende ein Zentrum des Wandels”, erinnerte Peter Weibel. “Wien braucht schon lange eine Biennale. Sonst würden wir den Anschluss an die Gegenwart komplett verlieren.” – “Die Schnittstelle zwischen Gegenwart und Zukunft interessiert uns besonders”, meinte departure-Chefin Elisabeth Noever-Ginthör.

Die Mitwirkung am “positiven Wandel” ist auch Teil des Mission Statements der “Biennale”, die darauf “abzielt, mit kreativen Ideen und künstlerischen Projekten zur Verbesserung der Welt beizutragen”. “Kunst kann nicht die Welt verändern, aber sie verändert Menschen”, sagte Gerald Bast, Rektor der Universität für Angewandte Kunst: “Der Arabische Frühling wäre nicht möglich gewesen ohne Künstlerinnen und Künstler. Auch was in der Türkei begonnen wurde, wäre nicht möglich ohne sie.”

Bereits fixierte konkrete Projekte sind etwa die von Weibel kuratierte MAK-Schau “Mapping Bucharest: Art, Memory, and Revolution 1916-2016”, in deren Rahmen es auch den von der OMV unterstützten Ideenwettbewerb “Create Your Bucharest” gibt und die Ausstellung “Performing Public Art”, die Weibel gemeinsam mit Bast an der Angewandten zeigt. “Der soziale Raum ist durch die elektronischen Medien enorm gewachsen. Es gibt eine neue Art von Live-art im öffentlichen Raum, die wir vorstellen wollen”, so Weibel. Eine Archivausstellung im neuen “Angewandte Innovation Laboratory” am Franz-Josefs-Kai soll sich der kurzen Geschichte der performativen Skulptur widmen.

Neben Peter Weibel hat man weitere Kuratoren eingeladen: Pedro Gadanho (Kurator für zeitgenössische Architektur am Museum of Modern Art, New York), Maria Lind (Direktorin der Tensta Konsthall, Stockholm) und Harald Gruendl (Vorstand des Institute of Design Research Vienna). Lind kuratiert eine Gruppenausstellung, die im MAK und in der Kunsthalle stattfinden soll. Gruendl beschäftigt sich mit Thomas Geisler in der Ausstellung “2051. Smart Life in the City” mit der sich wandelnden Bedeutung von Design: “2051 klingt weit weg, ist aber relativ nah. Es ist auch der Zeitraum, in dem die Grenzen des Planeten uns neue Strategien aufzwingen werden”, so Gruendl.

Gadanho kuratiert die Ausstellung “Uneven Growth: Tactical Urbanisms for Expanding Megacities”, eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema Urbanität. Dafür sollen sechs Teams in Workshops “neue architektonische Möglichkeiten für sechs globale Metropolen” erproben: Hongkong, Istanbul, Lagos, Mumbai, New York und Rio de Janeiro. Das Architekturzentrum Wien veranstaltet einen internationalen geladenen Wettbewerb für ein Grundstück in der Seestadt Aspern, dessen Ergebnisse in einer Ausstellung und einem Symposium auf der Biennale präsentiert werden sollen. “Ziel ist es, eine alternative Herangehensweise an die Architektur der Stadt zu entwickeln”, sagte Projektleiterin Karoline Mayer.

Rund 70 bis 80 Prozent des Projektbudgets seien bereits unter Dach und Fach, sagte Thun-Hohenstein, der auf weitere Sponsorenmittel, aber auch auf eine mögliche Unterstützung der EU hofft. Wie das alles genau gehen soll und wie man dabei tatsächlich an der Lösung brennender globaler Probleme mitwirken kann, weiß er noch nicht im Detail: “Sie können mir glauben, dass es eine experimentelle Biennale wird. Was wir hier starten, ist etwas genuin Neues. Wir haben eine gute, kritische Masse dafür.”

(S E R V I C E – “Vienna Biennale 2015”, 11. Juni bis 4. Oktober 2015,;)

Leserreporter
Feedback


Aktuelle News

- Transporter kippt in der Stadt... +++ - Bettelverbot: Stadt Salzburg b... +++ - Pendler in Salzburg: Mayr vers... +++ - Salzburgerin ist neue Generald... +++ - GIS-Mitarbeiter mit Eintragung... +++ - Selbstfahrendes Postauto: Pake... +++ - Zoo Salzburg: Jaguar-Weibchen ... +++ - Liste Pilz berät über Antritt ... +++ - Erster Schnee auf rund 1.000 M... +++ - Hallwang hat neue Volksschule +++ - Kind in Hellbrunner Straße sch... +++ - Reihe an Einbrüchen am Wochene... +++ - Chaosfahrt in Straßwalchen: 43... +++ - Unbekannte räumen Spirituosen-... +++ - Innenstadt: Männer gehen auf P... +++
0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

noch 1000 Zeichen