Vonovia braucht für Conwert-Übernahme kein frisches Kapital

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Deutsche Vonovia übernimmt österreichische Conwert
Deutsche Vonovia übernimmt österreichische Conwert - © APA
Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia kommt bei der Übernahme des österreichischen Konkurrenten Conwert ohne frisches Kapital aus. Selbst wenn sich alle Aktionäre von Conwert für eine Barabfindung statt für Vonovia-Aktien entschieden, hat das deutsche Unternehmen nach eigenen Angaben von Donnerstag genügend Geld für den milliardenschweren Zukauf.

Einschließlich Schulden kostet die Übernahme Vonovia bis zu 2,7 Milliarden Euro. Allein für die Conwert-Aktien bietet Vonovia rund 1,6 Milliarden Euro, je Aktie sind das 16,16 Euro. Die 24.500 Conwert-Wohnungen liegen zum größten Teil in deutschen Städten wie Leipzig und Berlin. In Wien gehören dem österreichischen Immobilienkonzern rund 2.400 Wohnungen.

Vonovia ist nicht der erste deutsche Wohnungsriese, der sich die Wiener Conwert einverleiben möchte. Die Deutsche Wohnen AG scheiterte vor rund eineinhalb Jahren an demselben Vorhaben. Sie wollte ebenfalls mindestens 50 Prozent der Anteile. Das Angebot lag bei 11,50 Euro je Aktie. Das in Summe mehr als 1 Mrd. Euro schwere Offert wurde damals von den Conwert-Aktionären nicht in ausreichendem Maße angenommen. Der Deal kam nicht zustande.

Die nun von Vonovia gebotenen 16,16 Euro je Aktie sind für die Anteilseigner des Wiener Unternehmens derzeit attraktiver als der Umtausch in Vonovia-Papiere. Bei einem Kurs von 30,45 Euro errechnet sich ein Wert von 15,12 Euro je Conwert-Aktie. Als Vonovia-Chef Rolf Buch das Angebot Anfang September angekündigt hatte, war das noch umgekehrt. Conwert notierten am Donnerstag bei 16,14 Euro.

Conwert-Großaktionär Adler Real Estate hat sich aber verpflichtet, das Umtauschangebot anzunehmen, das offiziell am Freitag anläuft und bis zum 19. Dezember befristet ist. Damit hat Vonovia 27,2 Prozent an Conwert schon mal sicher. Die Übernahme kommt nur zustande, wenn die Conwert-Anteilseigner sich von mehr als 50 Prozent ihrer Aktien trennen. Vonovia hält sich laut der Angebotsunterlage offen, ob die restlichen Conwert-Aktionäre zwangsweise abgefunden werden sollen, wenn der Bochumer Konzern am Ende bei mehr als 90 Prozent der Anteile landet. Vorerst soll die Conwert-Aktie weiter an der Wiener Börse gehandelt werden.

Die Conwert-Aktionäre sollen auf einer Hauptversammlung im Jänner 2017 einen neuen Verwaltungsrat wählen. In dem auf sieben Personen aufgestockten Gremium sollen Vertreter von Vonovia vier Posten besetzen.

(APA/ag.)

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