Vom Koch zum Taschenmacher: Junger Flachauer startet mit 2tmann durch

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Christoph Oberreiter hat seinen Traum verwirklicht und ein eigenes Label gegründet.
Christoph Oberreiter hat seinen Traum verwirklicht und ein eigenes Label gegründet. - © ServusTV / Degn Film
Der Flachauer Christoph Oberreiter ist gelernter Koch, kehrte aber der Gastronomie nach acht Jahren den Rücken, um unter dem Label 2tmann Handtaschen herzustellen. Im Gespräch mit SALZBURG24 erzählt der 28-Jährige aus dem Pongau, wie man es als Jung-Unternehmer schaffen kann.




Oberreiter ist selbst in einem Gastronomiebetrieb in Flachau aufgewachsen, nach der Schulzeit schlug er den Weg seiner Eltern ein. Durch tragische Todesfälle in der Familie kam es aber zu einem Wendepunkt im Leben des damals 24-Jährigen. Man könne als Koch zwar wunderbar kreativ sein, aber “am Ende des Tages hat man nichts in der Hand, das bleibt”, so der heute 28-Jährige.

Oberreiter: “Würde mir mehr Vorlaufzeit geben”

Die Entscheidung zu dem traditionellen Handwerk sei relativ rasch gefallen, erinnert sich der Flachauer. Die Liebe zu alten Dingen und zur Heimat habe sein Leben ja schon immer geprägt, so ziert auch ein Bild des Urgroßvaters das Logo von 2tmann.

Die ersten Handytascherl und Gürtel habe er mit einem Stanleymesser am Wohnzimmerboden gefertigt. Nach wenigen Monaten folgte bereits die Gewerbeanmeldung. Anderen Jung-Unternehmern rät der 28-Jährige aber von solchen Schnellschüssen ab. “Heute würde ich mir einfach eine längere Vorlaufzeit geben”, meint er rückblickend, “ich musste in meiner Anfangszeit viel Lehrgeld bezahlen. Ich hatte ja noch nicht einmal Schablonen, sondern ich habe einfach in das Leder hinein geschnitten. Den Namen vieler Werkzeuge kannte ich auch nicht. Mit viel Probieren und der Hilfe von Youtube-Videos ging es dann aber doch recht rasch”.

Das Handwerk hat sich der Flachauer selbst beigebracht./ServusTV / Degn Film Das Handwerk hat sich der Flachauer selbst beigebracht./ServusTV / Degn Film ©

Die Sache mit dem Geld

Für wichtig erachtet Oberreiter auch, seine Finanzen im Blick zu behalten und nicht alles auf Kredit zu kaufen. “Man kann leider nicht immer von allem das Beste haben – auch wenn’s schön wär.” So erwarb der Taschenmacher zu Beginn seiner Laufbahn alte Werkzeuge einer aufgelassenen Sattlerei in Goldegg, aber auch heute ginge alles nur step-by-step, wie er sagt. Sonst sei die Chance am Ende auf einem Berg voller Schulden zu sitzen, relativ hoch.

Angesprochen auf das Thema Förderungen für Jung-Unternehmer gibt sich der 28-Jährige recht zurückhaltend. Er habe es versucht, sei aber meist – wegen seiner Ansicht nach lachhaften Gründen – herausgefallen. “Aber wie man sieht, es geht auch ohne”, ist er überzeugt, “man muss nur etwas können und darf nicht zu schnell aufgeben”.

90 Prozent seiner Werbung funktioniere über Mundpropaganda, nicht einmal seine Werkstatt in Flachau sei von außen beschildert. “Aber die Leute finden mich dennoch”, schmunzelt er, “und das freut mich”. Am 29. April gewährt Oberreiter übrigens in der Servus TV-Sendung “Hoagascht” einen Einblick in seine Schaffensstätte.

“2tmann war für mich die richtige Entscheidung”

Den Schritt in die Selbstständigkeit würde er definitiv wieder wagen. “Für mich war es die richtige Entscheidung”, ist Oberreiter überzeugt, “denn ich brauche nicht mehr zu arbeiten, sondern kann das machen, was mir Spaß bereitet. Und auch andere haben Freude daran”. Und wie schon die “Mama immer gesagt hat: ‘Wenn du was erreichen willst, musst du etwas dafür tun'”. Und Pläne hat Christoph Oberreiter mit seinem Label 2tmann noch genug.

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