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Vom bösen Tier zum guten Hund

Evi Wiesflecker mit Schäferhündin Angie: kein Stachelhalsband mehr. Evi Wiesflecker mit Schäferhündin Angie: kein Stachelhalsband mehr. - © Rhomberg
von VN/Klaus Hämmerle - Dornbirn – Von einer mit Stachelhalsband gequälten Kreatur zum guten Tier: Angies Schicksal.

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Sie ist eine jener mutigen Personen, die sich vor Gericht gegen einen Hundetrainer aussagen traute. „Jawohl“, sagte Evi Wiesflecker (54) am 12. Oktober des Vorjahres als Zeugin vor dem BG Dornbirn, „meiner Hündin hat man bis Ende 2006 ein Stachelhalsband angelegt.“ Die Friseurin beschuldigte damit jenen Oberländer Hundezüchter und Trainer, der den Dornbirner Tierschutzobmann Albert Rabatscher (53) auf Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung verklagte. Rabatscher hatte diesen in Zusammenhang mit der Verwendung von Stachelhalsband und Teletac erwähnt. Rabatscher verlor den Prozess. Die Verwendung von Stachelhalsband und Teletac gelten seit 2005 als Tierquälerei.

Eine Rebellin

Wiesfleckers Vierbeiner, die heute achtjährige Belgische Schäferhündin Angie, lebt noch. „Sie ist zwar immer noch nicht ganz einfach, aber nach der Betreuung durch den humanen Hundetrainer Markus Fröhle trotzdem eine andere“, erzählt die Dornbirnerin. Angie. Ihre Geschichte ist die einer Rebellin. Ein Hundeleben, das über längere Zeit so war, wie die Menschen diesen Begriff verstehen. Sie wollte schon als Welpe nicht von Fremden gestreichelt werden. Sie knurrte. Wiesflecker ging auf Empfehlung zum Oberländer. Der brachte die Hündin mit dem Stachelhalsband zur Räson. Noch bis 2006. Wurde Angie so gezüchtigt, funktionierte sie. Nur damit sie keine Schmerzen fühlte. „Doch wenn sie ohne Stachelhalsband war, konnte sie ausflippen“, erinnert sich Wiesflecker. Angie schnappte nach Menschen, wenn die ihr zu nahe traten. Befand sich ein anderer Hund in ihrer Nähe, geriet sie völlig aus dem Häuschen.„Ich hielt das nicht mehr aus. Diese Diskrepanz. Wurde der Hund mit Gewalt unterjocht, parierte er. Hatte er etwas Freiheit, drehte er fast durch.“ Wiesflecker wandte sich vom Oberländer ab.

Schwanzwedeln

Sie hörte, dass es auch anders ging. Bei Markus Fröhle. „Was der mit meiner Angie machte, war wirklich unglaublich. Geduldig, konsequent, aber mit viel Liebe und Zuneigung, konnte er sie verändern.“ Als Angie Fröhle zum ersten Mal sah, habe sie mit dem Schwanz gewedelt. „Beim anderen hatte sie den Schwanz immer eingeklemmt.“ Angie lernte ruhig sitzen, sich unter vertrauten Menschen und anderen Hunden friedlich zu verhalten. Evi Wiesflecker ist nicht wütend auf den Oberländer Hundianer. Trotzdem sah sie sich in der Pflicht, als Zeugin im Prozess gegen Tierschützer Rabatscher vor Gericht aufzutreten.

Friedlich im Salon

Angie kann sie heute in ihrem Frisiersalon lassen. Zusammen mit Wiesfleckers anderem Belgischen Schäferhund, dem Rüden Mika, tut sie das. Keine Kundschaft braucht sich zu fürchten. „Ich kann mit ihr sogar wieder Ball spielen. Früher hätte sie den Ball niemals freigegeben“, freut sich die Friseurin. Angie spitzt die Ohren. So, als ob sie mitbekommt, wovon das Gespräch handelt, und sich darüber freut, dass ihr Hundeleben endlich Qualität bekommen hat.



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