Von Schildkröten-Gitarre bis Bambusflöte: Musikmuseum St. Gilgen zeigt Raritäten

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Der „Singing Stone“ aus Südindien. Eine Bambusflöte „Pi Pap“ aus Vietnam. Die Schildkröten-Gitarre „Gumbri“ aus Tunesien. Die Mundorgel „Khen“ aus Thailand. Eine Bambuspfeife „Hu Lu Si“ aus China. 5.000 außergewöhnliche Exponate aus aller Welt hat Askold zur Eck bereits gesammelt und präsentiert sie mit Stolz im „Musikinstrumente Museum der Völker“ in St. Gilgen.

Davon spielen kann der Sammler rund die Hälfte und die Besucher sind vom musikalischen Multitalent schlichtweg begeistert. „Es ist faszinierend wie viele Instrumente es eigentlich gibt und welche Töne dabei herauskommen“, so Kulturreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn (GRÜNE), der beim Besuch sein persönliches Können am „Bul Bul Tarang“ aus Nordindien erprobt.

„Das Musikinstrumente-Museum ist eines der 120 regionalen Museen und Sammlungen in Salzburg. Askold zur Eck hat hier mit seiner Familie eine Schatzkammer und einen Wissensspeicher geschaffen, der erlebens- und hörenswert ist. Dieses Museum ist ein Resultat einer Sammelleidenschaft, von der nun viele Menschen profitieren können“, ist Schellhorn überzeugt.

Sammlerleidenschaft seit 50 Jahren

Seit mehr als 50 Jahren sammelt die ganze Familie zur Eck schon die kuriosesten Stücke. Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat mit dem Musikliebhaber, der mit drei Jahren bereits Cello und Blockflöte spielte, über seine „Schätze“ und seine Leidenschaft zu den unterschiedlichsten Kulturen gesprochen.

LMZ: Wie kommt man zu 5.000 Musikinstrumenten aus aller Welt?

ASKOLD ZUR ECK: Der Anfang liegt sicherlich bei meinen Eltern. Beide haben am Mozarteum studiert. Mein Vater war Opernsänger, meine Mutter Musiklehrerin und dabei ist das Interesse an Musik, an Kulturen, an Menschen entstanden. Das war 1962. Und so ist ein Instrument zum nächsten gekommen, bis es ein Museum war.

Woher kommen die Exponate?

Sie kommen von allen fünf Kontinenten. Wir haben viele aus Indien, Nepal, Tibet, Südamerika, Vietnam, Thailand, der Türkei, Afrika, Australien und so weiter.

Haben Sie persönlich ein Lieblingsinstrument?

Das kann ich so nicht sagen. Jedes hat seinen eigenen Charakter, eigenen Ausdruck. Da kann ich mich nicht entscheiden.

Woher kommt diese Leidenschaft? Was fasziniert Sie so sehr?

Ich kann mich erinnern, wir waren sehr klein und dürften immer alle Instrumente in die Hand nehmen. Es wurde uns klargemacht, dass das etwas ganz Besonderes ist. Instrumente anzuschauen, ist wunderschön. Sie sind Kunstwerke, aber das Eigentliche ist die Musik und das Gefühl, das man beim Spielen hat und fasziniert. Das spannende ist, dass man unsere Instrumente in anderen Ländern auch findet, sie sehen anders aus, aber gehören zur gleichen Familie wie bei uns. Zum Beispiel in China gibt es die Gu-Zheng. Das ist eine riesige Zither, die ungefähr zwei Meter lang und gewölbt ist. Wenn man schaut, wie wird in Indonesien ein Wirbel gebaut, womit man die Saite spannt, und wie sieht das in Afrika aus. Das ist wunderbar.

Was ist das älteste Instrument hier im Museum?

Das älteste ist eine Kopie einer Tonflöte, die 2.500 Jahre alt ist. Ein Freund aus Südamerika hat sie mit einem portablen Röntgengerät gescannt und nach den Bildern angefertigt. Das Original befindet sich in Lima, die einzige Kopie haben wir hier bei uns.

Gibt es Instrumente, die Ihnen noch fehlen?

Oh ja, jede Menge und das ist auch gut so, sonst müsste ich ja aufhören zu sammeln. Aber was mir aber definitiv fehlt, ist der Platz.

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