Vorarlberger Hausgeflügel mit Vogelgrippe-Virus infiziert

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Stallpflicht für Hausgeflügel und andere als Haustiere gehaltene Vögel
Stallpflicht für Hausgeflügel und andere als Haustiere gehaltene Vögel - © APA
Der am Donnerstag gemeldete Verdachtsfall auf Vogelgrippe bei Hausgeflügel hat sich erhärtet. Bei den an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) geschickten Proben aus einem Vorarlberger Betrieb am Bodensee wurde das hoch ansteckende H5N8-Virus nachgewiesen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Der gesamte Bestand des Geflügelzüchters wird nun gekeult.

Der Freiland-Putenmastbetrieb am Bodenseeufer, der in unmittelbarer Nähe des Fundortes der positiv auf das Vogelgrippe-Virus getesteten Wildvögel liegt, wurde umgehend vom Amtstierarzt gesperrt. Die Tiere des Geflügelbestandes werden nun tierschutzgerecht gekeult, die Tierkadaver unschädlich beseitigt und der Betrieb anschließend gereinigt und desinfiziert. Für die Konsumentinnen und Konsumenten bestehe keine Gefahr, hieß es erneut seitens des Gesundheitsministeriums. Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass der Subtyp H5N8 für den Menschen gefährlich sei.

Schutzradius um betroffenen Betrieb

Um den betroffenen Betrieb werden nun eine Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern und eine Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern gezogen. Innerhalb der Schutzzone werden alle geflügelhaltenden Betriebe amtstierärztlich untersucht.

Stallpflicht in Vorarlberg wegen Vogelgrippe

Unterdessen ist in Vorarlberg um Mitternacht die vom Gesundheitsministerium erlassene Geflügelpestverordnung in Kraft getreten. Sie sieht eine Stallpflicht für Hausgeflügel und andere als Haustiere gehaltene Vögel vor. Betroffen sind elf Bodensee-Anrainergemeinden, darunter auch die Landeshauptstadt Bregenz.

Bregenz, Fußach, Gaißau, Hard, Höchst, Hörbranz, Kennelbach, Lauterach, Lochau, Lustenau und Wolfurt wurden vom Gesundheitsministerium aufgrund ihrer Lage als Gebiete mit erhöhtem Risiko ausgewiesen. Wie viele Geflügelhalter in diesen Gemeinden angesiedelt sind, war vorerst nicht zu erfahren.

Bezugnehmend auf die Verordnung des Bundes strich das Land die Bedeutung des Trinkwassers für das Hausgeflügel hervor. Es darf sich dabei nicht um Oberflächenwasser handeln, zu dem Wildvögel Kontakt haben. Außerdem müssen vor dem Betreten eines Stalles die Straßenschuhe desinfiziert oder beim Stalleingang gegen Stallschuhe ausgetauscht werden. Bei Auffälligkeiten bei Geflügel und Hausvögeln – etwa wenn die Tiere die Futter- und Wasseraufnahme verweigern, keine oder verformte Eier legen – ist zudem sofort die zuständige Bezirkshauptmannschaft zu informieren.

Weiterer Verdachtsfall

In Vorarlberg ist ein weiterer Verdachtsfall auf Vogelgrippe bei Hausgeflügel gemeldet worden. Es handle sich dabei um einen anderen Betrieb als den, bei dem am Freitag das hoch ansteckende H5N8-Virus nachgewiesen wurde, sagte der zuständige Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) im ORF Radio Vorarlberg.

Proben der toten Tiere seien an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gesandt worden. Das Untersuchungsergebnis sei aber noch nicht da, so Schwärzler. Angesichts der Verbreitung der Vogelgrippe in Vorarlberg hat das Land kurzfristig am Freitagnachmittag eine Pressekonferenz anberaumt.

H5N8-Virus in sechs Ländern ausgebreitet

Das hochansteckende H5N8-Virus hat sich mittlerweile in Europa weiter ausgebreitet. Betroffen sind sechs Länder. Neben Österreich sind das Deutschland, die Schweiz, Dänemark, Ungarn und Polen.

(APA)

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