Vogelgrippe in zweitem Vorarlberger Betrieb nicht sicher nachgewiesen

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4.000 Tiere müssen auf dem betroffenen Hof getötet werden.
4.000 Tiere müssen auf dem betroffenen Hof getötet werden. - © APA/dpa/Carsten Rehder
Entgegen erster Informationen hat sich der zweite Vorarlberger Verdachtsfall auf Vogelgrippe des Typs H5N8 in einem Hühnerhof in Möggers (Bezirk Bregenz) noch nicht endgültig bestätigt.

Während in den am Donnerstag gezogenen Proben das Virus angezeigt hätten, sei das Ergebnis der Proben vom Freitag nicht mehr eindeutig, teilte Agrarlandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) der APA mit.

Erneut Proben entnommen

Die neue Nachricht habe er gegen 16.00 Uhr von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bekommen. Man habe nun am Samstag noch einmal Proben entnommen und nach Mödling geschickt. Ein klares Ergebnis erwartete Schwärzler nun für Montag.

Sperre bleibt aufrecht

In der Zwischenzeit bleibe die Sperre des Hühnerhofes zumindest vorübergehend aufrecht. Außerdem werde man die Entwicklung auf dem Hof nahe der bayerischen Grenze über das Wochenende genau beobachten. In Möggers war man davon ausgegangen, dass rund 4.000 Tiere getötet und seuchensicher entsorgt werden müssen. Die Keulung der Hühner wurde nun vorerst verschoben.

Maßnahmen sollen Ausbreitung verhindern

Mit der Einrichtung der beiden Zonen, die unter anderem eine Stallpflicht für gewerbliche Geflügelbetriebe und private Halter vorsieht, soll ein Ausbreiten der Epidemie verhindert werden. Die Inkubationszeit des Virus betrage laut Veterinärmedizinern nur wenige Tage, weil das H5N8-Virus für die Tiere extrem aggressiv sei.

Das derzeit kalte Wetter sei zudem von Vorteil, meinte der Agrarlandesrat. Zusätzlich appellierte er auch an private Tierhalter, die Stallpflicht für ihr Geflügel im Eigeninteresse auf jeden Fall einzuhalten.

Am Freitag ganzer Betrieb gesperrt

In Vorarlberg war erst am Freitag in einem biozertifizierten Putenzuchtbetrieb in Hard (Bezirk Bregenz) bei mehreren Tieren die für Vögel gefährliche Vogelgrippe vom Typ H5N8 nachgewiesen worden. Als Konsequenz daraus wurde der Betrieb komplett gesperrt, die 1.100 Tiere werden gekeult und im Anschluss entsorgt.

Vogelgrippe auch am Genfersee nachgewiesen

Nach dem Auftreten der Vogelgrippe in der Bodenseeregion (Schweiz, Deutschland, Österreich) ist das Virus nun in der Schweiz auch am Genfersee nachgewiesen worden: Im Hafen von Lausanne sind eine Reiherente und eine Lachmöwe tot aufgefunden worden. Sie trugen das H5N8-Virus in sich.

Schutzmaßnahmen rund um Seen verstärkt

Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erweitert nun die Kontrollgebiete, wie es am Samstag mitteilte. Angesichts der erhöhten Ansteckungsgefahr in Gebieten, wo sich Wildwasservögel aufhielten, müssten die bereits verfügten Schutzmaßnahmen rund um die größeren Seen verstärkt werden.

(APA)

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