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Von Burgen und Schlössern: Sims Mittelalter

Harte Kämpfe, spannende Quests: Das neue Sims Mittelalter. Harte Kämpfe, spannende Quests: Das neue Sims Mittelalter. - © Waibel
Das Mittelalter war eigentlich gar keine so spaßige Zeit. Das Sagen hatten Adlige, dem Volk ging`s zumeist eher dreckig. Electronic Arts präsentiert einen neuen Ableger der erfolgreichen Sims-Reihe in diesem herausfordernden Szenario. Als Standalone Version.

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Sims-Fans - und das sind weltweit eine ganze Menge - dürfen jubeln: Mit „Die Sims Mittelalter“ katapultiert EA den Spieler in ein vollkommen neues Szenario mit neuen Spielmechaniken - und das, ohne dem Sims-Spielprinzip untreu zu werden. Das ganze kommt als sogenannte Stand-Alone Version daher, d.h. man benötigt kein vorhergehendes Sims Game, um den Mittelalter-Ableger zu zocken.

Zwischen 800 bis 1500 nach Christus war eine düstere Zeit in Europa. Das Wetter war beschissen, man hatte wenig zu essen, es gab noch keine Zahnärzte und kein Hartz IV. Dem trostlosen Alltag als Feldarbeiter folgend, quälte sich das gemeine Volk mit Sorgen um Essen und Gesundheit - die Lebenserwartung war erschreckend niedrig. Außer man saß am anderen Ende der Nahrungskette, residierte in einer Burg oder in einem Schloss und musste sich nur um die Verwaltung seiner Ländereien, ein bisschen Diplomatie oder die eigene Weiterbildung kümmern. Das Setting von Sims Mittelalter versetzt den Spieler genau in diese Lage - denn wer will schon als halbverhungerter verlauster Feldarbeiter in einem Game sein virtuelles Leben fristen.

Ritter, Burgen, Burgfrolleins, Turniere, Folter und Hexenverbrennungen. Das Leben als mittelalterlicher Despot kann mit so einigem aufwarten. Nach der Erstellung seines persönlichen Sims im umfangreichen Editor geht es auf in eine wahrhaft spannende und epische Geschichte - die im Gegensatz zu üblichen Sims-Games im Wesentlichen festgeschrieben steht. Will heißen, Sims Mittelalter nimmt den Spieler mehr an der Hand, versucht dabei aber auch, die Fans der Serie nicht allzu sehr einzuschränken. Eine gewagte Gratwanderung.

Nach wie vor hat der Sim in der Rolle eines Monarchen, Hofzauberers, Schmiedes, eines Ritter oder Barden seine Grundbedürfnisse, die erfüllt werden sollen. Daneben entführt der Titel den Spieler jedoch in ein manchmal verträumt-romantisches, manchmal forderndes Mittelalter-Setting mit all seinen Anforderungen. Hier gibt es, fast wie in einem ausgewachsenen RPG-Titel, Quests zu erfüllen. Bei den Quests gibt sich Sims Mittelalter nicht allzu bierernst. Angelehnt an die Mythen und Legenden des Mittelalters persifliert das Spiel solche Situationen gerne mit einem Augenzwinkern. Durch die Quests kommt auch mehr Action ins Spiel - vorbei ist´s mit dem Gemütlichen am Sim Rumbasteln oder Bude möblieren.    

Natürlich kann man seinen Schützling auch wieder weiterbilden - die Fähigkeiten und deren Level beeinflussen dann auch die Lösungswege der Quests, die nicht nur auf eine Art gelöst werden können. Dazwischen liegen für einen Sim-Titel typische Leerlaufphasen, die bequem mittels Zeitbeschleunigung überbrücken können. Wir sind hier zwar im Mittelalter - aber doch nicht unmodern.

Das Setting nimmt sich natürlich nicht ganz so ernst: Wer würde schon in der Tristesse des realen Mittelalter spielen wollen? Die Sims-Reihe stand auch schon immer für ihren eigenen Humor, das spiegelt sich auch hier wieder. Auch die Missionen sind zuweilen sehr verrückt geraten.

Technisch haben die Entwickler ein sauberes Ergebnis abgeliefert. Grafisch wirkt Sims Mittelalter sehr sauber und solide, kleine Nachladeruckler muss man hingegen in Kauf nehmen. Die für einen Sim-Titel sehr ausladend geratenen Außenareale, in denen sich auch viele der Quests abspielen können frei mittels Zoom erkundet werden. Man staunt zuweilen über die Detailverliebtheit der Entwickler.  

Fazit:

„Die Sims Mittelalter“ weiß zu gefallen. Ein mutiges Experiment, ein bewährtes und millionenfach geliebtes Spielprinzip in einem Stand Alone quasi Addon in ein so drastisches Szenario zu transportieren ist ein gewagtes Stück der Entwickler, das aber durchaus als gelungen zu bezeichnen ist. Aber aufgrund der auch hier gültigen Sim-typischen Game-Mechaniken stellen jeden Sim-Fan zufrieden. Neu-Einsteiger werden aufgrund des Mittelalter-Settings auch ihren Spaß haben, alleine schon wegen der vielen teilweise recht verrückten Quests kommt keine Langeweile auf. Wer aber ein Rollenspiel erwartet, dürfte enttäuscht werden. Nach wie vor steckt unter der Haube bewährte Sims-Gamemechanik. Wer also mit den Sims bisher nichts anfangen konnte, sollte auch hiervon die Finger lassen. Alle Sim-Fans und neugierige Anspieler sollten aber definitiv zu diesem gelungenen Ableger einen Blick riskieren. Eine spaßige Neubelebung des Sims-Themas!



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