Vier Festnahmen nach schwerem Zugsunglück im Iran

Nach dem Zugsunglück im Iran mit mehr als 40 Toten ist am Wochenende der Chef der iranischen Bahngesellschaft zurückgetreten. Mohsen Poor-Seyed Aghaie, der zugleich Vize-Transportminister ist, erklärte, er übernehme damit die Verantwortung für den Unfall. Zuvor waren vier Angestellte der staatlichen Bahngesellschaft festgenommen worden, unter ihnen der Lokführer eines der Unglückszüge.

Zwischen den Städten Semnan und Damghan war am Freitag ein Zug auf einen stehenden Schnellzug aufgefahren. Mehrere Waggons gerieten in Brand. Mindestens 44 Menschen starben, mehr als 80 weitere wurden verletzt. Der iranische Staatschef Hassan Ruhani verlangte eine sofortige Untersuchung der Unglücksursache und Ermittlungen gegen mögliche Verantwortliche.

Aghaie hatte am Freitag erklärt, dass der Unfall wohl durch menschliches Versagen verursacht worden sei. Der nachfolgende Zug habe ein Signal zum Weiterfahren erhalten und sei deshalb von hinten auf den Schnellzug aufgefahren. Der Fahrer schaltete demnach auf Anweisung des Kontrollzentrums ein automatisches Bremssystem ab und setzte seine Fahrt fort.

Zwei Mitarbeiter des Kontrollzentrums in der nordiranischen Stadt Scharhud sowie der Teamleiter, der zum Unglückszeitpunkt im Dienst war, wurden am Samstag festgenommen. Der Lokführer wurde schließlich am Sonntag in Gewahrsam genommen. Nach Angaben eines Richters in der Provinz Semnan hatte sich der Mann nach dem Unfall zunächst versteckt.

(APA/ag.)

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