Vier Salzburger Startups im Finale zum Social Impact Award

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Vier der insgesamt zehn Finalistenteams kommen aus Salzburg.
Vier der insgesamt zehn Finalistenteams kommen aus Salzburg. - © Impact Hub Vienna
Vier Salzburger Studenten-Teams von FH sowie der Universität Salzburg sind derzeit im Rennen um den diesjährigen Social Impact Award (SIA). Bei dieser Auszeichnung werden innovative Ideen prämiert, die zur Überwindung alltäglicher sozialer Probleme beitragen können. Wir stellen euch die vier Startups aus Salzburg vor. Hier könnt ihr anschließend bis 26. September für euren Favoriten abstimmen.

Vorab wurden österreichweit 21 Workshops mit rund 270 Teilnehmern abgehalten, um neue Konzepte zur Überwindung gesellschaftlicher Herausforderungen zu fördern. 73 Studenten-Teams haben dabei innovative Social-Business-Ideen entwickelt. Rund 60 Prozent der Projektideen würden laut den Organisatoren schließlich auch umgesetzt. Bei etwa 35 Prozent sei zu erwarten, dass sie damit Einnahmen lukrieren werden. Seit 2009 wurden mehr als 1.300 Projekte eingereicht. Vergeben wird der Award mittlerweile in zehn Ländern.

Am Anfang steht der Wunsch, Einfluss zu nehmen, etwas zu bewirken, anschließend folgt eine innovative Idee. Genau so entstanden die vier Salzburger Startups, die derzeit im Rennen um den SIA sind. Von den insgesamt zehn Finalisten werden die fünf besten Projekte ausgezeichnet und erhalten 3.000 Euro pro Projekt, der Community Award ist mit 2.000 Euro dotiert.

Jules

Das erste Projekt aus Salzburg nennt sich “Jules”. Mit Christina Weber, Lisa Stallmayer und Marielle Plößl haben drei Studentinnen der FH Salzburg (Multimedia Art) ein System zur visuellen Kommunikation ohne Sprache für Asylsuchende und Migranten entwickelt. Am Anfang stand für die Drei die Frage “Wie kommuniziert man einfach und ohne Sprache?”, erläutert Weber im Finalisten-Video. Denn bei geschätzt 7.000 Sprachen auf der Welt seien Übersetzungen eine große Herausforderung, oft ginge auch einiges an Information dabei verloren.

Das Projekt erklärt verschiedene Situationen anhand von zusammenhängenden Bildern. Es beruht auf einem gleichbleibenden Grundgerüst, dass an die jeweiligen Situationen angepasst wird. Fixer Bestandteil ist Hauptcharakter Jules.

SpätBlüher

Die FH-Studenten Markus Petruch, Peter Schön, Robert Waschak und Günther Schagerl haben mit ihrem Projekt “SpätBlüher” zwei Intentionen. Einerseits soll es Senioren die Möglichkeit geben, sich aktiv einzubringen, andererseits gibt es auch einen ökologischen Aspekt. Doch wie soll das aussehen?

Anstatt Schnittblumen aus aller Welt zu importieren, sei es doch viel sinnvoller die saisonalen Pflanzen zu nutzen, sind die Gründer von “SpätBlüher” überzeugt. Senioren bauen in ihren eigenen Gärten Schnittblumen an, diese werden zu Sträußen gebunden und lokal verkauft. “Wir wollen zeigen, dass es auch eine soziale und ökologisch sinnvolle Alternative zum klassischen Blumenstrauß und Blumenhandel geben kann”, erläutert Petruch. Ältere Menschen bekämen so außerdem ein neues Beschäftigungsfeld sowie die Möglichkeit sich untereinander zu vernetzen und die Chance, sich ihre Pension etwas aufzubessern.

Social Customs

Das Projekt “Social Customs” will der Jugendarbeitslosigkeit entgegentreten. Der Sozialarbeiter und FH-Student Peter Gstöttner verbindet hierbei seinen Beruf mit der Leidenschaft fürs Motorrad.

In einer Salzburger Motorradwerkstatt will Gstöttner arbeitslosen Jugendlichen die Chance geben, ihre Perspektive neu zu definieren und ihre berufliche Zukunft wieder selbst in die Hand zu nehmen. Die Jugendliche könnten im Rahmen des Projekts drei verschiedene Bereiche kennenlernen: Das Mechanische in der Werkstatt selbst, den Kreativbereich in der Lackiererei sowie Marketing und PR im Büro der Werkstatt. Seine Vision ist es, “Social Customs”-Filialen in ganz Österreich zu eröffnen, so Gstöttner.

Ziag – “Zusammen ist alles Gemeinschaft”

“Es sind die kleinen Ideen, die Großes bewirken”, sind die Gründer von ZIAG, “Zusammen ist alles Gemeinschaft“, überzeugt. Natalie Haas, Anna Maria Haas, Theresa Wallinger, Julia Tschertou, Lukas Leitner und Mathias Haas – Studenten der FH sowie der Universität Salzburg –  wollen mit ihrem Projekt eine Brücke zwischen jenen, die voller Ideen sind und jenen, die mit einem großen Fragezeichen vor der Aufgabe der Integration stehen, schlagen.

Als im Jänner 2015 35 Asylwerber in der Flachgauer Gemeinde Berndorf ihre Unterkunft bezogen, entstand die Vision einer sogenannten Ideenbox. In dieser werden alle kleinen Ideen, die eine Win-Win-Situation für die Neuankommenden sowie für die Gemeinden ergeben, gesammelt. Anschließend werden sie der Allgemeinheit online zur Verfügung gestellt. Außerdem werden Workshops für Bürgermeister, Freiwillige und anerkannte Flüchtlinge angeboten. So können jene, die bereits selbst die Erfahrung gemacht haben, andere dabei unterstützen, sich im Alltag in Österreich zurechtzufinden und ihnen das Einleben zu erleichtern.

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