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25. Juni 2012 06:13; Akt.: 25.06.2012 15:59

Vorhang auf zum vorletzten Akt

Der vorletzte Akt des Testamentsprozesses am LG Salzburg ist auf drei Tage anberaumt. Der vorletzte Akt des Testamentsprozesses am LG Salzburg ist auf drei Tage anberaumt. - © VOL.AT/ Hofmeister
von VN/Klaus Hämmerle - Salzburg, Dornbirn – Befragungen, Verlesungen, Plädoyers: Beim Testamentsprozess geht’s in die Zielgerade.

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Woche sieben im Testamentsprozess startet heute um 9 Uhr am Salzburger Landesgericht. Es wird das vorletzte Mal sein, dass sich der Tross aus Vorarlberg mit Angeklagten, Zeugen, Juristen, Medienvertretern und Besuchern in Sachen Testamentsaffäre in der Mozartstadt einfindet. Spätestens am Donnerstag soll das Fundament für die Urteile gelegt sein. Dieses wird es dann Ende Juli oder Anfang August geben.

Ein Höhepunkt heute: Die Einvernahme von Anwalt Dieter Klien (52). Seine Aussage soll Klarheit darüber bringen, inwieweit die angeklagte Richterin Kornelia Ratz (48) die Vorgangsweise der geprellten Erben in der gefälschten Verlassenschaft nach Anna Isele bestimmte. Trotz massiver Zweifel an der Echtheit des Dokuments verzichteten die Gesetzeserben damals auf eine Anfechtung des Testaments. Stattdessen wurde eine „Schenkung auf den Todesfall“ der vermeintlichen Haupterbin, eine demente Hohenemserin, beim Pflegschaftsgericht erwirkt. Weitere Namen auf der Zeugenliste sind der ehemalige Gerichtsbedienstete des BG Dornbirn, Walter S., sowie Andreas R. Der für Beglaubigungen zuständige Gerichtsmitarbeiter R. geriet bei seiner Einvernahme am 4. Juni gehörig unter Druck, nachdem er keine Erklärungen für zahlreiche Unregelmäßigkeiten in den Beglaubigungsbüchern liefern konnte.

Einschüchterungen

Im Rahmen der Verlesungen wird auch ein ORF-Interview mit Kornelia Ratz abgespielt. Sie soll darin Aussagen gemacht haben, die im Widerspruch zu Aussagen stehen, die sie an anderer Stelle zu identen Fragen getätigt hat. Ebenfalls in den Akt aufgenommen wurden die Einschüchterungsvorwürfe des Hauptangeklagten Jürgen H. gegen Walter M. und Kurt T., über die er in einem VN-Artikel sprach. Präsentiert wird auch das grafologische Gutachten eines Schriftsachverständigen zu diversen Akteneinträgen. Verlesungen von Protokollen und die Plädoyers runden das Programm der letzten Verhandlungswoche ab.

Lange Beratungen

Der vorletzte Akt des Testamentsprozesses ist auf drei Tage anberaumt. Sollte das Programm jedoch nicht durchgebracht werden, hat Richter Andreas Posch sicherheitshalber einen vierten Verhandlungstag am Donnerstag vorgesehen. Nach Ende der Verhandlung gibt es wochenlange Beratungen des Schöffensenats. Ein Urteil wird nicht vor Ende Juli oder Anfang August erwartet.

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